Dein Baby schläft tagsüber nicht, zu kurz oder nur 30 Min?

Sarah Mann·18 Minuten Lesezeit

Lässt sich dein Baby nur mit langer, liebevoller Überzeugungsarbeit zu 30 Minuten Schlaf überreden? Oder hast du sogar einen kleinen Spezialisten, der tagsüber überhaupt nicht schlafen will?

baby schläft tagsüber nicht — Dein Baby schläft tagsüber nicht, zu kurz oder nur 30 Min?

Die Folge ist meistens ein knatschiges Baby. Es ist müde, unausgeglichen, quengelt schnell und weint. Und beim nächsten Schlaf-Versuch kämpft es mindestens genauso stark gegen das Einschlafen.

Kein schöner Zustand, für alle Beteiligten.

Das Gute vorweg: Kurze Nickerchen haben fast immer eine erklärbare Ursache, und du kannst behutsam etwas daran verändern, ganz ohne Druck und ohne dein Baby allein zu lassen.

In diesem Artikel zeige ich dir die Gründe für kurze Nickerchen, wie viel Tagschlaf dein Baby je nach Alter überhaupt braucht, und einen sanften Fahrplan, was du Schritt für Schritt tun kannst.

Vielleicht hast du übrigens schon gehört, dass es für diese ganz kurzen Nickerchen sogar einen eigenen Namen gibt: Katzenschläfchen, im Englischen Catnapping. Gemeint ist genau das, was du gerade erlebst, dass dein Baby nach nur einem Schlafzyklus schon wieder wach wird, statt in den nächsten hinüberzugleiten. Warum das so ist und wie die Nickerchen länger werden, schauen wir uns jetzt in Ruhe an.

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Wann hören diese 30-Minuten-Schläfchen auf?

Nur zu gut kann ich mich an diese Tage erinnern. Im Prinzip hatte ich nichts anderes gemacht, als versucht, meinen kleinen Schatz zum Schlafen zu bringen. Und wenn er es dann irgendwann geschafft hatte, und ich noch einige Minuten bei ihm war, um sicherzugehen, dass er wirklich schläft, war nach wenigen Minuten schon wieder alles vorbei und ging von vorne los.

Von „ausgeschlafen“ war dann natürlich keine Rede.

Wie sehr solche Zeiten an den Nerven zehren, weiß ich also selbst.

Und das ist noch nicht alles. Denn von unzureichendem Tagschlaf sind in aller Regel auch das abendliche Einschlafen und der Nachtschlaf betroffen. Der schlechte Tag und die schlechte Nacht schaukeln sich gegenseitig hoch.

Genau deshalb lohnt es sich, den Tagschlaf in Ruhe anzuschauen und eine Lösung zu finden.

Dein Baby schläft tagsüber nicht oder nur wenig? Die Auswirkungen

Wenn dein kleiner Schatz am Tag zu wenig schläft, kann das folgende Auswirkungen haben:

  • Häufige Kämpfe ums Einschlafen am Tag und am Abend
  • Nur kurze Nickerchen
  • Schnelles Aufwachen nach dem Einschlafen, auch abends und in der Nacht
  • Häufiges nächtliches Aufwachen
  • Sehr frühes Aufwachen am Morgen (oft zwischen 4 und 5 Uhr) und Schwierigkeiten, zurück in den Schlaf zu finden
  • Weinen beim Aufwachen nach den Nickerchen und nachts zwischen den Schlafzyklen

Wenn dir davon einiges bekannt vorkommt, bist du in bester Gesellschaft. Ich habe mit meinen sechs Kindern auch so einiges davon durch.

Die große Frage ist natürlich, warum es manchen Babys so schwerfällt, tagsüber in den Schlaf zu finden oder länger als 30 Minuten zu schlafen.

Dafür gibt es einige typische Gründe.

Wie viel Tagschlaf braucht dein Baby überhaupt?

Bevor wir zu den Ursachen kommen, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf die Erwartungen. Sehr oft ist ein kurzes Nickerchen nämlich gar kein Problem, sondern schlicht altersgerecht.

Die folgende Übersicht zeigt dir grob, wie viele Nickerchen üblich sind und wie lange dein Baby zwischen den Schläfchen wach sein kann (das sogenannte Wachfenster). Diese Wachzeit ist der wichtigste Hebel überhaupt, denn ein zu spät hingelegtes Baby rutscht in die Übermüdung und schläft dann kürzer.

AlterAnzahl NickerchenWachfenster davor
Neugeboren (0 bis 6 Wochen)variiert, viele kurze30 bis 60 Minuten
2 bis 3 Monate3 bis 51 bis 2 Stunden
4 bis 5 Monate3 bis 41,5 bis 2,5 Stunden
6 bis 8 Monate2 bis 32 bis 3 Stunden
9 bis 12 Monate22,5 bis 3,5 Stunden
1 bis 1,5 Jahre1 bis 23 bis 4 Stunden
ab 1,5 Jahre14 bis 4,5 Stunden

Die Werte sind Durchschnittswerte, keine festen Vorgaben. Dein Baby darf davon abweichen. Eine ausführliche Tabelle mit dem gesamten Schlafbedarf findest du in unserer Übersicht zu Wachphasen und Schlafbedarf.

Wichtig ist vor allem eines: Bis etwa 4 bis 5 Monate sind kurze Nickerchen von 30 bis 45 Minuten ganz normal. Erst danach reift der Schlaf so weit, dass längere Nickerchen leichter möglich werden. Setz dich und dein Baby also nicht unter Druck, wenn es noch jung ist.

3 Gründe, warum dein Baby tagsüber nicht schläft, und was du tun kannst

1. Übermüdung, der Einschlaf-Feind Nr. 1

Bevor ich dir etwas Wichtiges über den Hormonhaushalt deines kleinen Schatzes erzähle, möchte ich dir das Entscheidende gleich mitgeben. Wenn du einmal gemerkt hast, wie wertvoll diese Erkenntnis ist, wirst du sie nie wieder vergessen:

Übermüdung ist dein Einschlaf-Feind Nummer 1

Warum?

Ist dein kleiner Schatz übermüdet oder von Reizen überflutet, gerät sein Hormonhaushalt durcheinander.

Statt dem Schlaf- und Entspannungshormon Melatonin durchströmen dann wachhaltende, aufputschende Stresshormone seinen kleinen Körper. Diese wirken ähnlich wie Koffein und halten deinen Schatz trotz Müdigkeit wach oder wecken ihn kurz nach dem Einschlafen wieder auf.

Hinzu kommt, dass die Teile des Gehirns, die für die Regulation von Gefühlen zuständig sind, ihren Dienst herunterfahren. Dein Baby ist dann viel schneller gereizt, weint, schreit und tobt. Genau diese Verhaltensweisen zeigen sich oft gegen Abend und deuten auf Schlafmangel oder ein Problem im Tagesrhythmus hin.

Die Situation ist verzwickt, denn schlechter Tagschlaf und schlechter Nachtschlaf verstärken sich gegenseitig. Umso mehr lohnt es sich, den Tagschlaf beim Schopf zu packen.

Was tun?

Die Ursache liegt meist im Tagesablauf. Vielleicht passt er gerade nicht zu deinem Kind, oder dein Baby braucht einen festeren, wiederkehrenden Rhythmus.

Nicht nur uns Erwachsenen, auch einem Baby gibt es Sicherheit, einer inneren Uhr zu folgen. Ein etablierter Tagesrhythmus hilft deinem kleinen Schatz, sich auf Schlafen, Wachsein und Essen einzustellen. Das bringt oft Ruhe und Ausgeglichenheit, auch für uns Eltern.

Viele Babys reagieren sehr sensibel auf zu viel Flexibilität im Tagesgeschehen. Wenn es dir aber gelingt, einen Ablauf zu etablieren, bei dem die Wachzeiten zum Alter deines Babys passen, kannst du Übermüdung viel eher vermeiden.

Dabei kann dir auch unser Babyschlaf-Kompaktkurs weiterhelfen.

2. Einschlafgewohnheiten (Schlaf-Assoziationen)

Einschlafgewohnheiten sind wohl die häufigste Ursache für zu kurze Nickerchen, besonders wenn dein Baby älter als 5 bis 6 Monate ist.

Damit ist alles gemeint, was dein Kind mit dem Einschlafen fest verbindet und was es scheinbar „braucht“, um zur Ruhe zu kommen: getragen werden, gestillt werden, geschaukelt werden und so weiter. In den ersten Monaten ist das völlig normal und liebevoll, überhaupt kein Fehler.

Zum Thema wird es erst, wenn diese Hilfe das Weiterschlafen nach einem Schlafzyklus verhindert.

Bei Babys dauert ein Schlafzyklus typischerweise 30 bis 50 Minuten. An seinem Ende gleitet dein Baby in eine Leichtschlafphase und prüft ganz instinktiv seine Umgebung. Hat sich die Situation seit dem Einschlafen verändert, ist zum Beispiel die schaukelnde Bewegung oder die Brust nicht mehr da, wacht dein Baby oft ganz auf und sucht genau das wieder.

Diese Einschlafgewohnheit sanft zu lösen bedeutet also entweder:

  • deinem Baby am Übergang von einem Schlafzyklus in den nächsten rechtzeitig wieder die vertraute Nähe zu geben, damit es weitergleiten kann,
  • oder ihm mit der Zeit beizubringen, mit deiner Begleitung selbst in den Schlaf zu finden, sodass es auch selbstständig weiterschlafen kann.

Lies dazu auch: Ab wann und wie Babys allein einschlafen lernen

3. Schlafregression, der Startpunkt eines Nickerchen-Boykotts

Nicht selten schlafen Babys die ersten Monate hervorragend. Und dann, mit etwa 4 Monaten, tauchen plötzlich Schlafprobleme auf, und damit auch Nickerchen-Probleme.

Diese 4-Monats-Marke ist kein Zufall. Man spricht von der 4-Monats-Schlafregression, die einen gewaltigen Entwicklungsschub markiert. Der Schlaf deines Babys wird dabei reifer und zyklischer, die einzelnen Schlafphasen treten deutlicher hervor.

Auch andere Schlafregressionen (mit 9, 12 oder 18 Monaten) können der Startschuss für vorübergehende Kurz-Nickerchen oder verweigerten Tagschlaf sein. Am hartnäckigsten ist aber meist die 4-Monats-Phase.

Das Ganze führt oft dazu, dass die Kleinen häufiger aufwachen und Nickerchen ab dem 5. Monat plötzlich nur noch 30 bis 40 Minuten dauern. Hat sich das nach 3 bis 6 Wochen nicht von selbst gebessert, darfst du in Ruhe darüber nachdenken, wie sich der Tagschlaf verbessern lässt. Denn ein ausgeruhtes Baby findet auch abends leichter in den Schlaf und wacht nachts meist seltener auf. (Lies dazu: 10 Gründe, warum dein Baby immer wieder aufwacht.)

Wenn dein Baby nur in Bewegung, in der Trage oder auf dem Arm schläft

Das ist eine der häufigsten Situationen überhaupt: Im Bettchen sind nach 30 Minuten die Augen wieder auf, aber in der Trage, im Kinderwagen oder auf deinem Arm schläft dein Baby ein bis zwei Stunden am Stück. Viele Eltern fragen sich dann, ob sie etwas falsch machen. Tust du nicht.

Bewegung und Körpernähe erinnern dein Baby an die Zeit im Bauch und beruhigen es zutiefst. Es ist also völlig logisch, dass es dort tiefer und länger schläft. Und in anstrengenden Phasen ist es absolut in Ordnung, genau das zu nutzen, damit dein Baby überhaupt zu seinem Schlaf kommt. Das ist kein schlechtes Angewöhnen, sondern eine liebevolle Brücke.

Wenn du mit der Zeit sanft davon wegmöchtest, hilft Ausschleichen statt eines harten Schnitts:

  • Mach die Bewegung Schritt für Schritt kleiner. Wiege langsamer, wippe sanfter, bis dein Baby am Ende fast ruhig in deinen Armen liegt.
  • Leg dein Baby schon ein kleines bisschen wacher ab als bisher und bleib dann mit deiner Hand und deiner Stimme dicht dabei.
  • Nutz für den Anfang bewusst das Nickerchen, das am leichtesten klappt, meistens das erste am Morgen.

Mehr dazu findest du hier: Dein Baby schläft nur auf dem Arm? Tipps für müde Eltern

Das dritte Schläfchen und der Übergang zu weniger Nickerchen

Manchmal ist das kurze oder verweigerte Nickerchen kein Problem, sondern ein Zeichen, dass sich der Tagesrhythmus gerade verschiebt.

Typisch ist das späte Nachmittags-Schläfchen. Vormittags klappt der Schlaf noch, aber das dritte Schläfchen wird zum Kampf, dein Baby wehrt sich, schläft dann vielleicht doch spät ein, und abends bekommst du es kaum ins Bett. Das ist oft ein Zeichen dafür, dass dein Baby an einem Übergang steht: Es braucht das Schläfchen noch, aber es passt zeitlich nicht mehr sauber in den Tag.

Was dann hilft:

  • Halt das letzte Schläfchen am Nachmittag bewusst kurz, damit genug Müdigkeit für den Abend übrig bleibt. Du darfst dein Baby dafür sanft wecken.
  • Fällt ein Schläfchen ganz weg, zieh die Bettgehzeit deutlich nach vorne, sonst kippt dein Baby in die Übermüdung. (Mehr dazu: Bettgehzeit deines Babys nach vorne verlegen.)
  • Orientier dich am Verhalten über mehrere Tage, nicht an einem einzelnen wilden Tag. Erst wenn dein Baby ein Schläfchen mehrere Tage in Folge verweigert oder es die Nacht stört, kündigt sich wirklich ein Übergang an.

Wann welcher Nickerchen-Wechsel ansteht, liest du hier nach: Wann braucht mein Baby nur noch einen Schlaf?

Guide: So gehst du vor, wenn dein Baby zu kurz schläft

Wenn du mit Hilfe der obigen Punkte die Ursache erkannt hast, kannst du gezielt reagieren.

Entweder du etablierst mehr Beständigkeit und festere Zeiten. Dazu kann es helfen, für zwei Wochen etwas weniger zu unternehmen, damit sich ein fester Rhythmus einspielen kann. Bring dein Baby bei den ersten Müdigkeitszeichen in ein abgedunkeltes Schlafzimmer. Um seinen Körper zu festen Zeiten auf Müdigkeit einzustimmen, darfst du vorübergehend ruhig mit Hilfen arbeiten (Stillen, Tragen, Schaukeln). Du könntest zum Beispiel morgens immer zur gleichen Zeit einen langen Spaziergang machen, um wenigstens ein gutes, langes Schläfchen zu ermöglichen.

Haben sich gleichbleibende Zeiten eingespielt, kannst du zum nächsten Schritt übergehen, dem allein Einschlafen. Oder du beginnst gleich sanft damit.

Zwei sanfte Tricks, um Nickerchen zu verlängern

Dein Baby schläft nur 30 Minuten? Dann kannst du diese beiden bindungsorientierten Tricks probieren, um die Nickerchen zu verlängern.

1. Ein Anstupser zur rechten Zeit

Wenn du weißt, dass dein Kind nach 30 Minuten aufwacht, kannst du schon nach 20 bis 25 Minuten ganz vorsichtig in seine Nähe gehen und es sanft berühren, streicheln oder leicht wiegen, bis es sich etwas räkelt und im besten Fall weiterschläft.

Die Idee dahinter: Du begleitest deinen Schatz genau über die kritische Schwelle am Ende des Schlafzyklus, sodass er in den nächsten Zyklus hinübergleiten kann. Wenn das ein paar Mal geklappt hat, findet dein Baby oft innerhalb von 1 bis 2 Wochen auch von selbst in dieses längere Schlafmuster.

2. Die ruhige Nickerchen-Zeit

Statt dein Baby nach dem kurzen Aufwachen sofort aus dem Bett zu holen, gib ihm mit deiner Nähe die Gelegenheit, noch einmal in den Schlaf zu finden. Bleib dabei, sitz daneben, leg deine Hand auf, sprich leise oder summe. So bekommt dein Baby in seiner vertrauten, ruhigen Schlafumgebung die Chance, den nächsten Zyklus anzuhängen, ohne dass es dabei allein ist.

Nicht jedes Nickerchen wird dadurch sofort länger, und das muss es auch nicht an jedem Tag. Wenn es heute nicht klappt, ist das kein Rückschritt. Über die Wochen lernen viele Babys mit dieser ruhigen Begleitung, ihre Zyklen zu verbinden. Wichtig ist, dass dein Baby dabei deine Nähe spürt, denn aus Sicherheit wächst der Schlaf, nie aus Alleinsein.

Weitere Hinweise findest du im FAQ-Bereich unten.

Ich hoffe, du und dein kleiner Schatz findet schnell mehr Erholung am Tag.

Ganz liebe Grüße aus dem BabySchlummerland ♥

Deine Sarah

Häufige Fragen und Antworten

1. Was passiert, wenn mein Baby tagsüber nicht genug schläft?

Wenn dein Baby tagsüber nicht genug schläft, merkst du das oft schon kurzfristig: Es ist reizbarer und launischer und lässt sich schwerer beruhigen. Das wirkt sich häufig auf die Nacht aus, mit häufigerem Aufwachen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Wach- und Schlafzeiten ist für die körperliche und geistige Entwicklung deines Babys wichtig. Der gute Tag legt also die Grundlage für die gute Nacht.

2. Woran erkenne ich, dass mein Baby zu kurz schläft?

Es gibt einige Anzeichen. Ein übermüdetes Baby wirkt paradoxerweise oft aufgedreht und tut sich schwer beim Einschlafen. Dazu kommen kurze, unregelmäßige Nickerchen, häufiges nächtliches Aufwachen und mehr Quengeligkeit und schlechte Laune, gerade gegen Abend. Wenn du unsicher bist, hilft ein Schlafprotokoll, um Muster zu erkennen.

3. Warum schläft mein Baby tagsüber nur 30 Minuten?

Ein 30-minütiges Nickerchen ist für viele Babys typisch, besonders für jüngere. Häufige Gründe sind: die von Natur aus kurzen Schlafzyklen (nach etwa 30 Minuten wird dein Baby leicht wach), Überstimulation, Hunger, Gewohnheit und eine unruhige oder helle Schlafumgebung. Es hilft, die Schlafumgebung ruhig und dunkel zu gestalten und auf passende Wachzeiten zu achten.

4. Wie viele Nickerchen braucht mein Baby am Tag?

Das hängt stark vom Alter ab. Grob gilt: In den ersten Wochen viele kurze, mit 2 bis 3 Monaten etwa 3 bis 5, mit 4 bis 5 Monaten 3 bis 4, mit 6 bis 8 Monaten 2 bis 3, und ab etwa 9 Monaten meist 2 Nickerchen. Zwischen 12 und 18 Monaten stellen viele Kinder auf einen Mittagsschlaf um. Die genaue Zahl ist weniger wichtig als der Gesamtschlaf und dass dein Baby tagsüber ausgeglichen wirkt. Eine Übersicht findest du weiter oben und ausführlich in der Wachphasen-Tabelle.

5. Mein Baby schläft nur in der Trage oder auf dem Arm lange. Was kann ich tun?

Das ist sehr häufig und kein Grund zur Sorge. Bewegung und Nähe beruhigen dein Baby tief, deshalb schläft es dort länger als im Bett. In anstrengenden Phasen darfst du das ohne schlechtes Gewissen nutzen. Möchtest du sanft davon wegkommen, mach die Bewegung Schritt für Schritt kleiner und leg dein Baby nach und nach ein bisschen wacher ab, während du dicht dabei bleibst. Mehr dazu: Dein Baby schläft nur auf dem Arm?

6. Soll ich mein Baby aus einem langen Nickerchen wecken?

Meistens nicht, denn guter Tagschlaf ist wertvoll und ein ausgeruhtes Baby schläft nachts oft besser. Es gibt eine sinnvolle Ausnahme: Wenn ein sehr langer oder später Nachmittagsschlaf dazu führt, dass dein Baby abends nicht mehr müde wird oder die Nacht durcheinandergerät, darfst du dieses letzte Schläfchen sanft begrenzen und dein Baby liebevoll wecken. Beim Mittagsschlaf lohnt sich das Wecken dagegen selten.

7. Mein Baby schreit nach etwa 30 Minuten im Schlaf, wacht aber nicht richtig auf. Was ist das?

Das spielt sich oft am Übergang zwischen zwei Schlafphasen ab. Dein Baby steckt mit einem Teil noch im Tiefschlaf und kommt an der Schwelle nicht sauber hinüber, das kann sich als Schreien zeigen, ohne dass dein Baby richtig wach oder in Not ist. Versuch nicht, es mit aller Kraft zu wecken. Bleib ruhig daneben, leg deine Hand auf und lass es sanft wieder tiefer sinken. Häufig werden diese Übergänge ruhiger, wenn du für insgesamt genug Schlaf sorgst und Übermüdung vermeidest.

8. Mein Baby schläft in meiner Nähe lange, allein aber nur kurz. Warum?

Weil deine Nähe für dein Baby das stärkste Signal für Sicherheit ist. Am Ende eines Schlafzyklus wird es kurz wach, und liegst du daneben, gleitet es einfach weiter. Fehlt diese Nähe, wacht es an dieser Stelle ganz auf. Das heißt, dein Baby kann die Zyklen eigentlich verbinden, es braucht dafür nur noch dein Sicherheitssignal. Du kannst dieses Signal mit der Zeit ganz behutsam kleiner machen, erst dazulegen, dann nur noch eine Hand auflegen, dann nur noch in der Nähe sein.

9. Wie hängen kurze Nickerchen mit den Schlafzyklen zusammen?

Babys haben kürzere Schlafzyklen als Erwachsene, etwa 30 bis 50 Minuten. Am Ende eines Zyklus gibt es eine leichte, fast wache Phase, bevor der nächste beginnt. Genau hier wachen viele Babys auf, besonders wenn sie noch nicht gelernt haben, selbstständig von einem Zyklus in den nächsten überzugehen. Du kannst deinem Baby bei diesem Übergang mit deiner Nähe helfen, bis es das mit der Zeit allein schafft.

10. Warum ist Übermüdung der Hauptfeind des Einschlafens?

Es klingt paradox, aber Übermüdung erschwert das Einschlafen. Bleibt ein Baby über sein natürliches Schlafbedürfnis hinaus wach, schüttet sein Körper das Stresshormon Cortisol aus. Das macht es wacher und unruhiger und erschwert das Einschlafen. Übermüdete Babys wachen außerdem nachts häufiger auf und schlafen weniger tief. Deshalb ist es so wertvoll, auf die Müdigkeitszeichen zu achten und dein Baby vor der Übermüdung hinzulegen.

11. Wann hören die 30-Minuten-Schläfchen auf?

Viele Babys haben eine Phase mit nur 30-minütigen Nickerchen, aber das ist nicht für immer. Meist ist es ein Reifungsprozess des Schlafzyklus. Bis etwa 5 bis 6 Monate entwickelt sich die Schlafstruktur weiter, und die Nickerchen können länger werden. Manche Babys brauchen etwas mehr Zeit. Eine ruhige, dunkle Schlafumgebung und eine sanfte Einschlafbegleitung, aus der dein Baby lernt, selbst weiterzuschlafen, helfen dabei. Sei geduldig, mit der Zeit werden die kurzen Nickerchen meist von selbst länger.

12. Was kann ich tun, wenn mein Baby tagsüber schwer einschläft?

Einige bewährte, sanfte Strategien helfen: ein regelmäßiger Tagesablauf, eine ruhige und dunkle Schlafumgebung mit leisem Rauschen, das Achten auf frühe Müdigkeitszeichen (Gähnen, Augenreiben, Quengeln), das Vermeiden von Überstimulation vor dem Schlaf und ein kurzes, immer gleiches Einschlafritual. Und gib deinem Baby mit deiner Nähe die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen. Jedes Baby ist anders, es darf ein bisschen Ausprobieren dabei sein.

13. Wie hilft ein fester Tagesablauf meinem Baby beim Schlafen?

Babys lieben Vorhersehbarkeit. Ein regelmäßiger Ablauf gibt Sicherheit und Geborgenheit, reguliert den Schlaf-Wach-Rhythmus, führt oft zu besserem Nachtschlaf, weil das Baby nicht übermüdet ins Bett geht, und erleichtert dir die Planung. Wichtig ist dabei nicht die genaue Uhrzeit, sondern die immer gleiche Reihenfolge aus Aufwachen, Mahlzeit, wacher Zeit und Schlaf. Bleib trotzdem flexibel und hör auf die Bedürfnisse deines Babys, manchmal braucht es einfach mehr Schlaf oder früher etwas zu essen.

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Deine Sarah

Über die Autorin

Sarah Mann

Siebenfache Mama. Zertifizierte Sensitive Sleep Consultant des ISSC Australia. Gründerin von Babyschlummerland. Schreibt seit zehn Jahren über bindungsorientierten Babyschlaf, weil sie selbst Jahre gebraucht hat, um den eigenen Weg zu finden.

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