Wann und wie schläft mein Baby durch? – Alles rund um ‚Baby Durchschlafen‘

Sarah Babyschlafberaterin BABYSCHLAFBERATERIN SARAH MANN

Von wegen „Schlafen wie ein Baby“! Durchschlafen mit Baby will gelernt sein. Und dazu braucht es etwas Glück, Geduld und das richtige Wissen.

Wann und wie dein Baby durchschlafen lernt, erfährst du in diesem Artikel.

Drei Faktoren spielen dabei eine wichtige Rolle:

  1. Babys Alters- und Entwicklungsphase
  2. Individuelle Faktoren wie Babys Persönlichkeit
  3. Babys Fähigkeit, sich selbst zu beruhigen und alleine weiterschlafen zu können.

Wann und wie dein Baby nachts durchschläft und wie du ihm hilfst, altersgerecht gute Schlafgewohnheiten zu entwickeln, zeigen wir dir nun Schritt für Schritt, indem wir die fünf wichtigsten Fragen rund ums Durchschlafen beantworten.

Wie kann ein Baby durchschlafen lernen

1. Was bedeutet Durchschlafen?

Durchschlafen bei Babys wird zumeist als 6-8 Stunden Nachtschlaf am Stück definiert.

Das heißt im Klartext, dass Eltern, deren Babys offiziell 6 oder 8 Stunden durchschlafen noch für lange Zeit nicht ohne Aufwachen durch die komplette Nacht kommen werden. Babys haben nachts einen Schlafbedarf von etwa 10-12 Stunden plus einige Stunden Tagesschlaf. Schläft ein Baby nun um 19 Uhr ein, ist folglich auch bei einem guten Schläfer irgendwann nach 1 Uhr einmal Aufwachen mit Stillen/Füttern zu erwarten.

Kognitive Reife nötig

Es gibt einen breiten Konsens in der Forschung, dass ein gesundes Baby mit 6 Monaten theoretisch in der Lage ist, nachts ohne Mahlzeiten auszukommen und somit 6-8 Stundendurchzuschlafen. Dies hängt mit seiner Gehirnreife und der zunehmenden kognitiven Fähigkeit, sich selbst beruhigen zu können, zusammen. Die Praxis gestaltet sich wie so oft anders als die Theorie. Babys trinken nachts nicht nur aus Hunger, sondern auch aus Nähe-Bedürfnis, zur Beruhigung und aus Gewohnheit.

Laut aktuellen Umfragen schlafen selbst mit einem Jahr knapp 40% aller Babys noch nicht durch (hier definiert als 8 Stunden am Stück).

Partielle Aufwachphasen nachts

‚Durchschlafen‘ ist an sich eine irreführende Bezeichnung. Kein Mensch schläft wirklich durch. Zwischen den verschiedenen Schlafzyklen wachen Babys (genauso wie Erwachsene) regelmäßig minimal auf und schlafen im Idealfall direkt wieder ein. So wird gecheckt, dass keine Gefahr droht und alles in Ordnung ist.

Babys Schlafzyklen haben eine Dauer von 40-45 Min. Manche Babys mit Schlafproblemen wachen entsprechend alle 45 Min oder 1,5 Stunden auf und brauchen Hilfe zum Weiterschlafen.

Daraus folgt: Durchschlafenden Babys gelingt es, ohne elterliche Hilfe in die nächste Schlafphase zu gleiten.

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Was Inga zu diesem Kurs gesagt hat:

Man hört und liest ja viel über Schlaflernprogramme und Tipps zum Durch-und Einschlafen. Aber in dem Kurs erhält man jeden Tag einen Email mit einzelnen Schritten in die richtige Richtung. Trotzdem kann man alles ganz individuell auf sein Kind und die Familiensituation anpassen. Uns hat es sehr geholfen, nun endlich ein paar Std länger am Stück schlafen zu können. Auch das Einschlafen am Tag dauert max. 5 Min und Abends höchstens 30 Min. Vielen Dank für diesen Kurs!

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2. Wann schlafen Babys durch? – Altersgerechte Tipps und Tricks

Wann dein Baby beginnt durchzuschlafen, hängt mit folgenden Faktoren zusammen:

  • Alter, Gewicht und Entwicklungsphase
  • Persönlichkeit (anhänglich/sensibel/willensstark/aktiv oder gechillt/anpassungsfähig)
  • Gehirnreife, Fähigkeit sich selbst zu beruhigen, Emotionen zu regulieren („self soothing“)
  • Schlafsituation (Familienbett/Stillbaby/Flaschenbaby/eigenes Zimmer)
  • Individuelle Faktoren (z. B. Veränderungen wie Kita-Eingewöhnung/Umzug/neues Geschwisterchen; Krankheiten, Intensität von Zahnungsschmerzen)

Hier kommt nun eine Übersicht über Babys Schlafmuster je nach Altersstufe – und wann dein Baby durchzuschlafen beginnen könnte.

Wie erwähnt sind dabei die individuellen Unterschiede sehr groß: Von 6 Monate Alter bis zum Kindergartenalter ist alles möglich und ‚normal‘.

1 bis 6 Monate: Länger schlafen in der Nacht

Neugeborenes durchschlafen (0-1 Monate)

An Durchschlafen ist mit einem Neugeborenem natürlich nicht zu denken. Neugeborene benötigen 14-18 Stunden Schlaf. Da ihr Biorhythmus noch nicht sehr ausgeprägt ist, wird dieser Schlaf gerne in viele kleine Nickerchen verpackt und wild über Tag und Nacht verteilt. Häufige und längere Wachphasen in der Nacht sind also zu Beginn der Normalfall.

Das Schlafverhalten hängt bei kleinen Babys sehr eng mit ihrem Nahrungsbedarf zusammen. Neugeborene müssen alle 1-3 Stunden gestillt bzw. alle 2-4 Stunden mit dem Fläschchen gefüttert werden. Viele Neugeborene schlafen deshalb selten mehr als 2-3 Stunden am Stück. Es gibt allerdings auch kleine Siebenschläfer, die alle 3-4 Stunden zum Stillen/Füttern geweckt werden müssen.

Tipp: Hilf deinem Neugeborenen Tag und Nacht zu unterscheiden, indem du die Tage bewusst hell und aktiv und die Nächte dunkel und ruhig gestaltest. Wachphasen zwischen den Nickerchen tagsüber sollten nicht länger als 30-90 Min sein. Ab 6-8 Wochen Alter ist es sinnvoll, Nickerchen am Tag auf 2 Stunden zu begrenzen. So hebt ihr euch die langen Schlafphasen für nachts auf.

Baby durchschlafen 2 Monate

Ein 2-3 Monate altes Baby kann mit etwas Glück bereits 5-6-stündige Schlafphasen schaffen. 1-3 Fütterungen nachts sollten beibehalten werden.

Tipp: In den ersten Monaten schafft dein Baby keinen festen Tagesablauf mit einer festen Anzahl oder Länge von Nickerchen. Achte stattdessen darauf, dass dein Baby nicht übermüdet. Die Wachphasen tagsüber sollten 1-2 Stunden nicht überschreiten. Eine friedliche Bettgehzeitroutine hilft nachweislich Babys Schlaf zu verbessern. (Mehr über Bettgehzeitroutinen in unserem Babyschlafkurs.)

Baby durchschlafen 3-5 Monate

Ab 3 Monaten beginnen viele Babys länger am Stück zu schlafen. Mit 5 Monaten kann dein Baby unter Umständen schon 5-8 Stunden am Stück schlafen, was der offiziellen Definition von Durchschlafen für ein Baby entspricht. 😉

Gründe hierfür sind:

  • Weniger nächtliche Mahlzeiten. Babys Magen wächst und damit auch die Fähigkeit mehr zu trinken und länger zwischen den Mahlzeiten satt zu bleiben (3-4 Stunden).
  • Verschwinden des Moro-Reflexes zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat (reflexhaftes Zusammenzucken, das gerne den Schlaf stört).
  • Selbst-Beruhigungs-Fähigkeit entwickelt sich. Ab etwa 4 Monaten wächst Babys Fähigkeit Emotionen mehr zu regulieren und sich „selbst zu beruhigen“. Die meisten Babys brauchen hier allerdings noch Hilfestellung, bis sie mindestens 6 Monate, in manchen Fällen auch 12 Monate alt sind.

Die Schlafzyklen deines Babys verändern sich mit zunehmendem Alter. Ab 3-4 Monaten beginnt dein Baby damit, dieselben Schlafphasen wie ein Erwachsener zu durchlaufen. Leider wachen manche guten Schläfer nun wieder häufiger auf (s. auch 4-Monats-Schlafregression).

Tipp: Du kannst von klein auf das eigenständige Einschlafen üben, indem du dein Baby ab und zu dösig, aber wach ins Bettchen legst. Die Bettgehzeit darf nun deutlich noch vorne rutschen (19-21 Uhr). Eine feste Bettgehzeit und Aufwachzeit geben eurem Tag einen hilfreichen Rahmen. Wachphasen sollten nicht länger als 1,5-2,5 Stunden sein.

Lies dazu auch: Ab wann und wie Babys alleine einschlafen lernen – Der ultimative Guide vom Babyschlaf-Profi

6-12 Monate: Wenn dein Baby durchschlafen beginnen könnte

Baby durchschlafen 6-7 Monate

Mit 6 Monaten schaffen es etwa 60% der Babys, 6 Stunden am Stück durchzuschlafen. Das heißt allerdings, dass einmal Aufwachen immer noch der Regelfall ist (meist verbunden mit einer Mahlzeit). Etliche Babys denken noch lange nicht ans Durchschlafen. Sie wachen weiterhin mehrere Male pro Nacht auf. (Lass dich hier nicht unter Druck setzen. Solange ihr beide gut damit zurechtkommt, ist alles wunderbar.)

Babys Gewicht ist nun so groß und sein Gehirn so weit gereift, dass es theoretisch die meiste Zeit der Nacht durchschlafen könnte. Die Fähigkeit sich ‚selbst zu beruhigen‘ ist ebenfalls weiter ausgereift. Diese hilft bei den partiellen Aufwachphasen nachts, nicht komplett wach zu werden, sondern friedlich in den nächsten Schlafzyklus gleiten zu können.

Weitere hilfreiche Informationen über dieses Alter findest Du hier: Baby 6 Monate: Schlafbedarf, Wachphasen und Schlafprobleme

Tipp: Guter Tagesschlaf ist wichtig für guten Nachtschlaf. 3 (evtl. 4) Nickerchen helfen deinem Baby, abends nicht vor Übermüdung zu weinen und überreizt in die Nacht zu starten. Die Wachphasen tagsüber sollten auf 1,5-3 Stunden begrenzt werden. Der Gesamtschlaf in 24 Stunden sollte bei 14-15 Stunden liegen. Ab 6 Monaten könnte das Schlafen im eigenen Bett und im eigenen Zimmer evtl. den Schlaf verbessern.

Falls die Nächte immer noch sehr anstrengend sind, gilt das Alter von 6-7 Monaten als ideales Alter für ein bindungsorientiertes Schlafcoaching.

Wie du Babys Biorhythmus unterstützen und deinem Baby beim durchschlafen lernen helfen kannst, erfährst du in meinem Babyschlafkurs.

Baby durchschlafen 8-12 Monate

Spätestens mit 8 Monaten werden Babys immer aktiver. Robben, sitzen, krabbeln, hochziehen. Die Entwicklung läuft mitunter rasant ab. Manch ein Baby macht die neu gewonnene Mobilität müde und es beginnt noch mehr Stunden am Stück nachts durchzuschlafen.

Weil Babys Gehirn auf Hochtouren läuft, lässt sich auch der gegenläufigen Effekt beobachten. Im Schlaf werden die neu-gelernten Fähigkeiten weiter verarbeitet. Entsprechend wird der Schlaf in der zweiten Jahreshälfte mitunter sogar wieder unruhiger als zuvor.

Ab 9-10 Monaten kannst du davon ausgehen, dass dein Baby 6-12 Stunden Nachtschlaf ohne hungrig zu sein schafft oder schaffen könnte. Falls dein Baby noch nicht durchschläft, hat dies nun sehr viel mit den bisher etablieren Schlafgewohnheiten zu tun. Hier ist (falls gewünscht/nötig) mit gutem Gewissen eine Umgewöhnung möglich.

Baby 1 Jahr durchschlafen

Etwa 2/3 aller Babys schläft mit 12 Monaten durch. 1/3 allerdings auch immer noch nicht!

Jedes vierte 2-jährige und jedes sechste 3-jährige Kind wacht nachts weiterhin auf (25% und 16%).

Wann also wirklich das Thema ‚Durchschlafen Baby‘ gemeistert ist, gestaltet sich sehr unterschiedlich. Studien zufolge lässt sich mit 3 Monaten schon sehr gut das Schlafverhalten mit 12 Monaten voraussagen. Sowohl kindliche Faktoren (insbesondere ein hoher Level an ruhigen Schlaf von Geburt an) als auch das elterliche Verhalten nachts sind die ausschlaggebenden Faktoren.

Tipp: Hast du einen zuckersüßen, aber leider schlechten Schläfer erwischt, lohnt es sich somit frühzeitig die Weichen für besseren Babyschlaf zu stellen. Das geht am besten im Einklang mit Babys Biorhythmus und Bedürfnissen. Genau das lernst du Schritt für Schritt in meinem Babyschlafkurs.

3. Wie kann ein Baby durchschlafen lernen? – Tricks und Strategien

Du hast wesentlich mehr Einfluss auf die Schlafgewohnheiten deines Kindes, als du vielleicht denkst. Und du musst nicht Monate oder sogar Jahre mit Schlafentzug überleben, bevor du deinen kleinen Schatz zu besserem Schlafverhalten verhilfst.

Tagsüber/Allgemein

  • Kalorienzufuhr tagsüber sicherstellen. Dein Baby wird nachts besser schlafen können, wenn es tagsüber den Großteil seiner Kalorien zu sich nimmt. Darüber hinaus kann ein gewisser Rhythmus helfen, um sicherzugehen, dass Stillbabys (ab 2-3 Monaten) nicht nur ‚snacken‘. Ziel sollte sein, dass sie kräftig trinken und dabei nicht nur die Vormilch, sondern auch die sahnige Nachmilch abbekommen – und somit länger satt sind. Stillbabys sollten alle 2-3 Stunden gestillt werden. Fläschenbabys sollten alle 3-4 Stunden gefüttert werden. Mit der Beikost-Einführung ab ca. 5-7 Monaten werden Still-/Fläschchen-Mahlzeiten langsam weniger.
  • Beikost nicht zu früh einführen. Studien bestätigen nicht den alten ‚Rat‘, dem Kind endlich mal einen Brei oder ein gescheites Fläschchen zu geben. Zu frühe Beikost-Einführung ist weder gesund noch empfehlenswert.
  • Flexible Tagesroutine einführen. Ein fester Tagesablauf bringt dir und deinem Baby Sicherheit und Orientierung im Tagesverlauf. Babys Körper kann sich nun auf feste Schlafens- und Wachzeiten einstellen. Entsprechend werden zur rechten Zeit Schlafhormone ausgeschüttet. Ein weiteres Plus: Du kannst rechtzeitig auf Müdigkeitssignale achten und lässt dein Kind nicht ungewollt übermüden. Das sorgt für besseren Schlaf tagsüber und nachts.
  • Einschlafstillen/-nuckeln vermeiden. Versuche im ersten Lebensjahr deines Kindes Alternativen zum Einschlafen an der Brust (oder mit Fläschchen im Mund) zu finden. Diese Einschlafassoziation ist zum einen die häufigste und zum anderen mit am schwierigsten abzugewöhnen. ( Wichtige Infos zum Einschlafstillen)
  • Nicht frieren, nicht schwitzen. Das Zimmer sollte eher kühl sein, Überwärmung vermieden werden. Zwischen den Schulterblättern kannst du gut checken (wenn dein Baby aufwacht), ob es ihm zu kalt oder warm ist. Manchmal hilft schon eine Schicht mehr oder weniger, um unruhigen Schlaf in den frühen Morgenstunden zu verbessern.
  • Schlafsituation überdenken. Trotz aller derzeitigen Trends hat ein Familienbett viel Für und Wider. Tatsächlich schlafen viele Babys in einem eigenen Bettchen (und evtl. sogar im eigenen Zimmer ab 6 Monaten) um einiges besser. Manchmal sorgt die Nähe für zusätzliche Unruhe und Studien zufolge auch zu mehr Aufwachzeiten nachts. Evtl. wäre es auch eine Idee, mehr Abstand im Elternschlafzimmer zu schaffen. Z.B. könnte dein Kind in ein Bettchen oder auf eine sichere Matratze in der Ecke eures Schlafzimmers gelegt werden. Realismus statt Idealismus tut hier mitunter gut: Wenn keiner mehr schläft, ist keinem geholfen.

Abends

  • Eine friedliche Bettgehzeitroutine. Babys lieben Rituale. Eine Bettgehzeitroutine hilft nachweislich dabei, das Einschlafen und Durchschlafen bei Babys zu verbessern. Ruhige Abendrituale in der immer gleichen Reihenfolge signalisieren Babys Gehirn und Körper: Loslassen, Entspannen, gleich ist Schlafenszeit.
  • Eine frühe Bettgehzeit. Viele Babys werden zu spät ins Bett gebracht. Dann sind sie meist schon übermüdet und überreizt. Dank vieler Stresshormone können sie weder gut ein- noch durchschlafen. Ein altersgerechte frühe Bettgehzeit (meist zwischen 19-20 Uhr) hilft hier, ebenso wie ein nicht zu langer Abstand zum letzten Nickerchen.
  • Dösig, aber wach ablegen üben. Wenn du dein Kind immer nur schlafend ablegst, hat es keine Möglichkeit das alleine einschlafen zu üben. Dies ist aber eine der wichtigsten Faktoren, um auch Schlafphasen-Wechsel in der Nacht alleine meistern zu können. Warum das wichtig ist und wie das geht, erfährst du hier.

Nachts

  • Langweilige Nächte. Gestalte die Nächte so langweilig und ruhig wie es nur geht. Nicht sprechen, so wenig Interaktion wie möglich, nur gedimmtes Licht, Windel wechseln vermeiden (lieber eine teurere Marke kaufen für die Nächte oder eine Größe größer).
  • Dunkles Zimmer. Ein komplett abgedunkelter Raum kann enorm den Schlaf verbessern. Gerade im Sommer können die ersten Sommerstrahlen um 4-5 Uhr morgens für ein viel zu frühes Aufwachen sorgen.
  • Abwarten, wenn Baby nachts Geräusche macht. Stürze nachts nicht bei jedem Geräusch sofort zu deinem Baby. Biete ihm auch nicht automatisch die Brust zum Weiterschlafen an. Nicht selten werden Schlafgeräusche mit Wachgeräuschen verwechselt. Viele Babys wimmern, meckern, rudern oder weinen sogar im Schlaf bzw. im Übergang zwischen den Schlafphasen. Gib deinem Baby die Chance seine Selbst-Beruhigungs-Fähigkeit zu üben und weiterzuschlafen.
  • Traumfütterung zu deiner Bettgehzeit. Kurz bevor du schlafen gehst, schleichst du zu deinem Baby und lässt es nochmal ordentlich trinken. Dies geschieht im Dunkeln und so ruhig wie möglich. Danach legst du dein Kind schlafend zurück ins Bett. Mit etwas Glück hilft diese extra Fütterung, zwei Stunden mehr Schlaf am Stück abzubekommen. Falls die Taktik aber zu einem völlig wachen Baby oder vermehrten Aufwachen nachts führt, solltest du sie natürlich weglassen. Achte dann umso mehr darauf, dass dein Baby zur letzten Mahlzeit vor dem Schlafen gehen hungrig ist und ordentlich trinkt.
  • Nächtliche Entwöhnung starten. Schon mit 3-4 Monaten Alter kannst du darauf achten, dass du nachts andere Beruhigungsmöglichkeiten als Stillen/Nuckeln einführst. So vermeidest du spätere Schlafprobleme und Dauernuckeln bzw. ‚Snacken‘ nachts. Schnuller? Schunkeln? Streicheln? Tragen? Papa übernimmt die ersten Stunden der Nacht? In Absprache mit dem Kinderarzt kannst du die nächtlichen Mahlzeiten gemäß des Alters reduzieren. Und dann weiter bis zum Durchschlafen – natürlich im Einklang mit Babys Entwicklung und Bedürfnissen.

4. Nächtliche Entwöhnung und Durchschlafen

Durchschlafen und nächtliche Entwöhnung hängen bei einem Baby und Kleinkind eng zusammen.

Sprich mit deinem Kinderarzt, ob dein Kind alters- und entwicklungsgemäß soweit ist, nachts ohne oder mit nur einer Mahlzeit klarzukommen. Tendenziell können gesunde Babys spätestens ab 6 Monaten problemlos mit einer Mahlzeit und Baby ab 9-12 Monaten ohne Mahlzeit nachts auskommen. Um Baby sanft nachts zu entwöhnen, sind folgende Schritte möglich und nötig:

  • Mahlzeiten immer mehr nach hinten schieben (15-30 Min pro Nacht bei jeder Mahlzeit) und andere Beruhigungsmethoden finden.
  • Mahlzeiten nicht verschieben, aber reduzieren (z.B. pro Nacht bei jeder Mahlzeit 1 Min kürzer stillen oder 30ml weniger ins Fläschchen geben).
  • Kombiniere beide Methoden.
  • Nur noch ein paar Schlucke Wasser statt Milch anbieten (ab 1 Jahr).
  • „Cold turkey“ – alle Mahlzeiten weglassen. Nur empfehlenswert bei Kindern, die selten aufwachen und wenig trinken nachts.
  • Warte etwas ab, wenn dein Baby nachts Geräusche von sich gibt, bevor du reagierst.

Mehr Tipps zur nächtlichen Entwöhnung von der Brust findest du hier.

Alles rund ums häufige nächtliche Aufwachen.

Verschiedene Methoden und bindungsorientierte, sanfte Tipps zur Vorbereitung findest du in meinem SchlummerKönig-Videokurs.

5. Warum schläft mein Baby nicht durch?

Vielerlei Gründe können dein Baby davon abhalten, nicht durchzuschlafen.

Dazu gehören:

  • Schlafregressionen. Wenn ein guter Schläfer plötzlich wieder häufig aufwacht und Nickerchen verweigert, dann kämpft ihr vermutlich mit einer (hoffentlich) vorübergehenden Schlafregression. Der Klassiker ist die 4-Monats-Schlafregression, aber auch in vielen anderen Altersstufen kann es Rückschritte im Schlafverhalten geben.
  • Entwicklungsschübe, neue Mobilität, viel zu viel entdecken. Babys Gehirn arbeitet auch in der Nacht auf Hochtouren. Das kann den Schlaf gewaltig stören. Gerade Babys, die immer mobiler werden, üben dies gerne auch in ihrem Bettchen. Baby sitzt oder steht im Bett statt zu schlafen? Du weißt, was ich meine (ein typisches Verhalten bei Baby zwischen 8 Monaten und 10 Monaten.)
  • Krankheiten und Zahnungsschmerzen. Schnupfen und Infekte können dein Baby wach halten. Manchmal sind auch unentdeckte Mittelohrentzündungen der Übeltäter. Der Klassiker sind sicherlich die lieben Zähne, die sich ihren Weg durchs Zahnfleisch bohren (autsch).
  • Medizinisch definierte Schlafstörungen (sehr selten). Schnarchen, Atemaussetzer und Mundatmung im Schlaf sind Warnsignale. Bei Zweifeln ab zum Kinderarzt.
  • Unfähigkeit, die verschiedenen Schlafzyklen miteinander zu verbinden (Du erinnerst dich? Die bereits erwähnte „Selbst-Beruhigungs-Fähigkeit“. In meinem Babyschlafkurs erfährst du, wie du deinem Kind helfen kannst.)
  • Schlafgewohnheiten, die nicht wirklich helfen (Dauernuckeln, Pezziball, Tragen etc.). Versuche, dein Baby nicht schlafend abzulegen, sondern das alleine einschlafen zu üben.
  • Keine ideale Schlafumgebung. Vielleicht ist deinem Baby zu heiß oder kalt, das Zimmer ist nicht abgedunkelt oder Geräusche von außen stören.
  • Chaotischer Tagesablauf. Kinder lieben Rituale und halbwegs feste Zeiten. Eine feste Tagesroutine (ab 5-6 Monaten möglich) und eine friedliche Bettgehzeitroutine können Babys Nachtschlaf enorm verbessern.
  • Übermüdung. Zu wenig Tagesschlaf und eine zu späte Bettgehzeit erschweren das Ein- und Durchschlafen enorm. Übermüdung und Überreizung sind zwei der größten Feinde vom Durchschlafen. (→ 5 wirksame Schritte, um die Bettgehzeit deines Babys nach vorne zu verlegen (inkl. Übersicht ideale Bettgehzeiten & Länge der Wachphasen))

Baby Durchschlafen – Erfahrungen einer Schlafberaterin

Eines Tages schlafen sie alle durch! Hier braucht es Geduld und auch etwas Glück. Und natürlich kann man – so man will – einiges für den besseren Schlaf unserer kleinen Schätze tun.

Was ist normal?

Angeblich flunkern Eltern ganz gewaltig, wenn es ums Durchschlafen ihrer Babys geht. Dabei ist schon mit wenigen Monaten jede Durchschlaf-Situation möglich: Die ganze Nacht durchschlafen bis hin zu ständigem Aufwachen. Ich habe sowohl von Babys gehört, die ab 3 Monaten angefangen haben die meiste Zeit der Nacht durchzuschlafen (genau genommen von nur vier Baby insgesamt! Aber es gibt sie!), als auch von Kleinkindern von 2 oder 3 Jahren, die immer noch mehrmals pro Nacht aufwachen. Meiner Erfahrung nach sind die Unterschiede wirklich sehr groß und man sollte sich nicht unnötig Druck machen lassen.

Als sanfte Schlafberaterin begegnen mir natürlich insbesondere Fälle, in denen das Baby alle 1-2 Stunden oder sogar noch häufiger nachts aufwacht. (Meine eigenen Kinder fielen ebenfalls in diese Kategorie. Es ist wahnsinnig anstrengend. Beim ersten haben wir das bis 1,5 Jahre mitgemacht, bei den anderen bewusst früher auf die Verbesserung des Schlafes geachtet.)

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Wann sollte etwas getan werden?

Wichtig ist, dass ihr selbst mit eurer Schlafsituation zufrieden seid oder sie zumindest gut ertragen könnt. Wenn Mama allerdings zu erschöpft ist, um normal funktionieren zu können, häufig weint oder ungeduldig mit dem Baby wird, ist das ein Alarmsignal.

Eine glückliche, emotional gesunde Mutter ist sehr wichtig für die emotionale Entwicklung des Kindes – und für einen gesunden Bindungsaufbau.

Die meisten Eltern, die Rat bei mir suchen, sind schon lange Zeit weit über ihre Belastungsgrenzen hinausgegangen. Schlafmangel triggert massiv mütterliche Depressionen. Hier sollte also immer das gesamte Wohl der Familie im Auge behalten werden und rechtzeitig gehandelt werden.

Mehr Schlaf bringt wirklich mehr Entspannung und Glücksgefühle für die ganze Familie!

Wer ist schuld am schlechten Schlaf?

Häufig begegnen mir Mamas, die sich Selbstvorwürfe wegen des schlechten Schlafs ihres Baby machen. Das ist unnötig und nicht hilfreich!

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die ersten Monate mit Baby sehr herausfordernd sein können. Man tut, was man kann, um zu überleben. Soll heißen, Dinge wie ständiges Stillen oder Tragen sind manchmal nur schwer zu vermeiden, insbesondere bei Babys, die viel schreien, zu früh geboren wurden oder sehr unruhig sind. In der Beratung begegnen mir gerade solche Kinder öfters. Neben Schreibabys haben meiner Erfahrung nach insbesondere sensible, aktive, willensstarke und sprachlich oder motorischungewöhnlich schnelle Kinder Probleme mit dem Durchschlafen.

Durchschlafen Baby – Gehirnreife und Persönlichkeit spielen große Rolle

Man kann also durchaus erkennen, dass Babys, die im ersten halben Jahr Schlafprobleme hatten, diese gerne weiterschleppen. Noch mehr als das elterliche Verhalten scheint mir die Persönlichkeit des Kindes, die Gehirnreife und die Fähigkeit, Emotionen zu regulieren und Reize zu verarbeiten entscheidend dafür zu sein, wie sich der Schlaf in den ersten Monaten – und dann darüber hinaus – entwickelt.

Hoffnungsblick

Die gute Nachricht: Auch wenn die ersten Monate holprig und anstrengend sind oder waren, spätestens mit 4-6 Monaten hat sich die Lage zumeist soweit eingependelt, dass man nun sanft und liebevoll an der Verbesserung des Schlafverhaltens arbeiten kann.

Mehr Infos und konkrete Tipps findest in meinen eBooks:

Hilfreiche Blog-Artikel:

Falls du lieber Videos anschaust und Dinge rund um dein Baby/Kleinkind gerne ganz genau nimmst, schau doch mal rein, ob unser Videokurs das Richtige für euch ist:

Ich wünsche Dir gute Nächte mit durchschlafenden Erfolg 😉

Dein Sarah