„Baby schlafen lernen?“ – Das kleine 1×1 für besseren Babyschlaf aus der Baby-Schlafberatung


Von Babyschlafberaterin Sarah 

Von wegen „Schlafen wie ein Baby“! – Junge Eltern stellen schnell fest, dass sich der Schlaf ihres Babys völlig anders gestaltet, als sie es sich erhofft hatten. Dauerhafter Schlafmangel und durchwachte Nächte können dabei ganz schön an den Nerven zerren.

Bei aller Liebe fragen sich viele übermüdete Mütter und Väter eines Tages, wie kann unser geliebtes Baby einschlafen lernen und wie gelingt das Thema ‚Baby schlafen lernen‘ ohne schreien?

Wie und wann und ob es geht (Ja, wir zeigen dir die Schritte!) verrät dir Schlafberaterin und Großfamilienmama Sarah Mann in diesem Artikel – realistisch und praxisnah.

Baby schlafen lernen? - Das kleine 1×1 für besseren Babyschlaf aus der Baby-Schlafberatung

Zwei wichtige Faktoren beim Schlafen lernen: Grundlagen & Schlaflernprozess (Schlafcoaching)

Aus meiner Beratungstätigkeit weiß ich: Es gibt zwei wichtige Komponenten, um Babys und Kleinkindern möglichst sanft das Einschlafen und Durchschlafen näher zu bringen.

Zuerst müssen die richtigen Grundlagen für guten Schlaf gelegt werden. Danach geht es an den konkreten Schlaflernprozess (Schlafcoaching).

Aber aufgepasst. Oftmals wird eine Komponente vernachlässigt und die Erfolge stellen sich kaum oder nur schwer ein.

Ein klarer Plan ist somit unabdingbar auf dem Weg zu besserem Babyschlaf und wenn das Baby im eigenen Bett schlafen lernen soll. Und ja, es ist auch im Familienbett oder mit Beistellbett möglich.

Ich zeige dir, wie du beide Komponenten – Grundlagen und Schlafen lernen – Schritt für Schritt umsetzen kannst.

Wichtige Grundlagen, bevor Babys schlafen lernen können

Bevor du deinem Baby konkret das Schlafen beibringen kannst, solltest du checken, ob die Grundlagen für guten Tages- und Nachtschlaf bei euch Zuhause gegeben sind. So können Weinen und Schreien im Schlaflernprozess bestmöglich vermieden werden.

Sarahs Randnotizen: Manche Babys beginnen schon mit kleinen Hilfestellungen einige Stunden am Stück oder sogar komplett durchzuschlafen. Genau dieses Feedback bekomme ich regelmäßig von Eltern, die an unserem bindungsorientierten und kostenlosen Babyschlafkurs teilgenommen haben. Allerdings fallen nicht alle Kinder (inkl. meiner eigenen) in diese Kategorie. Mach dir also keine Vorwürfe, wenn du auch einen schwierigen Schläfer erwischt hast.

Folgende Punkte sind wichtig, um dein Baby oder Kleinkind beim Schlaflernprozess zu unterstützen:

1. Finde die Schlafmuster deines Babys heraus.

Zettel und Stift zur Hand, liebe Mamas/Papas! Führe über einige Tage hinweg Notizen über das Schlafverhalten Deines Babys. Wann schläft es, wann isst es, wie lange braucht es zum einschlafen, wann wacht es auf?

Gibt es schon feste Muster zu erkennen und kannst du diese unterstützen? Entscheidet die Länge der Wachphase evtl. über die Nickerchen-Länge, die dein Baby schafft?

2. Tagesroutine für dein Baby finden.

Bevor Du an das Durchschlafen lernen denkst, solltest Du sicherstellen, dass Dein Baby einen festen Tagesablauf hat.

An dieser Stelle helfen dir die Notizen zum Schlafmuster deines Babys aus Schritt 1. Ein halbwegs fester Tagesablauf (15-20 Min Flexibilität dürfen sein) gibt euch Orientierung im Tagesverlauf und nimmt dir damit viel Stress und Rätselraten ab. Du weißt, wenn dein Baby aus Hunger oder Müdigkeit quengelt. Das gibt dir Kompetenz und Sicherheit darin, richtig zu deuten, was dein Baby benötigt.

Rituale und Routinen im Tagesverlauf helfen deinem Baby sich zurechtzufinden. So fühlt es sich sicherer und geborgener in unserer großen Welt.

Die Einführung einer festen Tagesroutine trägt oftmals enorm zu besserem Schlaf und leichterem Ein- und Durchschlafen bei!

Hier kommt eine kleine Übersicht über die verschiedenen Alters- und Entwicklungsstufen und den jeweiligen Schlafbedarf von Babys:

4-5 Monate Baby schlafen lernen

In den ersten 4-6 Monaten ist oftmals noch kein fester Tagesablauf möglich! Auch Kurznickerchen sind in dieser Altersphase ganz normal. Du solltest stattdessen eurem Tag einen festen Rahmen (also eine feste Aufwachzeit und feste Bettgehzeit +-15 Min) geben und generell auf genügend Tagesschlaf achten.

4-5 Monate alte Baby benötigen 10-12 Stunden Nachtschlaf und 3-5 Stunden Tagesschlaf, aufgeteilt in 3-4 Nickerchen. Der Gesamtschlafbedarf in 24 Stunden liegt bei 14-15 Stunden. Am wichtigsten in dieser Altersstufe ist es, die Wachphasen zwischen den Nickerchen auf etwa 1,5-2,5 Stunden zu begrenzen.

6-8 Monate Baby schlafen lernen

6-8 Monate alte Babys benötigen 10-12 Stunden Nachtschlaf und 2-4 Stunden Tagesschlaf, aufgeilt auf 2-3 Nickerchen. Die gesamte Schlafdauer in 24 Stunden sollte etwa 14-15 Stunden umfassen und Wachphasen sollten nicht länger als 2-3 Stunden sein.

9-10 Monate Baby schlafen lernen

9-10 Monate alte Babys benötigen 11-12 Stunden Nachtschlaf und 2-3 Stunden Tagesschlaf, auf zwei Nickerchen verteilt. Die gesamte Schlafdauer in 24 Stunden sollte etwa 13,5-14,5 Stunden umfassen und Wachphasen sollten nicht länger als 2,5-3,5 Stunden sein.

11-12 Monate Baby schlafen lernen

11-12 Monate alte Babys benötigen 10-12 Stunden Nachtschlaf und 2-3 Stunden Tagesschlaf, auf zwei Nickerchen verteilt. Die gesamte Schlafdauer in 24 Stunden sollte etwa 13-14 Stunden umfassen und Wachphasen sollten nicht länger als 2,5-3,5 Stunden sein.

Kleinkinder –Schlafen lernen mit 1 Jahr oder 18 Monaten

Mit 1-3 Jahren schlafen Kleinkinder idealerweise 10-12 Stunden nachts und 2-3 Stunden tagsüber, aufgeteilt auf 1-2 Nickerchen (zwischen 14-18 Monaten erfolgt die Umstellung auf einen einzigen langen Mittagsschlaf). Der gesamte Schlafbedarf innerhalb von 24 Stunden liegt mit 1-1,5 Jahren bei 13-14 Stunden und verringert sich zunehmend auf etwa 12 Stunden mit 3 Jahren.

Tipp: Wie Du Babys Bio-Rhythmus unterstützt und welcher Tagesablauf  und welche Bettgehzeit für sein Entwicklungsstadium ideal ist, zeige ich dir in meinem Babyschlafkurs. Dort findest du auch ein Schlafprotokoll zum Download und Beispiele für eine Bettgehzeitroutine.

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Was Inga zu diesem Kurs gesagt hat:

Man hört und liest ja viel über Schlaflernprogramme und Tipps zum Durch-und Einschlafen. Aber in dem Kurs erhält man jeden Tag einen Email mit einzelnen Schritten in die richtige Richtung. Trotzdem kann man alles ganz individuell auf sein Kind und die Familiensituation anpassen. Uns hat es sehr geholfen, nun endlich ein paar Std länger am Stück schlafen zu können. Auch das Einschlafen am Tag dauert max. 5 Min und Abends höchstens 30 Min. Vielen Dank für diesen Kurs!

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3. Bettgehzeit und Bettgehzeitroutine

Die Gestaltung der letzten Stunde vor dem Einschlafen ist sicherlich das A und O, um die Themen „Baby einschlafen lernen“ und „Baby im eigenen Bett schlafen lernen (falls gewünscht)“ erfolgreich abzuschließen. 🙂 Auch ob dein Baby schlafen lernen ohne schreien (oder zumindest bestmöglich) kann, hängt maßgeblich mit einer friedlichen Bettgehzeitroutine und der richtigen Bettgehzeit zusammen.

Eine feste und altersgerechte Bettgehzeit hilft Babys Körper sich auf eine bestimmte Schlafenszeit einzustellen. Babys Schlafhormone helfen dann, um leichter das alleine Einschlafen zu meistern. Während die Schlafenszeit in den ersten Monaten gerne noch recht spät ist (21-23 Uhr), kann und darf sie ab dem 3.-4. Monat nach vorne geschoben werden.

Für die meisten Babys empfiehlt sich eine Bettgehzeit zwischen 19-20 Uhr und eine Aufwachzeit zwischen 6-8 Uhr.

Neben der Bettgehzeit sind abendliche Rituale wichtig und mit ausschlaggebend über den Erfolg beim Schlafen lernen. Nimm dir abends Zeit für dein Kind, für Kuscheln und Bonding und erschaffe einen gleichbleibenden Ablauf. Eine klare Bettgehzeitroutine vor dem Schlafen gehen mit fest voraussagbaren Elementen hilft deinem Kind, sich zu entspannen und signalisiert seinem Körper und Gehirn loszulassen und bald einzuschlafen.

4. Schlafumgebung beachten

Ein genereller Check von Babys Schlafumgebung ist sehr empfehlenswert:

  • Reizüberflutung und elektrische Strahlung minimieren: Gibt es Störenfriede wie elektrische Geräte? Ja, auch blinkende Mobile sollten verschwinden, um die Reizüberflutung zu minimieren. Das Babyphone sollte mindestens 2m von Babys Kopf entfernt stehen.
  • Babys Schlafumgebung checken: Entspricht alles den aktuellen Sicherheitsempfehlungen? D.h.: Feste Matratze; nur in Rückenlage schlafen lassen, bis Baby sich selbst drehen kann; kein Zigarettenrauch/nicht neben Rauchern; keine großen Kuscheltiere, nie Decken oder Kissen oder Nestchen, unter die es rutschen könnte; nur Schlafsack verwenden; Überwärmung vermeiden; Zimmer eher kühl halten.
  • Dunkles Schlafzimmer: Für guten Schlaf ist es überraschend wichtig, Babys Schlafzimmer komplett abzudunkeln! Gerade im Sommer wecken die ersten Sonnenstrahlen gerne um 4-5 Uhr morgens das Baby auf und dann ist die Nacht vorbei… (Verdunklungsvorhänge oder improvisierte Alufolie helfen!)
  • Verhalten nachts beim Aufwachen: Bei nächtlichem Aufwachen ruhige Schlafatmosphäre beibehalten: Nicht/Ruhig reden, kein oder nur gedämpftes Licht anmachen, möglichst selten wickeln.

5. Sanft neue Schlafgewohnheiten einführen

Ein letzter wichtiger Tipp, bevor es konkret an ein Schlafcoaching geht: Du kannst deinen kleinen Schatz auf eine Umgewöhnung der Schlafsituation vorbereiten, indem du jetzt schon beginnst, neue hilfreiche Schlafgewohnheiten einzuführen.

Beispiele, um den Übergang und das Loslassen zu erleichtern, wären folgende:

  • Ein kleines Kuscheltier oder Schnuffeltuch darf mit ins Bett und sollte Baby immer wieder angeboten werden. Es darf auch gerne beim Wickeln zum Bespaßen und vertraut werden dabei sein. Solche Übergangsobjekte können mit etwas Geduld Babys bester Schlaffreund werden, ihm Sicherheit und Geborgenheit vermitteln und damit für besseren Babyschlaf sorgen.
  • Feste Schlaflieder, ruhige Musik oder weißes Rauschen (für kleinere Babys) helfen beim Entspannen und Einschlafen lernen.
  • Schnuller – ja oder nein, das ist die große Frage. Studien zufolge reduziert er die SIDS-Gefahr. Grundsätzlich spricht nichts gegen ihn (sofern der Gebrauch im Rahmen bleibt). In der Praxis kann er tatsächlich Segen oder Fluch sein. Fakt ist, dass er das Weinen und Schreien enorm verringern kann und evtl. eine wichtige Brücke schlägt, um statt an Mamas Brust oder in Papas Arm ein- und weiterschlafen zu können. Wichtig für gute Nächte ist, dass Babylein lernt, sich frühzeitig (6-8 Monate) selbst zu bedienen.

Ziel ist es, etwas zu finden, was deinem Baby als neue Schlafassoziation beim Schlafen lernen im eigenen Bett oder im Elternschlafzimmer helfen kann – ohne deine direkte Hilfe zu benötigen.

Änderung der Schlafgewohnheiten – Verschiedene Wege, wie Babys schlafen lernen

Der zweite Faktor auf dem Weg zum Schlafen lernen, besteht darin, sanft und effektiv die bisherigen Schlafgewohnheiten deines Babys zu verändern. Hierfür braucht es einen klaren Plan. Gerade Eltern von Babys mit massiven Schlafproblemen müssen oft diesen weiteren Schritt gehen.

Sarahs Randnotizen: Während der Begriff „Schlaftraining“ verschrien ist, gibt es mittlerweile viele sanfte und bindungsorientierte Schlafcoaching-Methoden. Oft gestalten sie sich als langwieriger, aber nicht weniger effektiv als die klassischen „schreien lassen“, Ferber- und „Jedes Kind kann schlafen lernen“-Methoden (die ich aus bindungstheoretischer Sicht ebenso wie viele Eltern heutzutage ablehne). Du brauchst für das Ziel ‚Baby alleine schlafen lernen ohne schreien‘ bzw. mit möglichst wenig Weinen allerdings mehr Kraft, Geduld und die Bereitschaft, dein Kind eng zu begleiten. Wenn am Ende dann trotzdem endlich alle wieder schlafen können, hat sich dieser längere, sanfte Weg absolut gelohnt!

Warum Babys schlecht schlafen

Es ist normal, dass Babys und insbesondere Neugeborene häufig trinken wollen und nachts aufwachen. Die Ursachen hierfür sind verschiedene:

  • Sehr kleiner Magen und schnell verdaute Muttermilch: Es dauert einige Monate, bis Babys (wenn man möchte) auf etwa 3-Stunden–Abstände zwischen den Mahlzeiten kommen können. Nachts sind dann auch längere Abstände möglich/wünschenswert, aber nicht jedes Baby beginnt von selbst länger zu schlafen.
  • Kurze Schlafzyklen: Die Schlafzyklen von Babys sind nur etwa 45 Min lang (im Gegensatz zu Erwachsenen mit 90 Min). D.h. sie wachen häufiger zwischen den Schlafzyklen-Wechseln auf. Insbesondere, wenn sie noch nicht gelernt haben, alleine einzuschlafen bzw. weiterzuschlafen.
  • Medizinische Probleme: In sehr seltenen Fällen haben Babys eine echte medizinisch definierte Schlafstörung, die unbedingt behandelt werden muss (Alarmsignale: Schnarchen, Atemaussetzer; Schlafapnoe). Bei Unsicherheiten unbedingt an den Kinderarzt wenden.
  • Erfahrungsgemäß hängt anhaltend schlechter Schlaf häufig mit der Persönlichkeit des Kindes zusammen (willensstark, aktiv, sensibel, wahrnehmungsstark/sehr intelligent; entsprechend sollte die Schlaflernmethode angepasst werden: mehr dazu in meinem SchlummerKönig-Videokurs).
  • Schlafassoziationen/Einschlafgewohnheiten wie das Einschlafstillen, die nachts konsequent verlangt werden, um weiterschlafen zu können.

„Hilfe, mein Baby wacht alle zwei Stunden auf“

Wacht dein Baby alle 2 Stunden (oder sogar jede Stunde) auf und ist älter als 4-6 Monate? Dann kannst du wirklich in den allermeisten Fällen davon ausgehen, dass der letzte Punkt, seine Schlafgewohnheiten, eine entscheidende Rolle spielen.

Warum?

Schläft ein Baby nur an der Brust ein, verlangt es diese auch nachts sehr oft, um den Wechseln zwischen den Schlafzyklen zu schaffen. Gleiches gilt für tragen, schunkeln und andere Einschlafhilfen, die das Baby klar mit ‚Schlaf‘ assoziiert.

Diese „Schlafstörungen“ oder „Schlafprobleme“ sind demnach auf der Verhaltensebene anzusiedeln und können auch auf dieser – durch Umgewöhnung – gelöst werden.

Schlafen lernen Baby – wie funktioniert das?

Alle Menschen haben Schlafzyklen, zwischen denen wir leichte partielle Wachphasen haben. Und wir alle benötigen die Fähigkeit, diese zu überbrücken, um friedlich zurück in den Tiefschlaf gleiten zu können. Alle Menschen wachen also nachts während dem Wechseln zwischen den Schlafzyklen minimal auf.

Um schlafen zu lernen, muss dein Baby also erlernen, den Schlafzyklen-Wechsel ohne deine Hilfe zu meistern und friedlich in die nächste Schlafphase zu gleiten.

Es empfiehlt sich insbesondere, das abendliche Einschlafen im eigenen Bett zu üben (es kann natürlich auch ein Beistellbett im Elternzimmer sein). Wenn Baby lernt selbstständiger einzuschlafen, kann es in der Regel diese Fähigkeit auf den Schlafzyklen-Wechseln nachts übertragen. Es beginnt dann, mehrere Stunden am Stück zu schlafen.

Tipp: Im kostenlosen eMail-Kurs „Bindungsorientiert durchschlafen lernen“ lernst du verschiedene bindungsorientierte Schlaflernmethoden kennen. Brauchst du noch weitere Hilfestellung für einen schwierigen Schläfer, empfehle ich dir das eBook „Durchschlafen aber bindungsorientiert“ und unseren Videokurs „SchlummerKönig“.

Sanftes Vorgehen – wie Babys schlafen lernen können (ohne schreien!)

Im Folgenden ist eine supersanfte Methode beschrieben, wie dein Baby schlafen lernen kann.

Um Tränen zu vermeiden, wird der Schlaflernprozess hier in viele kleine Schritte aufgeteilt.

Du brauchst Geduld und etliche Wochen oder sogar Monate Durchhaltevermögen, aber es ist möglich!

Ich empfehle, für jeden Schritt 1-2 Wochen konsequente Übungszeit anzupeilen sowie 20-50 Versuche, bis man deutliche Verbesserung oder sogar den Durchbruch sehen kann. (Also nicht erwarten, dass es nach 3-5 Versuchen klappt und dann aufgeben! Sanfte Methoden benötigen Zeit!)

Und so gehst du vor:

1. Baby minimal aufwecken beim Ablegen im dösigen Zustand (optional, aber hilfreich)

Ganz ehrlich: Die allermeisten Neugeborenen und Babys beginnen zu schreien, wenn man sie ablegt. Und das nicht ohne Grund. Sie wissen instinktiv, dass dein Arm der sicherste Platz auf der ganzen Welt ist. Es wird vermutet, dass diese Reaktion aus Zeiten stammt, als die Menschen noch nicht in festen, sicheren Häusern wohnten. Alleine irgendwo auf dem Feld oder in einem Zelt zu liegen, war oftmals lebensgefährlich.

Dieses panikhafte Schreien beim Ablegen scheint tief in Babys Genen verwurzelt zu sein. Und natürlich erschwert es das ‚sich wieder beruhigen‘ und ‚alleine einschlafen lernen‘ massiv.

Um deinem Kind sanft beizubringen, dass sein Schlafplatz ein sicherer Ort ist, hilft folgender Trick, der bereits ab wenigen Wochen Alter geübt werden kann:

Wenn dein Baby richtig eingeschlafen ist und du es nun ablegen möchtest, dann rüttle ganz sanft an ihm, sodass es minimal aufwacht. Falls es dabei  komplett aufwacht, beginnst du von Neuem mit der gewohnten Einschlafhilfe. Mit zunehmender Übungszeit wirst du immer häufiger sehen, dass es zwar kurz die Augen aufschlägt, sich rekelt und streckt, kurz maunzt, meckert oder Laute macht – und dann einfach weiterschläft. Bist du an diesem Punkt angelangt: Gratulation! Genau diese Fähigkeit wird ihm helfen auch nachts besser Schlafzyklen verknüpfen zu lernen und damit weniger aufzuwachen.

Versuche dein Baby mehr und mehr im Bettchen zu beruhigen. Falls dies nicht gelingt, nimm es heraus und begleite es von Neuem wie gewohnt in den Schlaf.

Ganz klar gilt hier: Übung macht den Meister und es ist einiges an Training nötig. Manchmal benötigt man etliche Versuche, bis sich eine Besserung einstellt und dein Kind die Panikreaktion „Schreien beim Ablegen“ abstellt. Dann hast du allerdings sehr viel geschafft! (Und ja, schlafen lernen ohne Tränen ist nicht leicht und erfordert Geduld.)

Kostbare Schritte für besseren Schlaf

Sarah mit Baby

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2. Assoziation zwischen Stillen/Nuckeln/Füttern und Einschlafen beenden

Meistens verlangen Babys ihre gewohnte und geliebte Einschlafgewohnheit auch in der Nacht, um weiterschlafen zu können. Eine der beliebtesten Schlafassoziationen ist definitiv das Nuckeln/Stillen. Dies solltest du nun mehr und mehr versuchen, vom Einschlafen zu trennen.

Als Ersatz bietest du das an, was dein Baby ansonsten am meisten helfen und beruhigen würde. Zumeist ist dies tragen und schunkeln. Ja, korrekt, damit hast du vorübergehend eine neue Einschlafassoziation erschaffen. Da wir sanft vorgehen möchten, ist dies trotzdem hilfreich und sinnvoll! So bekommt dein Baby Zeit für den Umstellungsprozess und Schunkeln kann leichter abgewöhnt werden als das beliebte Einschlafnuckeln.

(Hinweis: Natürlich geht es niemals darum ein hungriges Baby weinen zu lassen. Dieser konkrete Schritt sollte erst ab 3-5 Monaten Alter umgesetzt werden und wenn dein Baby fit, gesund und normal entwickelt ist! Falls dein Baby wirklich Hunger hat, länger weint oder schreit, dann füttere es natürlich und übe wann anders erneut. Oft ist es auch hilfreich, wenn Papa übernimmt, da er nicht nach Milch riecht. 😉)

Es empfiehlt sich, mindestens eine Woche konsequent an diesem Schritt zu arbeiten, bevor du zum nächsten übergehst.

3. Ruhiges Einschlafen im Liegen auf deinem Arm üben

Wenn dein Baby gelernt hat, durch Tragen und Schunkeln, aber ohne Nuckeln einzuschlafen, könnt ihr den nächsten Schritt wagen: Möglichst ohne Bewegung und im Liegen einschlafen lernen!

Wie das geht? Du trägst und schunkelst dein Baby zwar weiter, aber du hörst kurz vor dem Einschlafen damit auf und hältst es sitzend ruhig im Arm.

Wie immer sind etliche Übungsversuche notwendig, bis es klappt! Wenn dein Baby zu weinen und sich zu winden beginnt, startest du erneut mit dem Schunkeln und Tragen. Sobald es ruhiger wird, stoppst du es zeitweise und schließlich komplett.

Mit der Zeit kannst du das Schunkeln und Tragen immer weiter vom tatsächlichen Einschlafmoment trennen, dich hinsetzen und es so ruhig haltend in den Schlaf begleiten. Du bist also immer noch in Bewegung, um Baby zum Schlafen zu bringen, aber es meistert den Einschlafmoment ruhig liegend in deinem Arm.

Dein Baby hat etwas Wichtiges gelernt: Es kann nun ohne Bewegung und Schunkeln und Tragen ganz ruhig im Arm liegend einschlafen! Ein riesiger Meilenstein, denn genau diese Fähigkeit benötigt es, um sich auch in der Nacht im Liegen geborgen zu fühlen und durchschlafen zu lernen.

Wieder empfiehlt es sich, mindestens eine Woche konsequent an diesem Schritt zu arbeiten, bevor ihr euch an den nächsten wagt.

4. Die nächste Stufe heißt “Baby im eigenen Bett schlafen lernen“.

Nun nutzt du die bisher erlernten Fähigkeiten, um Baby beim Einschlafen im eigenen Bett zu begleiten. Wenn Baby nun fast ruhig liegend in deinem Arm eingeschlafen ist, stelle dich neben sein Bettchen (bei Protest nochmal kurz schunkeln) und lass es einige Tage im Liegen auf dem Arm einschlafen, während du neben seinem Bettchen stehst.

Dann kannst du damit beginnen, dein Baby sehr schläfrig, aber noch etwas wach in sein Bettchen abzulegen. Wie immer kann es 20-30 (und bei manchen Babys auch) 50 Versuche lang dauern bis es klappt (natürlich wird es erstmal protestieren). Durchhalten lohnt sich!

Letztendlich wird dein Baby akzeptieren, dass du es dösig und ohne großen Protest ins Bettchen ablegst. Beruhige es im Liegen und bei Weinen nimm es heraus und starte erneut. Wichtig ist, dass du es am Schluss wieder ruhig im Liegen schläfrig werden lässt und dann im Bettchen ablegst zum Einschlafen.

Yeah, ihr habt es fast geschafft!

5. Reduziere deine Hilfestellung schrittweise, sodass dein Baby mit Berührungen einschlafen lernt.

Jetzt wird es spannend: Dein Baby soll lernen alleine in seinem Bett einzuschlafen. Du wirst nun dein Tragen und Schunkeln und Halten zum Einschlafen langsam verkürzen und irgendwann ganz wegfallen lassen bzw. nur als kurzen Teil eurer Bettgehzeitroutine behalten.

Dein Baby wird nun zwar müde, aber noch deutlich wach im Bettchen abgelegt. Nun versuchst du es im Liegen zu beruhigen: In den ersten Tagen mit Halten (was es vom 4. Schritt gewöhnt ist) und mehr und mehr mit Berührungen und Worten/Singen/Schh-Lauten. Du hältst es oder rüttelst sanft an ihm, streichelst oder ‚klopfst‘ rhythmisch an seiner Seite – was auch immer hilft. Diese Hilfestellungen werden ebenfalls schrittweise reduziert, bis ein Streicheln ab und zu oder Händchen halten genügen. Die Hand oder ein umklammerter Finger kann dann ebenfalls mit Übung und Geduld durch ein kleines Kuscheltier ersetzt werden.

Nun heißt es ‚nur‘ noch, deine Anwesenheit im Zimmer auszuschleichen. Das kannst du tun, indem du das Zimmer periodisch verlässt oder in dem du einen Stuhl ans Bettchen deines Kindes stellst und diesen alle 1-3 Abende weiter vom Babybettchen entfernst.

Glückwunsch! Ihr habt es geschafft. Du kannst dein Baby wach ins Bettchen legen und es wird alleine einschlafen – und damit auch das Durchschlafen zunehmend meistern. Grund zu feiern! 😃

 

Hinweis: Die beschriebene Schlafcoaching-Methode ist eine langsame Variante der sogenannten Ausschleichmethode, kombiniert mit der Hochnehmen-Hinlegen-Methode (pick up, put down). Im „SchlummerKönig“-Videokurs wird sie abgewandelt in zwei Varianten sehr ausführlich erklärt: tränenfrei (ohne Zeitrahmen; ähnlich wie im Artikel Baby schläft nur an der Brust ein beschrieben) und als „MöWe“-Methode (ähnlich wie obiger Ablauf:, „Möglichst wenig Weinen“, ca. 4 Wochen Zeitrahmen). Beide sind insbesondere für kleinere Babys geeignet (bis 7 Monate etwa).

Daneben gibt es weitere, schnellere bindungsorientierte Methoden wie die WilA-Methode, die Hochnehmen-Hinlegen-Methode und die Stuhl-Methode. Welche Methode richtig für euch persönlich ist, hängt nicht nur mit eurer Einstellung und eurem Energielevel, sondern auch ganz viel mit Babys Alter und Persönlichkeit zusammen (mein „SchlummerKönig“-Videokurs enthält ein Spezial-Beratungs-Kapitel mit 5 Lektionen, das sich dem Finden der passenden Methode widmet).

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Mehr über die Autorin

Sarah

Gründerin und Hauptautorin des BabySchlummerlandes, zertifizierte Babyschlaf-Beraterin und leidenschaftliche Großfamilienmama. Sarah hat es sich zur Mission gemacht, anderen erschöpften Eltern dabei zu helfen, zu mehr Schlaf und Sicherheit im Umgang mit ihren kleinen, bezaubernden Schätzen zu finden. Mehr über Sarah findest du hier.

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