Dein Baby schläft unruhig? 7 Tipps für gute Nächte

Sarah Babyschlafberaterin
Sarah Mann
Zertifzierte Babyschlafberaterin und Großfamilien-Mama Certified Consultant
Zuletzt aktualisiert: 24.1.2024

Babys schlafen nicht immer so, wie wir uns das vorstellen. Manchmal sind sie nachts unruhig, wachen auf oder teilen uns lautstark ihre Unzufriedenheit mit.

Doch woran liegt das und – was genauso wichtig ist – wie können wir ihnen helfen, dass sie besser schlafen?

Dein Baby schläft unruhig? In diesem Artikel schreibt Sarah Mann, zertifizierte Babyschlafberaterin und Mutter von sechs Kindern, über die 7 häufigsten Gründe für unruhigen Schlaf bei Babys und was du dagegen tun kannst.

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Baby Schlaf unruhig

 

Sieben häufige Gründe

Jedes Baby ist anders und jede Situation verschieden. Vielleicht stört dein Baby etwas und vielleicht durchläuft es nur eine ganz normale, altersgerechte Phase oder Entwicklung. Die Gründe können ganz unterschiedlich sein.

Erfahre im Folgenden die sieben häufigsten Gründe für unruhigen Schlaf bei Babys:

1. Dein Baby hat Hunger

Ein häufiger Grund, warum Babys unruhig schlafen, ist tatsächlich Hunger. Sie haben vielleicht nicht genug gegessen oder ihr Magen ist seit der letzten Mahlzeit schon wieder leer.

Wenn dein Baby also unruhig schläft, prüfe ob du es vielleicht nochmal füttern solltest.

2. Deinem Baby ist zu warm oder zu kalt

Ein weiterer Grund, warum dein Baby unruhig schlafen könnte, ist, dass die Temperatur in seinem Zimmer unangenehm ist (die ideale Temperatur liegt bei 16-20 Grad). Wenn es zu warm oder zu kalt ist, wird es schwieriger für dein Baby, sich zu entspannen und einzuschlafen.

Das bedeutet nicht, dass du das Thermostat auf genau die richtige Temperatur einstellen musst. Aber du solltest versuchen, den Raum, seine Kleidung und seinen Schlafsack so komfortabel wie möglich zu halten. Wenn es draußen sehr heiß ist, kann es hilfreich sein, das Schlafzimmerfenster offen zu lassen. Im Winter solltest du darauf achten, dass der Raum nicht zu kalt ist (und dein Baby aber auch nicht zu dick angezogen ist).

Wenn du unsicher bist, ob die Temperatur im Zimmer deines Babys angenehm ist, kannst du einfach in seinem Nacken fühlen. Wenn es sich kalt anfühlt oder verschwitzt, solltest du etwas verändern.

Eine passende Schlafumgebung für guten Babyschlaf

Generell ist es für einen guten Babyschlaf wichtig, dass die Schlafumgebung ruhig und entspannt ist. Das Kind sollte sich in seinem Bett wohlfühlen und ungestört schlafen können.

Achte daher bei der Einrichtung des Kinderzimmers darauf, dass möglichst keine störenden Geräusche oder Helligkeiten vorhanden sind. Auch manches Spielzeug im Zimmer kann die Ruhe stören und sollte daher entfernt werden.

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3. Dein Baby zahnt oder hat andere Schmerzen

Auch Schmerzen können ein Grund dafür sein, dass dein Baby unruhig schläft.

Vor allem durchbrechende Zähne können für Babys sehr unangenehm werden und somit auch ihren Schlaf entscheidend beeinflussen.

Mögliche Anzeichen, die auf das Zahnen hinweisen können:

  • Kauen auf der Hand oder auf anderen Gegenständen
  • generelle Unruhe
  • Sabbern
  • Weniger essen also sonst
  • Durchfall
  • verstärkter Wunsch nach Körperkontakt und Nähe
  • Fieber

Helfen kann hier ein Beißring (evtl. gekühlt), ein kalter nasser Waschlappen, Zahnungsgel oder wenn es sehr schmerzhaft ist auch mal ein leichtes Schmerzmittel.

Auch andere Schmerzen wie Bauchweh, Koliken oder auch eine Erkältung können die Ursache für unruhigen Schlaf sein. Such hier gegebenenfalls deinen Arzt oder einen Heilpraktiker auf, um die genaue Ursache herauszufinden.

4. Dein Baby war vielen Reizen ausgesetzt

Vielleicht schläft dein Baby nicht ruhig, weil es zu vielen Reizen ausgesetzt war. Wenn Babys den ganzen Tag lang beschäftigt waren und viel Input bekommen haben, ist es normal, dass sie abends etwas länger brauchen, um zur Ruhe zu kommen.

Hier spielt natürlich auch die Persönlichkeit des Kindes eine große Rolle. Für manche Babys kann es zum Beispiel sehr aufregend sein, wenn fremde Menschen zu Besuch waren.

Versuche daher, deinem Baby vor allem am Abend etwas Zeit zum Entspannen zu geben und es nicht mit zu viel Reizen zu überfordern.

5. Das Baby hat kein Einschlafritual

Die Art und Weise des Einschlafens ist für Babys und Kleinkind ein wichtiger Faktor für guten Schlaf. Schläft dein Kind also unruhig, solltest du überprüfen, ob das Einschlafen ruhig und friedlich abläuft.

Um dies zu erreichen ist es sehr hilfreich, ein Einschlafritual zu entwickeln. Durch das Ritual wird dem Baby signalisiert, dass die Zeit zum Schlafen gekommen ist, und damit wird es schneller zur Ruhe kommen.

„Ritual“ bedeutet natürlich, dass es im Normalfall ein paar Tage dauern kann, bis sich dein Kind daran gewöhnt.

Achte unbedingt darauf, dass dein Baby zum Zeitpunkt es Ins-Bett-bringens nicht übermüdet ist. Der beste Zeitpunkt ist, es schlummernd hinzulegen.

Das Einschlafritual sollte entspannend sein und dem Baby helfen, sich auf die Nachtruhe vorzubereiten.

Es kann beispielsweise folgendermaßen aussehen:

  • Das Baby wird gebadet und anschließend in sein Bettchen gelegt.
  • Eine beruhigende Geschichte wird vorgelesen oder ein sanftes Lied gesungen.
  • Das Baby wird liebevoll gestreichelt und gekuschelt, bis es (am besten im Beistellbett oder im eigenen Bett) eingeschlafen ist.

6. Dein Baby ist in einer REM-Schlafphase

Wusstest du, dass Babys etwa die Hälfte von seinem Schlaf in einer so genannten REM-Schlafphase verbringt?

REM-Schlaf ist für Babys und Kinder besonders wichtig. In dieser Schlafphase träumen sie, verarbeiten die Eindrücke des Tages und stärken ihr Immunsystem.

Die REM-Schlafphasen dauern in der Regel zwischen 10 und 30 Minuten und oftmals sind Babys in dieser Phase sehr unruhig oder machen sogar im Schlaf die Augen auf. Das ist ganz normal und liegt an den Träumen, die sie in dieser Phase haben.

Achte also nicht zu sehr darauf und lasse dein Baby ruhig weiterschlafen. Es gehört zu einer normalen und gesunden Entwicklung deines Kindes.

Der REM-Schlaf nimmt proportional ab, wenn Kinder älter werden.

Oftmals passiert es übrigens auch, dass dein Kind nachts aufwacht, weil es von einer Schlafphase in die andere wechselt.

(→ 10 Gründe, warum dein Baby immer wieder aufwacht (+ 12 Lösungen))

7. Dein Baby befindet sich in einer Schlafregression

Schlafregressionen sind völlig normale und zeitlich begrenzte Rückwärtsschritte in Sachen Schlaf, die jedes Baby durchmacht. Und unruhiger Schlaf ist in den meisten Fällen ein typischer Nebeneffekt.

Insofern ist es es also gut möglich, dass sich dein Baby gerade in einer solchen Schlafregression befindet.

ֽֽAber keine Sorge, diese Phasen sind ganz normal und gehen meistens von alleine wieder vorbei.

In der Zwischenzeit gibt es aber einige Dinge, die du tun kannst, um deinem Baby (und dir selbst) zu helfen.

Wie Du eine Schlafregression erkennst und was du in dieser Phase am besten tust, erfährst du unter „Schlafregression – Dein Baby schläft plötzlich schlecht?

Weitere Tipps für guten Schlaf

Pucke Dein Baby

Dein Baby schläft unruhig und wälzt sich hin und her? Hier kann es gut helfen, wenn du dein Babys puckst.

Beim Pucken wird das Baby in ein Tuch eingewickelt, so dass es eine ähnliche Enge erlebt, die es auch aus der Gebärmutter kennt. Dadurch fühlen sich viele Babys vertraut und geborgen.

Vor allem wenn dein Baby generell eher unruhig ist und sich schlecht beruhigen oder ablegen lässt, kann Pucken einiges bewirken.

Es hilft auch dabei, dass es nachts nicht so häufig aus dem Schlaf aufschreckt (Moro-Reflex).

Mehr dazu: Baby pucken: Anleitung, Antworten und Expertentipps

Weißes Rauschen

Ruhe ist für Babys und Kleinkinder extrem wichtig, damit sie sich gut entspannen und schlafen können. Um das Schlafen zu erleichtern und die Nachtruhe zu fördern, kannst du deinem Baby monotone Geräusche vorspielen oder weißes Rauschen hören lassen. Diese Geräusche erinnern dein Baby an die Geräuschkulisse im Mutterleib.

Darüberhinaus unterbinden sie andere störende Laute, die das Baby wachhalten könnten, und helfen ihm so, sich besser zu entspannen und einzuschlafen.

Mehr dazu: Sanfte Klänge für süße Träume – wie eine Soundmaschine Babys Schlaf verbessern kann

Vermeide Smartphones, Tablet und Co. für dein Baby

Eine Studie hat ergeben, dass mehr als die Hälfte aller Eltern von Babys zwischen sechs und elf Monaten Smartphones und Tablets bei ihren Kleinen in irgendeiner Form einsetzen.

Außerdem wurde nachgewiesen, dass diese Bildschrimzeit den Schlaf negativ beeinflusst.

Wenn also dein Kind unruhig schläft, solltest du sehr darauf achten, es (vor allem 2 Stunden vor dem Schlafengehen) keinen Bildschirmen auszusetzen. Das kann nachgewiesen zu besserem und ruhigerem Schlaf führen.

Kinder sind sehr sensibel

Wenn Kinder unruhig schlafen, kann es auch daran liegen, dass sie sensibel für die aktuelle (familiäre) Situation sind.

Wenn Dein Baby oder Kleinkind zum Beispiel gerade an eine Tagesmutter oder die KiTa eingewöhnt wird, muss es dementsprechend eine Menge verarbeiten.

Oder es gibt gerade viel Stress oder Unsicherheit in der Familie. Dies können unsere kleinen Schätze an unserem Verhalten oder unseren Emotionen spüren, was sich dann häufig auf ihren Schlaf überträgt (wir selbst schlafen auch unruhig, wenn uns etwas stark beschäftigt).

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Dein Baby schläft unruhig und du brauchst eine Auszeit?

Dies zeigt uns, dass wir natürlich auch auf uns schauen dürfen. Denn man kann es auch auf diese Weise betrachten: Wenn es Mama und Papa gut geht, fühlt sich Babylein auch geborgen und sicher.

Glückliche, zufriedene und ausgeglichene Eltern sind eines der größten Geschenke, die wir unseren Kindern machen können. Und ja, ich weiß nur zu gut, dass das nicht immer möglich ist. Gerade dann, wenn unsere Babys die Nacht zum Tag machen.

(Glaub mir, ich könnte ein Lied davon singen!)

Doch es soll zeigen, dass es auch hin und wieder wichtig ist, dass wir mal etwas Ruhe und Entspannung brauchen. Insofern, wenn du spürst, du brauchst unbedingt eine Pause, suche dir Hilfe bei deinem Partner, deinen Freunden oder in deiner Familie. Vielleicht gibt es jemanden, der dir ab und zu hilft und zum Beispiel mit deinem Baby eine (große) Runde spazieren geht und du holst etwas Schlaf nach.

Nicht zuletzt möchte ich dir unbedingt unseren kostenlosen Babyschlafkurs empfehlen. Mit diesem konnten schon viele, viele Eltern den Schlaf ihres kleinen Schatzes – und damit auch ihren eigenen – entscheidend verbessern.