„Mein Baby schläft nur an der Brust ein. Was kann ich tun?“ (3 Methoden vorgestellt)


Von Babyschlafberaterin Sarah 

Als Schlafberaterin bekomme ich sehr häufig Anfragen wie diese: „Mein Baby schläft nur an der Brust ein. Wie kann ich ihm das liebevoll abgewöhnen? Auch nachts möchte mein Baby/Kind ständig an die Brust und lässt sich überhaupt nicht anders beruhigen. Wir als Eltern leiden unter großem Schlafmangel. Den Schnuller nimmt es leider auch nicht. Wie schaffen wir es, dass es lernt, nachts in unserem oder sogar im eigenem Bett zu schlafen ohne ständiges Stillen?“

In diesem Artikel findest du die Antworten auf diese häufig gestellten Fragen!

Baby schläft nur an der Brust einACMein Baby schläft nur an der Brust ein. Ist das wirklich so schlecht?

Als Erstes ist mir ganz wichtig Folgendes festzustellen: Dein Baby zum Einschlafen und zum Trost zu stillen, ist keineswegs falsch oder eine „schlechte Gewohnheit“!

Für viele Mamas ist das Stillen zum Einschlafen eine wunderschöne und natürliche Einschlafhilfe und Weiterschlafhilfe nachts. Die Antwort lautet also „Nein, Einschlafstillen ist definitiv nicht generell schlecht und es sollte auch nicht von Anfang vermieden werden!“

Die meisten Neugeborenen und Babys genießen es sehr, beim Saugen – egal ob an Brust, Schnuller oder Flasche – einzuschlafen. Genau genommen ist es absolut normal, gesund und seinem Entwicklungsstand angemessen – und das gilt ganz besonders in den ersten Wochen und Monaten. Solange ihr beide (!) es genießt und gut damit zurechtkommt, spricht überhaupt nichts dagegen, das Einschlafstillen fortzuführen.

Genauso werden seit Anbeginn der Menschheit in den verschiedensten Kulturen Babys und auch Kleinkinder großgezogen – mit ganz viel Liebe, Nähe und Körperkontakt. In manchen Kulturen ist bis heute das Stillen zum Alter von 3-7 Jahren normal.

Auch die WHO empfiehlt übrigens eine Stilldauer von 2,5 Jahren.

Stillen nach Bedarf wird von vielen Hebammen und Kinderärzten heutzutage empfohlen und du kannst hier nichts „falsch“ im eigentlichen Sinne machen, wenn du deinem Kind auch die Zeit zum Einschlafen durch Stillen versüßen möchtest.

Muttermilch enthält darüber hinaus je nach Tageszeit verschiedene Hormone, so dass das Stillen selbst den Schlaf unterstützen soll. (So heißt es zumindest in der Theorie. Als Schlafberaterin weiß ich, dass es in der Praxis schlafloser Eltern oft anders aussieht. Dazu gleich mehr. ;-))

Also: Solange das Einschlafstillen (oder Saugen am Schnuller oder Flasche) funktioniert und euch beiden gefällt, mach weiter so und genießt diese besondere Zeit der Nähe!

Wann ist das Einschlafstillen problematisch?

Problematisch wird es nur, wenn das häufige Stillen/Füttern und insbesondere das Einschlafstillen zu unruhigen Nächten führt. Dann hat sich eine sogenannte „Schlaf-Nuckel-Assoziation“ entwickelt und dein Baby oder Kleinkind besteht meist vehement auf die Brust als Ein- und Weiterschlafhilfe. Genau das ist leider oftmals der Fall, obwohl Babys schon ab dem Alter von 6 Monaten theoretisch dazu in der Lage sind, nachts ohne Nahrungszufuhr auszukommen.

Das häufige Nuckeln nachts findet dann viel mehr aus Gewohnheit als aus Hunger statt: Das Kind ist nicht fähig, zwischen den einzelnen Schlafzyklen in der Nacht ohne Nuckeln hinüberzugleiten. Viele Babys wachen dann nach einem Zeitfenster von 45-90 Minuten auf und verlangen erneut ihre bekannte Einschlafhilfe – die Brust der Mutter, den Sauger/Schnuller oder seltener auch das Fläschchen.

Um diesen Kreislauf des häufigen Aufwachens und ständigen Wachwerden nachts zu durchbrechen, ist es fast immer nötig, das Nuckeln als Einschlafassoziation abzugewöhnen.

Gleichzeitig müssen natürlich neue Einschlafgewohnheiten entwickelt werden, die das Stillen zum Einschlafen ersetzen und idealerweise das Durchschlafen fördern.

Die große Frage, ist also:

Wie bringt man Babys dazu, selbstständig und nicht nur an der Brust einzuschlafen?

Am sinnvollsten ist es zumeist, am abendlichen Einschlafen zu arbeiten und – sollten sich die Nächte nicht automatisch verbessern – dazu überzugehen, auch an den einzelnen Aufwachzeiten in der Nacht zu arbeiten.

Als sanfte Schlafberaterin (und sechsfache Mama mit Herz und Seele ;-)) empfehle ich, hier keinen „Cold Turkey“-Hauruck-Ansatz zu verwenden, sondern deinem Kind wirklich Zeit zu geben.

Sanfte Schritte der Vorbereitung vereinfachen den Prozess der Umstellung für dein Kind und auch für euch als Eltern.

Folgende Schritte haben sich sehr bewährt:

  1. Finde die Schlafmuster deines Kindes heraus und schaue, wie du seinen natürlichen Bio-Rhtythmus unterstützen kannst.
  2. Stelle sicher, dass dein Kind zumindest halbwegs einen festen Tagesablauf hat und eine altesgerechte, frühe Bettgehzeit.
  3. Führe eine friedvolle, sinnvolle Bettgehzeitroutine ein (feste Rituale vor dem Schlafengehen, die das Ein- und Durchschlafen erleichtern).
  4. Gewöhne dein Baby/Kind sanft an neue Einschlafgewohnheiten.
  5. Einschlafen ohne Brust und Saugen. Erst im letzten Schritt geht es darum, dass selbstständige Ein- und Durchschlafen liebevoll zu meistern.

Ausführliche Infos zu all diesen Schritten findest du in meinem kostenlosen Email-Kurs. Dort erhältst Du kostbare Informationen, um deinem Kind auf sanfte Art und Weise die Nuckel-Einschlaf-Assoziation abzugewöhnen.

Konkret: Welche Methoden gibt es, um das Einschlaf-Nuckeln abzugewöhnen?

Im Endeffekt gibt es verschiedene Strategien, wie du deinem Baby oder Kleinkind beibringen kannst ohne Nuckeln einzuschlafen. Ich persönlich arbeite z.b. mit 5 verschiedenen bindungsorientierten Methoden, die ich je nach Altersstufe, Persönlichkeit und Erziehungseinstellung der Eltern verwende. Drei davon möchte ich dir nun kurz vorstellen!

Wichtig ist, dass du immer an der Seite Deines geliebten Kindes bleibst und ihm so den Übergang zum selbstständigen Einschlafen lernen zu erleichtern. Ebenso solltest du sichergehen, dass dein Kind altersgemäß für eine Entwöhnung nachts bereit ist (meist ab 6-9 Monaten, genaue Infos gibt es hier).

Eine typische und sehr sanfte Schlaflernmethode ist die „Ausschleichmethode“.

Die Ausschleichmethode

Bei der Ausschleichmethode versuchst du, deinem Baby (ab ca. 3-4 Monaten) das Stillen zum Einschlafen nur ganz langsam und schrittweise, nahezu unbemerkt, zu entziehen. Wenn dein Kind sich bisher komplett in den Schlaf nuckelt, also sozusagen 100% Nuckeln zum Einschlafen bekommt, gehst du nun einen Schritt zurück und versuchst es bei 90% schon von der Brust zu lösen (oder vom Schnuller/der Flasche).

Dazu steckst du deinen kleinen Finger vorsichtig in seinen Mundwinkel, um die Sogwirkung zu beenden. Und dann versuchst du, dein Kind anderweitig in den Schlaf zu schunkeln bzw zu tätscheln, zu singen etc. Falls es richtig zu weinen anfängt, beginnst du erneut zu stillen und startest nach kurzer Zeit einen neuen Versuch. Dies wird sooft wiederholt, bis es klappt. Das kann am Anfang durchaus bis zu 10 Mal sein, sollte aber nach wenigen Tagen besser werden. Gleiches versuchst du nachts anzuwenden (egal ob im Sitzen oder Liegen), sodass dein Kind viele „Übungssituationen“ bekommt.

Falls du mit „90% Nuckeln“ Erfolg hast, dann gehe auf 80%, später auf 70% usw. Ziel ist, dass dein Kind mehr und mehr lernt, ohne Brust im Mund einzuschlafen ohne Tränen vergießen zu müssen. Viele Kinder beginnen dann auch vermehrt, nachts weniger aufzuwachen bzw. selbstständiger weiterzuschlafen.

Tipps für kleine Babys

Auch für kleine Babys ab ca. 2-4 Monaten ist es sinnvoll zu üben, ab und an ohne Brust im einzuschlafen, um genau diesen Kreislauf der „Einschlaf-Nuckel-Assoziation“ zu vermeiden. Schaffe also von Anfang an Alternativen, dass sich dein Kind nicht auf eine feste Einschlafgewohnheit festlegt und trotzdem ab und an das wollige Einschlafstillen genießen kann.

Die WilA-Methode

Eine weitere Methode mit der ich ausgezeichnete Erfahrungen gemacht habe (insbesondere für Babys von 4-8 Monaten) ist die Wila-Methode, zu der du sowohl im Email-Kurs als auch hier mehr Infos findet.

Die Stuhl-Methode

Eine letzte Schlafcoaching-Methode, die insbesondere für ältere, aktive und/oder willensstarke Babys und Kinder (ab 6 Monaten) gut geeignet ist, ist die Stuhl-Methode. Hier lernt dein Kind von Anfang an in seinem eigenen Schlafbereich, zumeist ein Gitterbett, ohne Brust einzuschlafen. Ein Elternteil setzt sich nun mit einem Stuhl neben das Bettchen des Kindes und begleitet es von dort aus mit Körperkontakt und dann zunehmend nur verbal. Dein Kind lernt hierbei innerhalb von ca. 2 Wochen, alleine in seinem Zimmer einzuschlafen.

Ich hoffe, diese Infos haben dir geholfen!

Bist du an noch mehr Details und Infos interessiert, wie du deinem Kind dabei helfen kannst, möglichst sanft das Einschlafen ohne Brust zu lernen, trage dich gerne für meinen kostenlosen Email-Kurs ein.

Mehr über die Autorin

Sarah

Gründerin und Hauptautorin des BabySchlummerlandes, zertifizierte Babyschlaf-Beraterin und leidenschaftliche Großfamilienmama. Sarah hat es sich zur Mission gemacht, anderen erschöpften Eltern dabei zu helfen, zu mehr Schlaf und Sicherheit im Umgang mit ihren kleinen, bezaubernden Schätzen zu finden. Mehr über Sarah findest du hier.

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