Ab wann schlafen Babys durch? 14 Tipps für ruhigere Nächte

Sarah Babyschlafberaterin BABYSCHLAFBERATERIN SARAH MANN

Gehörst du auch zu den müden und erschöpften Eltern, die sich fragen, wann ihr Baby endlich durchschläft? Macht dein kleiner Schatz die Nacht durch (oder wacht ständig auf) und du rätselst, warum es andere Babys schon mit wenigen Monaten schaffen, die ganze Nacht hindurch zu schlafen?

Erfahre in diesem Artikel, warum viele Babys (noch) nicht durchschlafen, was man unter „Durchschlafen“ versteht und wie du deinem Kind helfen kannst, besser durch die Nacht zu kommen.

Wann schlafen Babys durch?

 

Augenringe im Alltag?

Hi! Ich bin Sarah, zertifizierte Babyschlafberaterin, sechsfache Mama und äußerst erfahren mit Babys, die nicht durchschlafen. Insofern kann ich sehr gut nachempfinden, wie es dir wahrscheinlich gerade geht. Nachdem ich mich bei unseren ersten Babys viele Male mit Augenringen durch den Alltag geschleppt habe, habe ich mich irgendwann intensiv auf die Suche begeben, um Antworten zu finden: Ab wann schlafen Babys durch und vor allem wie schlafen sie durch?

Herausgekommen sind letztendlich tatsächlich bessere Nächte (und später auch meine Zertifizierung als Babyschlafberaterin). (Mehr über mich erfährst du übrigens hier.)

Doch lass uns direkt mit einer wichtigen Frage starten: Warum schlafen Babys eigentlich nicht durch?

Warum schläft mein Baby nicht durch?

Es gibt viele unterschiedliche, mögliche Gründe die dein Baby davon abhalten können, nicht durchzuschlafen. Im Folgenden möchte ich dir diejenigen nennen, die am häufigsten auftreten:

Schlafregressionen

Wenn ein Baby – nachdem es wochenlang gut geschlafen hat – plötzlich wieder häufig aufwacht und auch tagsüber Nickerchen verweigert, dann kämpft ihr vermutlich mit einer sogenannten Schlafregression.

Der Klassiker ist die 4-Monats-Schlafregression, aber auch in vielen anderen Altersstufen kann es Rückschritte im Schlafverhalten geben.

Dein Kind macht dabei einen enormen Entwicklungsschub durch, der dann auch den nächtlichen Schlaf stark beeinflusst. Weitere Informationen über Schlafregressionen und wie du sie am besten bewältigst, findest du in unserem Guide über Schlafregressionen.

Krankheiten und Zahnungsschmerzen

Schnupfen und Infekte können dein Baby wachhalten. Manchmal sind auch unentdeckte Mittelohrentzündungen der Übeltäter.

Der Klassiker sind sicherlich die lieben Zähne, die sich ihren Weg durchs Zahnfleisch bohren (Autsch). Ihr Zahnfleisch ist in diesem Fall geschwollen, sie sabbern viel, kauen oft auf etwas herum und je nachdem wie stark das Unwohlsein ist, weint Babylein auch dementsprechend viel.

Helfen kann hier ein Beißring (evtl. gekühlt), ein kalter nasser Waschlappen, Zahnungsgel oder wenn es sehr schmerzhaft ist auch mal ein leichtes Schmerzmittel.

(Ein-)Schlafgewohnheiten

Wenn dein kleiner Schatz gewöhnt ist, beim Stillen, Tragen oder mit Geschunkel auf dem Pezziball einzuschlafen, sind das (Ein-)Schlafgewohnheiten, die dein Baby daran hindern können, schlafend durch die Nacht zu kommen. Wenn dann eine Veränderung eintritt – indem Babylein zum Beispiel abgelegt wird – merkt es dies direkt oder zwischen zwei Schlafphasen und wacht auf. Es schafft dann nicht, diese zwei Schlafphasen zu überbrücken, weil die Schlafsituation eine andere ist als beim Einschlafen.

Sollte dies der Grund sein, wäre es also wichtig, dein Baby nicht schlafend abzulegen, sondern zu üben, dass es im Liegen einschläft.

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Schlafumgebung

Viele Babys schlafen nicht durch, weil sie nicht die ideale Schlafumgebung haben.

Zum Beispiel ist es Babylein zu heiß oder kalt, das Zimmer ist nicht abgedunkelt oder Geräusche von außen stören. Dies solltest du jeweils prüfen und gegebenenfalls verändern.

Chaotischer Tagesablauf

Kinder lieben Rituale und halbwegs feste Zeiten. Wenn sich ihr Körper zum Beispiel daran gewöhnt hat, dass demnächst Schlafenszeit angesagt ist, finden sie leichter zur Ruhe und schlafen besser. (Uns Erwachsenen geht es da ähnlich.)

Insofern können eine feste Tagesroutine (ab 5-6 Monaten möglich) und eine friedliche Bettgehzeitroutine Babys Nachtschlaf enorm verbessern.

Übermüdung

Zu wenig Tagesschlaf und eine zu späte Bettgehzeit erschweren das Ein- und Durchschlafen. Deshalb solltest du unbedingt darauf wachten, dass dein Baby beim einschlafen nicht übermüdet (oder überreizt) ist. Sie sind die größten Feinde vom Durchschlafen.

Dazu kann es helfen, die optimale Länge von Schlafenszeiten und Wachphasen zu beachten.

Siehe dazu:

Ab wann schlafen Babys durch?

Natürlich hängt das Durchschlafen bei Babys sehr von ihrem Alter ab. In den ersten Monaten schlafen Babys nur in den seltensten Fällen länger als drei oder vier Stunden am Stück, da sie dann schon wieder Hunger haben. Insofern ist hier nur in Ausnahmefällen an Durchschlafen zu denken.

Doch ab einem Alter von ca. sechs Monaten haben sich die meisten Babys so weit entwickelt, dass sie 6 Stunden am Stück durchschlafen können. Das ist natürlich schon mal eine große Steigerung, aber es zeigt, dass einmal Aufwachen pro Nacht in den meisten Fällen weiterhin notwendig ist. Zudem entwickeln sie erst jetzt einen regelmäßigen Tag-Nacht-Rhythmus.

Dennoch denken auch in den nächsten Monaten noch lange nicht alle Babys ans Durchschlafen und wachen weiterhin mehrere Male pro Nacht auf. Dies kann sich unter Umständen auch noch lange Zeit so hinziehen.

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Was bedeutet Durchschlafen bei Babys?

Durchschlafen bei Babys wird zumeist als 6-8 Stunden Nachtschlaf am Stück definiert.

Das heißt im Klartext aber: Babys die „durchschlafen“ (6 oder 8 Stunden) kommen noch für lange Zeit nicht ohne Aufwachen durch die komplette Nacht!

Wenn man beachtet, dass Babys einen nächtlichen Schlafbedarf von etwa 10-12 Stunden haben (plus einige Stunden Tagesschlaf), sieht man, dass folglich auch ein Baby, das richtig gut schläft, noch mindestens einmal pro Nacht aufwacht, um gestillt oder gefüttert zu werden.

Kognitive Reife nötig

Es gibt einen breiten Konsens in der Forschung, dass ein gesundes Baby mit 6 Monaten theoretisch in der Lage ist, nachts ohne Mahlzeiten auszukommen und somit 6-8 Stunden durchzuschlafen. Dies hängt mit seiner Gehirnreife und der zunehmenden kognitiven Fähigkeit, sich selbst beruhigen zu können, zusammen. Die Praxis gestaltet sich wie so oft anders als die Theorie. Babys trinken nachts nicht nur aus Hunger, sondern auch aus Nähe-Bedürfnis, zur Beruhigung und aus Gewohnheit.

Laut aktuellen Umfragen schlafen selbst mit einem Jahr knapp 40% aller Babys noch nicht durch (hier definiert als 8 Stunden am Stück).

Partielle Aufwachphasen nachts

‚Durchschlafen‘ ist an sich zudem eine irreführende Bezeichnung. Kein Mensch schläft wirklich durch. Zwischen den verschiedenen Schlafzyklen wachen Babys (genauso wie Erwachsene) regelmäßig minimal auf und schlafen im Idealfall direkt wieder ein. So wird gecheckt, dass keine Gefahr droht und alles in Ordnung ist.

Da nun Babys Schlafzyklen eine Dauer von 40-45 Min haben, wachen Babys mit Schlafproblemen oft entsprechend alle 45 Min oder 1,5 Stunden auf und brauchen Hilfe zum Weiterschlafen.

Und hieran sieht man wie essentiell wichtig es ist, dass Babys irgendwann lernen zwischen zwei Schlafphasen weiterzuschlafen! Denn dann ist Durchschlafen möglich: Durchschlafenden Babys gelingt es, ohne elterliche Hilfe in die nächste Schlafphase zu gleiten.

Wenn also dein Baby nicht durchschläft, kann der Grund darin liegen, dass es die verschiedenen Schlafzyklen nicht miteinander verbinden kann (in meinem Babyschlafkurs erfährst du, wie du deinem Kind helfen kannst).

Durchschlafen für Babys: 6 Tipps für ruhigere Nächte

Du hast wesentlich mehr Einfluss auf die Schlafgewohnheiten deines Kindes, als du vielleicht denkst. Und du musst nicht Monate oder sogar Jahre mit Schlafentzug überleben, bevor du deinen kleinen Schatz zu besserem Schlafverhalten verhilfst. Erhalte im Folgenden 14 Tipps, um das Durchschlafen deines Babys zu fördern:

Tagsüber/Allgemein

1. Kalorienzufuhr tagsüber sicherstellen

Dein Baby wird nachts besser schlafen können, wenn es tagsüber den Großteil seiner Kalorien zu sich nimmt.

Darüber hinaus kann ein gewisser Rhythmus helfen, um sicherzugehen, dass Stillbabys (ab 2-3 Monaten) nicht nur ‚snacken‘. Ziel sollte sein, dass sie kräftig trinken und dabei nicht nur die Vormilch, sondern auch die sahnige Nachmilch abbekommen – und somit länger satt sind.

Stillbabys sollten alle 2-3 Stunden gestillt werden. Fläschchenbabys sollten alle 3-4 Stunden gefüttert werden.

Mit der Beikost-Einführung ab ca. 5-7 Monaten werden Still-/Fläschchen-Mahlzeiten langsam weniger.

2. Beikost nicht zu früh einführen

Studien bestätigen nicht den alten ‚Rat‘, dem Kind endlich mal einen Brei oder ein gescheites Fläschchen zu geben. Zu frühe Beikost-Einführung ist weder gesund noch empfehlenswert.

3. Flexible Tagesroutine einführen

Ein fester Tagesablauf bringt dir und deinem Baby Sicherheit und Orientierung im Tagesverlauf. Babys Körper kann sich nun auf feste Schlafens- und Wachzeiten einstellen. Entsprechend werden zur rechten Zeit Schlafhormone ausgeschüttet.

Ein weiteres Plus: Du kannst rechtzeitig auf Müdigkeitssignale achten und lässt dein Kind nicht ungewollt übermüden. Das sorgt für besseren Schlaf tagsüber und nachts.

4. Einschlafstillen/-nuckeln vermeiden

Versuche im ersten Lebensjahr deines Kindes, Alternativen zum Einschlafen an der Brust (oder mit Fläschchen im Mund) zu finden.

Eine ungewollte Einschlafassoziation ist der häufigste Grund, warum Babys nicht durchschlafen. Zudem ist es sehr schwierig, Babys dahingehend umzugewöhnen (Wichtige Infos zum Einschlafstillen).

5. Nicht frieren, nicht schwitzen

Das Zimmer sollte eher kühl sein und Überwärmung vermieden werden.

Zwischen den Schulterblättern kannst du gut checken (wenn dein Baby aufwacht), ob es ihm zu kalt oder warm ist. Manchmal hilft schon eine Schicht mehr oder weniger, um unruhigen Schlaf in den frühen Morgenstunden zu verbessern.

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6. Schlafsituation überdenken

Trotz aller derzeitigen Trends hat ein Familienbett viel Für und Wider. Tatsächlich schlafen viele Babys in einem eigenen Bettchen (und evtl. sogar im eigenen Zimmer ab 6 Monaten) um einiges besser. Manchmal sorgt die Nähe für zusätzliche Unruhe und Studien zufolge auch zu mehr Aufwachzeiten nachts.

Evtl. wäre es auch eine Idee, mehr Abstand im Elternschlafzimmer zu schaffen. Z.B. könnte dein Kind in ein Bettchen oder auf eine sichere Matratze in der Ecke eures Schlafzimmers gelegt werden. Realismus statt Idealismus tut hier mitunter gut: Wenn keiner mehr schläft, ist keinem geholfen.

Abends

7. Eine friedliche Bettgehzeitroutine

Babys lieben Rituale. Eine Bettgehzeitroutine hilft nachweislich dabei, das Einschlafen und Durchschlafen bei Babys zu verbessern. Ruhige Abendrituale in der immer gleichen Reihenfolge signalisieren Babys Gehirn und Körper: Loslassen, Entspannen, gleich ist Schlafenszeit.

8. Eine frühe Bettgehzeit

Viele Babys werden zu spät ins Bett gebracht. Dann sind sie meist schon übermüdet und überreizt. Dank vieler Stresshormone können sie weder gut ein- noch durchschlafen.

Eine altersgerechte frühe Bettgehzeit (meist zwischen 19-20 Uhr) hilft hier, ebenso wie ein nicht zu langer Abstand zum letzten Nickerchen.

9. Dösig, aber wach ablegen üben

Wenn du dein Kind immer nur schlafend ablegst, hat es keine Möglichkeit das alleine einschlafen zu üben.

Dies ist aber eine der wichtigsten Faktoren, um auch Schlafphasen-Wechsel in der Nacht alleine meistern zu können.

Warum das wichtig ist und wie das geht, erfährst du hier.

Nachts

10. Langweilige Nächte

Gestalte die Nächte so langweilig und ruhig wie es nur geht. Nicht sprechen, so wenig Interaktion wie möglich, nur gedimmtes Licht, Windel wechseln vermeiden (lieber eine teurere Marke kaufen für die Nächte oder eine Größe größer).

11. Dunkles Zimmer

Ein komplett abgedunkelter Raum kann enorm den Schlaf verbessern. Gerade im Sommer können die ersten Sommerstrahlen um 4-5 Uhr morgens für ein viel zu frühes Aufwachen sorgen. (→ Sarah’s Empfehlungen: Warum Babys im Dunkeln besser schlafen)

12. Abwarten, wenn Baby nachts Geräusche macht

Stürze nachts nicht bei jedem Geräusch sofort zu deinem Baby. Biete ihm auch nicht automatisch die Brust zum Weiterschlafen an.

Nicht selten werden Schlafgeräusche mit Wachgeräuschen verwechselt. Viele Babys wimmern, meckern, rudern oder weinen sogar im Schlaf bzw. im Übergang zwischen den Schlafphasen.

Gib deinem Baby die Chance seine Selbst-Beruhigungs-Fähigkeit zu üben und weiterzuschlafen.

13. Traumfütterung zu deiner Bettgehzeit

Kurz bevor du schlafen gehst, schleichst du zu deinem Baby und lässt es nochmal ordentlich trinken. Dies geschieht im Dunkeln und so ruhig wie möglich.

Danach legst du dein Kind schlafend zurück ins Bett. Mit etwas Glück hilft diese extra Fütterung, zwei Stunden mehr Schlaf am Stück abzubekommen.

Falls die Taktik aber zu einem völlig wachen Baby oder vermehrten Aufwachen nachts führt, solltest du sie natürlich weglassen. Achte dann umso mehr darauf, dass dein Baby zur letzten Mahlzeit vor dem Schlafen gehen hungrig ist und ordentlich trinkt.

14. Nächtliche Entwöhnung starten

Schon mit 3-4 Monaten Alter kannst du darauf achten, dass du nachts andere Beruhigungsmöglichkeiten als Stillen/Nuckeln einführst. So vermeidest du spätere Schlafprobleme und Dauernuckeln bzw. ‚Snacken‘ nachts.

Schnuller? Schunkeln? Streicheln? Tragen? Papa übernimmt die ersten Stunden der Nacht?

In Absprache mit dem Kinderarzt kannst du die nächtlichen Mahlzeiten gemäß dem Alter reduzieren. Und dann weiter bis zum Durchschlafen – natürlich im Einklang mit Babys Entwicklung und Bedürfnissen.

Hoffnungsblick

Die meisten Eltern, die Rat bei mir suchen, sind schon lange Zeit weit über ihre Belastungsgrenzen hinausgegangen. Dabei sollten wir immer daran denken, dass eine glückliche, emotional gesunde Mutter sehr wichtig für die emotionale Entwicklung des Kindes und für einen gesunden Bindungsaufbau ist.

Genauso sollte immer das Wohl der ganzen Familie (und der elterlichen Beziehung) im Blick behalten werden.

Mehr Schlaf bringt wirklich mehr Entspannung und Glücksgefühle für die ganze Familie!

Und deshalb ist es wichtig, dass du heute etwas tust, um Schlafproblemen Adé zu sagen.

Dazu möchte ich dir unseren kostenlosen Babyschlafkurs empfehlen. Dieser allein hat schon hunderten Familien gereicht, um wieder ruhigere Nächte und genug Schlaf zu bekommen.

Mit Hilfe von sanften und liebevollen Schritten könnt ihr hier bindungsorientiert an der Verbesserung eures Schlafs arbeiten.

Weitere Hilfestellungen

Mehr Infos und konkrete Tipps findest in meinen eBooks:

Hilfreiche Blog-Artikel:

Falls du lieber Videos anschaust und Dinge rund um dein Baby/Kleinkind gerne ganz genau nimmst, schau doch mal rein, ob unser Videokurs das Richtige für euch ist:

Ich wünsche Dir gute Nächte mit durchschlafenden Erfolg 😉

Dein Sarah