10 Gründe, warum dein Baby immer wieder aufwacht (+ 12 Lösungen)


Von Babyschlafberaterin Sarah 

Dieser Artikel gibt Ratschläge speziell für 3-12 Monate alte Babys.

Zahnschmerzen, Weiterschlafprobleme, krabbeln oder brabbeln üben mitten in der Nacht? Es gibt viele gute Gründe, warum dein Baby ständig aufwacht – und eine Menge Dinge, die du dagegen tun kannst.

Hi! Ich bin Sarah Mann, Schlafberaterin und Großfamilienmama. Heute zeige ich dir die 10 häufigsten Ursachen und die 12 besten Lösungsansätze für das häufige Aufwachen, damit du und dein Baby endlich zu mehr Nachtruhe findet. Außerdem beantworte ich am Ende des Artikels die häufigsten Fragen rund um das nächtliche Aufwachen von und mit Baby.

Baby wacht immer wieder auf

Dein Baby wacht immer wieder auf? Du bist nicht alleine!

Neuseeländische Forscher1 fanden heraus:

  • 50% aller 3-Monate alten Babys schlafen 5 Stunden am Stück (wow!).
  • 50% aller 5-Monate alten Babys schaffen sogar 8 Stunden am Stück (nicht schlecht, v.a. wenn man in diese Gruppe fällt).
  • Doch 15% der Babys schliefen auch an ihrem ersten Geburtstag noch nicht 5 Stunden am Stück (wahhh).

Eine kanadische Studie2 besagt:

  • 33% der 5-Monate alten Babys, die nachts häufig aufwachen, können auch mit 2,5 Jahren keine 6 Stunden am Stück durchschlafen. (oh no!)

Und es kommt noch besser (bzw. schlechter). Eine weitere Studie3 stellte fest:

  • 40% der 8-Monaten alten Babys mit Schlafproblemen, hatten auch mit 3 Jahren noch Schwierigkeiten mit dem Schlafen. (Hiiilfe.)

Du siehst, es lohnt sich auf jeden Fall, rechtzeitig nach Gründen und Lösungsstragien für das häufige Baby-Aufwachen zu suchen!

Babys Schlaf-Entwicklung im ersten Jahr

Gleich vorneweg: Es ist entwicklungsbedingt völlig normal und in aller Regel unbedenklich, wenn Babys häufig aufwachen. (Ja, auch wenn es sooo anstrengend ist.)

Auch wenn gute Schläfer plötzlich beginnen, nachts ständig aufzuwachen, mag das zwar erschöpfend und frustrierend sein, aber es kommt gerade im zweiten Lebenshalbjahr häufig vor.

Während wir als Erwachsene unsere klare Vorstellung von Tag und Nacht haben, brauchen Neugeborene einige Wochen oder sogar Monate, um in einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus zu finden. Kein Wunder. Die Mägen von Neugeborenen sind gerade mal so groß wie eine Kirsche und wachsen nur langsam. Babylein braucht also alle 2-4 Stunden Nahrung, was logischerweise bedeutet, dass gerade Mamas häufig nachts mit aufwachen.

Darüber hinaus benötigen Babys ganz viel Nähe und Aufmerksamkeit. Ein weiterer Grund sich möglichst oft zu vergewissern, dass Mama noch in kuschliger Nähe ist.

Ab 3-4 Monaten beginnen viele Babys ihre Schlafphasen in der Nacht langsam zu verlängern.

Ab 4-6 Monaten entwickelt dein Baby mehr und mehr seinen Bio-Rhythmus. Dann kommt im Idealfall etwas Tagesroutine und Entspannung ins Leben frischgebackener Eltern zurück. Kann, muss aber nicht. Manche Babys halten auch bis zu 6-7 Monaten nur Kurznickerchen von 30-40 Min und wachen weiterhin ständig auf.

Ab dem zweiten Lebenshalbjahr können sich die Nächte weiter verbessern, oder aber – aufgrund von Entwicklungsschüben und Schlafregressionen, gerade mit 4 und 6 Monaten leider auch verschlechtern. Ab 8 Monaten werden Babys immer mobiler und aktiver, was ebenfalls zu mehr Schlaf (dank Ermüdung) oder weniger Schlaf (dank aktiver Verarbeitung der neuen Fertigkeiten nachts) führen kann. Gleiches gilt für 10 Monate alte Babys, die gerne das Hochziehen und stehen im Bettchen trainieren wollen. Ja, leider auch mitten in der Nacht.

Du siehst, das Leben mit Baby ist schwer vorhersagbar. Etwas Schlaflosigkeit gehört im ersten Lebensjahr durchaus zum Alltag dazu. Leider können auch gute Schläfer plötzlich wieder beginnen, immer wieder nachts aufzuwachen. Und auch schlechte Schläfer lernen (hoffentlich) mit der Zeit, ruhiger zu schlafen.

Was tun, wenn dein Baby nicht von selbst beginnt, länger am Stück zu schlafen? Oben genannte Studien aus der Schlafforschung legen nahe, dass es sinnvoll ist, unterstützend mitzuwirken. So wird das häufige Aufwachen nachts nicht bis ins Kleinkindalter weiter geschleppt.

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Was Inga zu diesem Kurs gesagt hat:

Man hört und liest ja viel über Schlaflernprogramme und Tipps zum Durch-und Einschlafen. Aber in dem Kurs erhält man jeden Tag einen Email mit einzelnen Schritten in die richtige Richtung. Trotzdem kann man alles ganz individuell auf sein Kind und die Familiensituation anpassen. Uns hat es sehr geholfen, nun endlich ein paar Std länger am Stück schlafen zu können. Auch das Einschlafen am Tag dauert max. 5 Min und Abends höchstens 30 Min. Vielen Dank für diesen Kurs!

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Warum wacht mein Baby nachts ständig auf? – 10 Gründe

1. Schlafzyklen-Wechsel

Babys Schlafzyklen sind noch sehr kurz, etwa 40-50 Min. Sie umfassen Leicht- und Tiefschlafphasen, die wiederum von unterschiedlicher Gehirnaktivität gekennzeichnet sind.

Zwischen dem Wechseln von Schlafphasen oder Schlafzyklen und der entsprechenden Veränderung der Hirnwellen, wachen Babys minimal auf. Hier wird gecheckt: Ist alles in Ordnung? Ist noch alles wie beim Einschlafen? Droht Gefahr? Habe ich Hunger? Kann ich beruhigt weiterschlafen?

Partielle Aufwachphasen kommen bei allen gesunden Menschen vor. Erwachsene richten vielleicht kurz ihr Kissen und schlafen einfach weiter. Die Frage ist nun, ob dein Baby fähig ist, eigenständig und friedlich in den nächsten Schlafzyklus zu gleiten oder ob es jedes Mal schreit, um deine Hilfe zum Wieder-Einschlafen einzufordern.

Je nach Alter, Gehirnreife, Persönlichkeit und Schlafgewohnheiten, fällt die Antwort hierauf unterschiedlich auf. (Hier kannst du nachlesen, ab wann Babys durchschlafen können und hier, warum Babys ab 4 Monaten gerne beginnen, wieder häufiger aufwachen.)

2. Hirnwellen

Schlafen ist eng verknüpft mit gewissen Mustern an Hirnwellen. In Schlafstudien wird deshalb oftmals die Aktivität von Gehirnströmen gemessen. Dr Chen (Seattle) erklärt dazu: „Wir sehen ab 6 Monaten Alter und darüber hinaus Hirnwellen, die in ihrem Muster Erwachsenen gleichen.

Es lässt sich also eindeutig ein Reifeprozess der Gehirnströme feststellen. „Vergleicht man Schlafstudien von Neugeborenen und Babys mit denen von älteren Kindern, lassen sich große Unterschiede feststellen. Allerdings schauen die Muster von Babys Gehirnströmen mit 6 Monaten ziemlich ähnlich wie die eines 18-Jährigen aus.

Das bedeutet, dass die Mehrheit der Babys ab einem halben Jahr wirklich in der Lage ist, eine längere 6-Stunden-Schlafphase in der Nacht zu meistern. Zumindest in der Theorie! 😉

3. Nähebedürfnis

So ein kleiner Mensch ist ganz neu auf unserer Welt und muss sich erstmal orientieren. Vieles ist so grell, laut, ungewohnt und einzig der Hautkontakt und die Stimme der Mutter sind völlig vertraut.

Für ein gesundes Aufwachsen und eine innige Bindung benötigt ein Baby ganz viel Nähe, Liebe und Kuscheln von seinen Hauptbezugspersonen – und das wird natürlich gerne auch nachts eingefordert.

Gerade im sogenannten „vierten Trimester“, also den ersten drei Monaten außerhalb des Mutterbauches, ist es sehr wichtig, sich ganz nach dem Baby zu richten. Mit wachsender Anzahl an Monaten und insbesondere ab 5-6 Monaten Alter, kann man Baby dabei unterstützen zu lernen, dass der Tag zum Kuscheln und Futtern da ist und die Nacht zum Schlafen.

4. Hunger

Ganz klar, junge Babys haben einen winzig kleinen Magen und gerade die Muttermilch ist schnell verdaut. Deshalb braucht dein Baby alle 2-4 Stunden Nahrungsnachschub. Mit wachsendem Alter kann dein Baby theoretisch länger am Stück schlafen. Die Praxis fällt allerdings recht unterschiedlich aus.

Hilfreich ist es, Stillen und Füttern nicht als einzige Beruhigungsvarianten in der Nacht anzugewöhnen. Genau das ist aber oftmals der Fall oder gerade bei Babys, die viel schreien, schwer anders möglich. Nuckeln an der Brust oder Flasche hilft kurzfristig beim Weiterschlafen.

Auf Dauer hat es leider oft zur Folge, dass auch ein älteres Baby nachts immer wieder aufwacht und genau danach verlangt. Irgendwann handelt es sich also um ‚Hunger bzw. Nuckeln aus Gewohnheit‘ nachts, obwohl ältere Babys durchaus schon in der Lage sind, ihre Kalorienzufuhr auf den Tag zu verschieben.

5. Körperliche Beschwerden

Körperliche Beschwerden, allen voran das Zahnen, halten selbst gute Schläfer gerne wach. Der erste Zahn bahnt sich zumeist ab 6-12 Monaten seinen Weg durchs Zahnfleisch. Doch weit bis in Kleinkindalter hinein können neue Zähne unruhige Nächte bescheren. Meist ist es nach einigen Nächten geschafft. Wenn es sehr schmerzhaft ist, frage deinen Kinderarzt nach möglichen Schmerzmitteln.

Erkältungen, Krankheiten und Infekte, allen voran Mittelohrentzündungen können Babys ebenfalls nachts quälen. Die Infekt-Anfälligkeit kann ab 6 Monaten zunehmen, da Baby sich nun ständig seine Finger und andere Gegenstände in den Mund steckt – inkl. etwaiger Keime und Bakterien.

Echte Schlafstörungen wie Schlafapnoe kommen hingegen extrem selten vor. Warnzeichen sind Schnarchen, Mundatmung währen des Schlafens und Atemaussetzer.

6. Fehlende Rituale und Routinen

Babys lieben Routine und Rituale. Fehlen diese, fehlt Baby Ordnung und Orientierung. Ein chaotischer Tagesablauf, zu wenige Nickerchen und eine viel zu späte Bettgehzeit stören Baby dabei, einen gesunden Bio-Rhythmus zu entwickeln.

Gerade die letzten 1-2 Stunden vor dem Einschlafen sollten von ruhigen, gleichbleibenden Elementen und einer festen Bettgehzeitroutine bestimmt sein. Viele Babys werden viel zu spät, zu übermüdet und überreizt oder zu täglich unterschiedlichen Zeiten ins Bett gebracht. Zu den hilfreichen Schlafhormonen mischen sich dann störende Stresshormone in Babys Körper. Übermüdete Babys schlafen folglich schlechter ein und wachen häufiger auf. Sogar lange Wachphasen nachts und ein zu frühes Aufwachen am Morgen sind oftmals auf Übermüdung zurückzuführen.

Tipp: Möchtest du den Bio-Rhythmus deines Babys herausfinden und sanft lenken? Fragst du dich, wie du Übermüdung vermeiden, Routinen entwickeln und deinem Baby beim ein- und durchschlafen lernen helfen kannst? Nimm an unseren Babyschlafkurs teil. Er enthält jede Menge kostenlose Infos für besseren Baby-Schlaf.

7. Schlafregressionen

Kurz vor oder während neuer Entwicklungsschritte haut es manchmal selbst den besten Schläfer aus der Bahn. Meist handelt es sich hierbei um 2-4 Wochen anhaltende Rückschritte im Schlafverhalten. Der Grund ist einfach: Babys Gehirn läuft auf Hochtouren, weil es fleißig eine neue Fähigkeit trainiert: Drehen, Robben, Krabbeln, Sitzen, Stehen, Laufen, aber auch Brabbeln, Reihenfolgen und Entfernungen erkennen und vieles mehr.

Babys Entwicklung im ersten Lebensjahr läuft rasant ab. Vieles Neu-Erlernte wird auch in der Nacht weiterverarbeitet. Nicht selten üben Babys sitzen im Schlaf oder brabbeln munter vor sich hin. Wer denkt denn da schon an Schlaf?

8. Trennungsangst

Trennungsängste beginnen meist mit 8 Monaten Alter aufzutauchen und sie können sich bis weit ins Kleinkindalter mit Auf und Abs fortsetzen. Wenn dein Baby also besonders anhänglich ist, wenn es schreit, sobald du den Raum verlassen möchtest oder wenn es plötzlich verweigert zur Tagesmutter oder Oma auf den Arm zu gehen, dann weißt du Bescheid.

Trennungsängste beruhen auf Babys neu gelernter Wahrnehmung, dass Dinge unterschiedlich entfernt sind oder auch verschwinden können. Hier hilft viel Rückversichung, Kuckuck-und-Da-Spiele und etwas Zeit ins Land ziehen lassen.

Trennungsängste können das Einschlafen und Wieder-Einschlafen erschweren (aus Angst, sich von Mama zu trennen). Allerdings sind sie meiner Erfahrung als Schlafberaterin nach nicht der Hauptgrund, überhaupt aufzuwachen. Vor allem, wenn das ständige Aufwachen nachts schon viele Monate andauert.

Es gibt mittlerweile viele bindungsorientierte Methoden, Baby beim Schlafen lernen zu unterstützen, ohne es alleine zu lassen, was gerade in solchen Phasen enorm wichtig ist (s. auch mein eBoook „Durchschlafen lernen – aber bindungsorientiert“).

9. Nächtliches Verhalten der Eltern

Ja, selbstverständlich solltest du dich nachts um ein weinendes Baby kümmern. Und natürlich gibt es von Geburt an gute und schlechte Schläfer! Studien zeigen jedoch, dass (neben der individuellen Gehirnreife und Persönlichkeit des Kindes) das elterliche Verhalten durchaus einen Einfluss auf die Entwicklung von Babys Schlafverhalten in der Nacht hat. Zwei Faktoren scheinen dabei ausschlaggebend für guten Schlaf zu sein:

  1. Wie viel Zeit Babys in einem eigenen Bettchen verbringen.
  2. Wie schnell Eltern auf Geräusche ihres Babys reagieren.

Babys, die in den ersten Monaten ab und zu in ihrem eigenen Bettchen schliefen und deren Eltern bei Wachgeräuschen nachts erst einmal kurz gewartet haben, bevor sie zu ihnen ‚stürzten‘, entwickelten über die Monate hinweg wesentlich weniger Schlafprobleme nachts.

Aufgepasst: Hier geht es nicht um ein Schlaftraining oder ein weinendes Baby nicht zu beruhigen.

Der Punkt ist, dass viele Babys im Schlaf reden, weinen oder sich bewegen. Eltern, die allzu schnell reagieren oder Mamas, die immer sofort die Brust geben, wecken ihre Kinder unter Umständen ungewollt auf. Insofern sollte man erst einmal abwarten und beobachten, ob das Baby selbst weiterschläft. Dies kann Wunder wirken!

Darüber hinaus hilft es, frühzeitig und ohne Druck das alleine Einschlafen zu üben.

10. Schlafgewohnheiten

Wenn Baby immer auf dem Arm, an der Brust oder mit der Flasche im Mund einschläft, ist das sicherlich schön und kuschlig und gerade in den ersten Monaten wichtig und Schlaf-fördernd. Viele Eltern stellen jedoch irgendwann zwischen 4-8 Monaten fest, dass die bisherige Ein- und Weiterschlafhilfe zu lange dauert, nicht mehr funktioniert – oder alle 1-2 Stunden nachts verlangt wird!

Wenn ein Baby nie gelernt hat, alleine einzuschlafen oder weiterzuschlafen (natürlich schrittweise und mit liebevoller Unterstützung der Eltern), führt dies sehr häufig zu ständigem Aufwachen in der Nacht. Die Klassiker, die ich in der Schlafberatung ständig sehe, sind dabei sicherlich „Einschlafen nur an der Brust oder nur im Arm“ – und damit dann verbunden nächtliches Dauernuckeln oder stundenlanges Schunkeln zum Weiterschlafen.

Wie reagieren, wenn Baby nachts wach wird? – 6 Tipps

Wie du dich bei nächtlichem Aufwachen deines Baby verhalten solltest, hängt natürlich in erster Linie davon ab, was der Grund für sein Aufwachen ist.

Hier kommen Tipps, die auf Dauer dazu beitragen, dass dein Baby nicht mehr ständig aufwacht.

  • Vergewissere dich, ob bei deinem Baby alles in Ordnung ist. Ist die Windel voll? Hat es Zahnschmerzen, fühlt es sich zu warm oder kalt an? Hat es sich angestoßen, eingeklemmt oder stimmt sonst etwas nicht? Insbesondere, wenn dein Baby sich anders verhält als sonst, z.B. anders wimmert oder schriller schreit als gewohnt, solltest du sofort der Ursache auf den Grund gehen und natürlich entsprechend helfen.
  • Vergewissere dich, ob Licht oder Geräusche den Schlaf stören. Es empfiehlt sich, das Zimmer möglichst komplett abzudunkeln, sodass die ersten Sonnenstrahlen oder andere unruhige Lichtquellen wie Auto-Scheinwerfer von der Straße nicht den Schlaf stören können. Ebenso kann weißes Rauschen oder sanfte Musik helfen, laute Geräusche von außerhalb auszublenden (ja, auch die ganze Nacht hindurch anlassen).
  • Werfe während Schlafregressionen, Krankheiten, Wachstums- und Entwicklungsschüben nicht alle eure guten Schlafgewohnheiten über Board. Auch wenn die Nächte anstrengender sind, versuche einen guten Mittelweg zu finden. Falls dein Baby z.B. schon im eigenen Bettchen schläft, nimm es nicht ungewollt zu dir ins Bett. Lege dich stattdessen mit einer Matratze neben seinen Bett oder schaue häufiger nach ihm. Gib mehr Rückversicherung, aber lass daraus keine neuen Gewohnheiten entstehen.
  • Nächte ruhig und langweilig halten. Auch wenn Baby einmal länger wach sein sollte oder viel zu früh am Morgen aufwacht. Vermeide den Fehler, helles Licht anzumachen und in irgendeiner Weise Tagesaktivitäten zu starten (nie vor 6 Uhr morgens aufstehen!). Verhalte dich stattdessen so gelangweilt, langsam und ruhig wie möglich. Verwende höchstens gedimmtes Licht. Sprich, wenn überhaupt nur das Allernötigste. Tagsüber läuft die Bespaßung, nachts wird geschlafen.
  • Hunger, ja oder nein!? Nicht jedes Weinen und Aufwachen bedeutet Hunger. Versuche, keine Dauernuckel-Schlafprobleme zu erschaffen. Wenn du dir sicher bist, dass dein Baby gerade erst getrunken hatte und eigentlich satt ist, suche nach neuen Beruhigungsmethoden, um die Kalorienzufuhr nachts in einem vernünftigen Rahmen zu halten. Achte stattdessen tagsüber auf ordentliche, regelmäßige Mahlzeiten. Weder tagsüber noch nachts empfiehlt es sich (vom Neugeborenen-Alter abgesehen), ständiges Snacken zuzulassen. Falls ein älteres Baby tagsüber nur alle 2,5-3 Stunden trinkt, kannst du mit gutem Gewissen davon ausgehen, dass es nachts mindestens 3-4 Stunden am Stück aushalten kann (und je nach Alter natürlich noch viel länger, sofern du es langsam umgewöhnst). Mehr dazu erfährst du hier: Wann und wie schläft mein Baby durch?
  • Abwarten, statt überstürzt handeln. Falls dein Baby nur am quengeln ist, aber nicht laut schreit, dann warte erst einmal 1-2 Minuten ab. Mit wachsender Anzahl an Nächten kannst du diese Zeit auf mehrere Minuten erweitern. Viele Babys geben im Übergang zwischen Schlafzyklen Geräusche von sich, ohne komplett wach zu werden. Mache es dir zur Gewohnheit, deinem Baby Raum zu geben, an seinen Weiterschlaf-Fähigkeiten zu arbeiten. Gib nicht nach wenigen Versuchen auf. Übung macht den Meister. Versuche darüber hinaus Möglichkeiten zu finden, dein Baby im Liegen zu beruhigen. Vielleicht hilft ein Schnuller, ein sanftes Klopfen oder Streicheln. Selbst, wenn dein Baby auf Stillen oder Tragen besteht, versuche dich vor dem Einschlafmoment abzudocken bzw. es schläfrig zurück ins Bettchen zu legen. Ziel ist, schrittweise das eigenständige Ein- und Weiterschlafen im Liegen zu fördern. Dies ist oftmals der Schlüssel, um zu verhindern, dass dein Baby nachts immer wieder aufwacht.

Wie kann ich nachts aufwachen abgewöhnen? – 6 Lösungen

Hier sind weitere Strategien, um deine kleine Nachteule zu weniger Aufwachen und mehr Nachtruhe zu ermutigen.

Eine altersgerechte frühe Bettgehzeit

Ab 3 Monaten Alter kann die Bettgehzeit nach vorne geschoben werden, falls dein Baby nicht selbst auf die Idee kommt. Die meisten Babys und Kleinkinder sind mit einer Bettgehzeit gegen 19 Uhr am besten beraten.

Wachphasen nicht zu lange halten

Insbesondere sollte die Wachphasen vor der abendlichen Bettgehzeit nicht zu lange sein. Zu lange Wachphasen sind gerne mit schuld an unruhigen Nächten.

Ein 6-8 Monate altes Baby sollte generell nicht länger als 3 Stunden und ein 9-12 Monate altes Baby nicht länger als 3,5 Stunden wachgehalten werden. Kleinkinder mit 2 Nickerchen schaffen 3-4 stündige Wachphasen, ohne zu übermüden.

Übermüdung ist dein Hauptfeind, wenn es um guten Schlaf geht.

Eine Tagesroutine mit der zur richtigen Zeit richtigen Anzahl an Nickerchen

Guter Tagesschlaf ist extrem wichtig für gute Nächte. Erkundige dich, wie viele und wie lange Schläfchen dein Baby noch braucht. Ermögliche diese möglichst an einem ruhigen, dunklen und einladenden Schlafplatz.

Eine friedliche Bettgehzeitroutine einführen

Immer gleiche Abendrituale helfen deinem Baby zur Ruhe zu finden und sich auf den Schlaf einzulassen.

Übergangsobjekte

Übergangsobjekte wie ein Schnuffeltuch oder kleines Kuscheltier können hilfreich sein. Sie helfen deinem Baby einen kleinen neuen Freund zum Ein- und Weiterschlafen zu finden. Meist entwickeln Babys ab 6-7 Monaten Interesse für so einen Kuschelfreund. Selbst dann heißt es, oft anbieten, auch beim Spielen auf dem Wickeltisch einbeziehen und deinem Kind Zeit lassen, um eine ‚Bindung‘ aufzubauen.

Das Ziel ist, Dinge zu finden, die unabhängig von dir Baby beim Schlafen unterstützen können. Manchmal hilft auch „weißes Rauschen“ (oder Regenrauschen, z.B. App Rainrain), dass die ganze Nacht über läuft.

Kalorienzufuhr tagsüber

Sorge tagsüber für gute, ordentliche Mahlzeiten.

Du solltest sicherstellen, dass Babys Kalorienzufuhr in erster Linie tagsüber stattfindet (besonders ab 4-6 Monaten). Feste Essenszeiten oder zumindest gewisse Abstände zwischen den Mahlzeiten können sehr hilfreich sein. So gewöhnt sich dein Baby daran, ordentlich zu trinken/essen statt nur zu snacken. Und damit erhöhst du eure Chancen, dass dein Baby diese Muster auf die Nacht überträgt und längere Schlafphasen entwickelt.

Wie kann ich meinem Baby helfen, länger zu schlafen?

Nur sehr wenige Babys besitzen die Fähigkeit, einzuschlafen, wenn sie müde sind. Ebenso gelingt es manchen Babys nicht, von selbst ihre Schlafphasen in der Nacht zu verlängern. Nächtliches Aufwachen und Füttern sind ein ganz normaler Entwicklungsprozess im Leben eines Säuglings und kein Grund zur Sorge. Solange ihr trotzdem alle gesund und munter funktioniert, ist alles wunderbar in Ordnung.

Falls dein Baby aber häufig übermüdet wirkt, viel quengelt, ständig aufwacht und du selbst am Rande deiner Kräfte bist, kannst du einiges für guten Nachtschlaf tun. Etwa 25% der Babys fallen angeblich in diese Kategorie von Schlafproblemen. Schläft dein Baby trotz optimaler Schlafbedingungen und einem altersgerechten Tagesablauf immer noch nicht besser, gibt es sehr gute und bindungsorientierte Schlafcoaching-Methoden.

Mehr darüber mit genauer Schritt-für-Schritt-Anleitung erfährst du in meinem Babyschlafkurs (kostenlos, sanft & effektiv).

Weitere hilfreiche Ressourcen:

Antworten auf häufige Fragen:

Sollte man Baby tagsüber wach halten?

Falls du dein Baby tagsüber lange wachhalten möchtest in der Hoffnung auf Verbesserung des Nachtschlafes, lautet die klare Antwort: Lieber nicht!

Normalerweise hat langes Wachhalten Einschlafprobleme und noch unruhigere Nächte zur Folge. Das liegt am Cortisol und anderen Stresshormonen, die dann Babys Körper durchfluten. Sinnvoller ist, den altersgerechten Schlafbedarf deines Babys zu checken und auf die richtige Anzahl und Länge der Nickerchen zu achten.

In seltenen Fällen schlafen Babys tagsüber tatsächlich zu viel. Dann sollten entsprechend die Nickerchen beschränkt werden (max. 1,5-2 Stunden) und evtl. die Wachphasen vergrößert werden. Manchmal ist es auch an der Zeit, das letzte Nachmittagsnickerchen zu verkürzen oder ganz zu streichen und die Bettgehzeit nach vorne zu holen.

Warum schläft Baby immer nur 30 Minuten?

Dies liegt daran, dass es ihm noch schwer fällt, verschiedene Schlafphasen aneinanderzuhängen. Aufwachen kurz nach dem Einschlafen und sehr kurze Nickerchen sind oftmals ein deutliches Anzeichen für Übermüdung.

Entwicklungsbedingt kommen diese Mini-Nickerchen gerne zwischen 4-6 Monaten häufig vor.

Wann wachen Babys nachts weniger auf?

Dies lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Grundsätzlich ist es so, dass Babys ihre Schlafphasen in der Nacht im ersten Lebensjahr Stück für Stück verlängern und ab 6 Monaten mit 1-2 Mahlzeiten auskommen können. Aber es gibt auch Babys (ca. 25%), die ständig aufwachen und auch mit einem Jahr noch nicht an eine längere 6-8-stündige Schlafphase denken. Ein weites Spektrum gilt als normal.

Ab wann Babys durchschlafen lernen können, kannst du hier erfahren. Eine gute Orientierung ist, dass ein Baby mit 6 Monaten theoretisch 6 stündige Schlafphasen schaffen können (die Mehrheit tut dies auch). Ab diesem Alter ist gegebenenfalls auch ein Schlafcoaching sinnvoll (siehe unseren Babyschlafkurs oder Videokurs).

Warum ist mein Baby nachts hellwach?

Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht stören Licht oder Geräusche oder eine volle Windel. Vielleicht kämpft es mit Zahnungsschmerzen oder Trennungsängsten.

In der Schlafberatung sehe ich zumeist den Fall, dass eine generelle Übermüdung schuld am schlechtem Schlaf und langen Wachphasen nachts ist. Viele Babys starten überreizt, übermüdet und mit zu vielen Stresshormonen in den Nachtschlaf. Das erschwert das Durchschlafen und Wieder-Einschlafen nachts.

Selten sind auch zu lange Nickerchen und damit fehlender Schlafdruck die Übeltäter.

Warum ist mein Baby nachts so unruhig?

Wenn dein Baby nachts generell unruhig ist, häufig aufwacht und selbst im Schlaf nicht zur Ruhe kommt, kann das unterschiedliche Ursachen haben. Handelt es sich um ein vorübergehendes Phänomen sind vermutlich, die Zähne, ein versteckter Infekt oder eine Schlafregression die Ursache. Hält dieses Problem schon länger an, hat dein Baby vermutlich noch nicht gelernt, ruhig den Wechsel zwischen Schlafphasen und Schlafzyklen zu meistern.

Meist wird das Schlafproblem noch durch Schlafgewohnheiten gefördert, die ständig zum Weiterschlafen eingefordert werden. Sanft eigenständiges Schlafen lernen heißt die Lösung.

Warum wacht mein Baby nachts schreiend auf?

Es ist die eine Sache, wenn dein Baby glucksend oder quengelnd aufwacht. Aber es fühlt sich ganz anders an, wenn ein Baby tatsächlich ständig lauthals schreiend aufwacht.

Wenn alle medizinisches Ursachen ausgeschlossen wurden (vielleicht hat es starke Zahnungsschmerzen oder eine Mittelohrentzündung?), ist der Hauptgrund in aller Regel pure Übermüdung.

Meist wurden diese Babys viel zu spät oder nach langem Kampf ums Einschlafen ins Bett gebracht. Stresshormone sorgen dann für Schlafstörungen und Schreien beim Aufwachen.

Was hilft? Obige Tipps wie eine altersgerechte, feste Tagesroutine, friedliche Abendrituale und eine frühe Bettgehzeit.

Hier erfährst du, wie dein Baby besser schlafen lernen kann.

Warum wacht Baby 7 Monate ständig auf?

Manche Babys wachen von Anfang an häufig auf. Und nicht selten passiert es auch, dass gute Schläfer mit 4 Monaten oder 6-7 Monaten beginnen, plötzlich schlechter zu schlafen. Oft stecken Entwicklungsschübe, begleitet von einer Schlafregression dahinter. Wenn dein Baby mit 7 Monaten beginnt, ständig aufzuwachen und Nickerchen zu verweigern, dann steckst du vermutlich mitten in der 6-7-Monats-Schlafregression.

Warum wacht mein Baby 6 Monate alle 2 Stunden auf?

Viele Eltern unruhiger Schläfer berichten, dass ihr Baby jede Stunde oder alle 2 Stunden aufwacht. Dies ist normalerweise ein grobe Schätzung und lässt sich mit der Dauer eines Schlafzyklus bei Babys erklären. Babys Schlafzyklen sind in der Regel 40-50 Minuten lang. Babys, die häufig erwachen, tun dies im Übergang zwischen den verschiedenen Schlafyzklen, also grob alle 45 Min-1,5 Stunden. Dies wird von Eltern als alle 1-2 Stunden aufwachen wahrgenommen. Diese Babys wachen also grob nach 2-3 Schlafzyklen auf.

 

Das war meine große Übersicht mit den häufigsten Ursachen, den besten Lösungsansätzen und Antworten auf die meist-gestellten Fragen zum Thema „Baby wacht immer wieder auf„. Ich hoffe, dir hilft diese Zusammenstellung weiter und dein kleiner Schatz schläft schon bald gut durch die Nacht.

Herzlichst,
Deine Sarah

 

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Quellenverzeichnis:

1 Henderson, J., France, K. G., Owens, J. L., Blampied, N. M. (2010). Sleeping Through the Night. The Consolidation of Self-regulated Sleep Across the First Year of Life. Pediatrics, 126 (5), e1081-7.

3 Zuckerman, B., Stevenson, J., Bailey, V., & Psych, M. (1987). Sleep Problems in Early Childhood: Continuities, Predictive Factors, and Behavioral CorrelatesPediatrics80(5), 664–671.

Mehr über die Autorin

Sarah

Gründerin und Hauptautorin des BabySchlummerlandes, zertifizierte Babyschlaf-Beraterin und leidenschaftliche Großfamilienmama. Sarah hat es sich zur Mission gemacht, anderen erschöpften Eltern dabei zu helfen, zu mehr Schlaf und Sicherheit im Umgang mit ihren kleinen, bezaubernden Schätzen zu finden. Mehr über Sarah findest du hier.

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