Mein Baby wacht auf und schreit wie am Spieß? 15 Gründe und Lösungen

Sarah Babyschlafberaterin BABYSCHLAFBERATERIN SARAH MANN

Die meisten Eltern fühlen sich sehr unsicher, wenn ihr Baby aufwacht und wie am Spieß schreit. Warum passiert das? Was soll man tun? Und ist das normal?

Bei manchen Babys passiert es plötzlich, nachdem sie wochenlang gut geschlafen haben. Andere wachen regelmäßig schreiend auf.

Die einen Babys lassen sich schnell beruhigen, andere wieder nicht.

Die Ursachen können sehr verschieden sein. Doch was du auf jeden Fall wissen solltest: Ihr seid nicht die einzigen, die mit diesem Problem zu tun haben!

Erfahre in diesem Artikel 15 mögliche Gründe (die je nach Alter ganz unterschiedlich sein können), warum dein Baby aufwacht und wie am Spieß schreit – und was du entsprechend unternehmen kannst.

Dein Baby wacht auf und schreit wie am Spieß?

Dein Baby wacht auf und schreit wie am Spieß? 15 mögliche Gründe und was du jeweils tun solltest!

Babys sind sehr sensibel was ihren Schlaf angeht. Viel mehr als wir Erwachsenen. Zudem sollten wir beachten, dass Schreien das einzige Kommunikationsmittel was (vor allem jüngere) Babys haben, um auf sich aufmerksam zu machen.

Bevor ich zur Liste mit 15 möglichen Ursachen für das Schreien (und Aufwachen) deines Babys komme, beachte bitte noch folgende Hinweise:

  • Jedes Baby ist anders und zeigt sehr individuell, was es gerade stört. Ich versuche hier so gut es geht, Gründe und Lösungen aufzuzeigen, aber es gibt selten die eine Methode, die alle Probleme löst.
  • Auch mit dieser ausführlichen Liste, ist es manchmal nicht einfach, die richtige Ursache herauszufinden. Oft ist es ein Testen und Probieren. Solltest du Hilfe benötigen, schau dir gerne meine Beratungs-Möglichkeiten an.
  • In den meisten Fällen ist es möglich, Schlafprobleme zu Hause lösen (auch wenn es nicht immer einfach ist), und es ist nicht unbedingt nötig, zu einem Arzt zu gehen. Solltest du aber mit regelmäßigen Schreiphasen zu tun haben oder du bist dir sehr unsicher, zögere nicht, deinen Kinderarzt aufzusuchen und ihn um Rat zu fragen. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Körperliche Symptome

Körperliche Gründe sollten immer das erste sein, was du abklärst, um mögliche Gründe für das Schreien deines Babys zu überprüfen. Hier können unterschiedliche Ursachen der Auslöser sein.

1. Hunger (1 bis 6 Monate)

Einer der einfachsten Gründe für das Schreien könnte einfach Hunger sein (Babys haben ein sehr starkes Hungergefühl!). Und gerade für Babys, die jünger als 4 Monate sind, ist Hunger der Hauptgrund für hysterisches Schreien mitten in der Nacht.

Beachte, dass kleine Babys alle 2 bis 3 Stunden trinken wollen. Und bis 6 Monate solltest du damit rechnen, dass dein Baby auch noch nachts Hunger hat.

Sarahs Randnotizen

Was wir bei unseren Kindern ganz stark beobachtet haben (auch noch als sie 3 Jahre alt waren), ist eine starke Schwankung, was ihren Hunger angeht. An einem Tag wollen sie fast gar nichts essen/trinken und am nächsten Tag (oder ein paar Tage später) können sie gar nicht genug bekommen. Dies sind ganz normale Hunger- oder Nicht-Hunger-Phasen, die in der Entwicklung eines Kindes häufiger vorkommen. Insofern kann ein intensives Verlangen nach Hunger auch dann passieren, wenn man gar nicht unbedingt damit rechnet.

Achte auch auf die Mahlzeiten am Tag. Wenn dein Baby hier nicht genug zu sich genommen hat (oder wenn es sich gerade eine nächtliche Mahlzeit abgewöhnt), kann es sein, dass das Hungergefühl nachts besonders groß ist.

Und noch ein Tipp

Achte darauf, dass dein kleiner Schatz nicht regelmäßig beim Stillen (oder beim Fläschchen) einschläft. Es sollte noch wach sein, wenn es (am besten liegend) einschläft, damit es keine ungewollte Schlafassoziation entwickelt. (Später mehr dazu.)

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Was Inga zu diesem Kurs gesagt hat:

Man hört und liest ja viel über Schlaflernprogramme und Tipps zum Durch-und Einschlafen. Aber in dem Kurs erhält man jeden Tag einen Email mit einzelnen Schritten in die richtige Richtung. Trotzdem kann man alles ganz individuell auf sein Kind und die Familiensituation anpassen. Uns hat es sehr geholfen, nun endlich ein paar Std länger am Stück schlafen zu können. Auch das Einschlafen am Tag dauert max. 5 Min und Abends höchstens 30 Min. Vielen Dank für diesen Kurs!

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2. Passende Schlafumgebungen (jedes Alter)

Als nächstes solltest Du überprüfen, ob die Schlafbedingungen für dein Baby passend sind: Ist es zu heiß oder zu kalt im Zimmer (und Babylein nicht entsprechend angezogen)? Ist die Windel vielleicht zu nass oder voll?

Prüfe den Nacken deines Kindes, um zu sehen ob es ihm zu warm ist. Und falls du nachts wickeln musst, versuche es so leise wie möglich und bei abgedunkeltem Licht, damit es deinem Baby leichter fällt, weiterzuschlafen.

Auch laute Geräusche, Stechmücken, Veränderung der Helligkeit oder andere äußeren Umstände können natürlich den Schlaf deines Babys, das eigentlich noch müde und schläfrig ist, unterbrechen. Vor allem wenn dies mitten in einem Schlafzyklus passiert ist schrilles Schreien keine Seltenheit.

3. Blähungen (1 bis 4 Monate)

Wenn dein Baby hysterisch weint, seinen Bauch zu krümmen scheint und es sich nicht beruhigen lässt, könnte es mit Blähungen zu tun haben.

Ein aufgeblähter Bauch kann erhebliche Beschwerden und Schmerzen verursachen. Geballte Fäuste und Winden sind ebenfalls Anzeichen von Blähungen.

Falls dies häufiger auftritt, spricht mit deinem Kinderarzt darüber.

Sarahs Randnotizen

Wir hatten mit zwei unserer Kinder Probleme mit Blähungen. Wir haben daraufhin versucht, unsere Ernährung etwas umzustellen, was teilweise Besserung gebracht hat.

4. Zahnen (ab 4 Monaten)

Dein Baby wacht auf und schreit hysterisch, weil es vielleicht gerade zahnt.

Gerade wenn dein Baby zwischen 4 und 6 Monate alt ist, kannst du mit dem ersten Zähnchen rechnen. (Manche warten aber auch noch im 12. Monate noch auf ihren ersten Zahn.) Oft ist von dem Zahn selbst allerdings erst ein bis zwei Wochen später etwas zu sehen.

Wie so oft reagieren Babys auch beim Zahnen ganz unterschiedlich. Während die einen fast gar keine Reaktion darauf zeigen, leiden andere unter starken Schmerzen – die sie dann auch vor allem nachts zum Ausdruck bringen.

Sarahs Randnotizen

Bei meinen Kindern wirkte sich das Zahnen ganz unterschiedlich aus. Zwei meiner Kinder bekamen in dieser Phase oft Fieber (während Zähne durchbrechen kann das Immunsystem vorübergehend geschwächt sein), zwei andere litten gerade in der Nacht oft unter starken Schmerzen und weinten viel. Ein Kind von mir hat dagegen diese Phasen immer sehr problemlos weggesteckt.

Neben leichtem Fieber und Schmerzen gibt es weitere mögliche Anzeichen, die auf das Zahnen hinweisen:

  • Sehr typisch ist das ständige Kauen auf der Hand und auf anderen Gegenständen.
  • Eine generelle Unruhe. Das Baby quengelt und schreit viel mehr.
  • Häufig sabbert es.
  • Geschwollenes Zahnfleisch.
  • Manchmal essen Babys in dieser Zeit weniger.
  • Durchfall ist möglich.
  • Ein verstärkter Wunsch nach Körperkontakt und Nähe ist zu beobachten.

Wenn also dein Baby tagsüber diese Anzeichen zeigt und nachts plötzlich schrill im Schlaf schreit, ist wahrscheinlich das Zahnen schuld.

Was tun, wenn Baby zahnt?

Helfen kann hier ein Beißring (evtl. gekühlt), ein kalter nasser Waschlappen, Zahnungsgel oder wenn es sehr schmerzhaft ist auch mal ein leichtes Schmerzmittel.

5. Krankheit (jedes Alter)

Neben Zahnen können natürlich auch Krankheiten ein starkes Unwohlsein hervorrufen.

Husten, Schnupfen, Ohrinfektionen,… sie lassen sich oft am Verhalten des Kindes erkennen, da es sich nur schwer bis gar nicht beruhigen lässt und immer wieder an Ohren, Augen oder Nase reibt oder zieht. Zudem wird es in diesem Fall meist erhöhte Temperatur oder Fieber haben. Auch Durchfall kann auftreten.

In diesem Fall solltest du direkt mit deinem Kinderarzt sprechen, was zu tun ist.

Phasen

Dein Kind macht im Laufe seines Wachstums verschiedene Phasen durch, die ganz unterschiedliche Auswirkungen haben können. Vor allem bei älteren Babys – ab etwa 9 Monaten – wird das nächtliche Aufwachen eher zu einem Entwicklungsproblem als zu einem körperlichen.

6. Trennungsängste (vor allem 9 bis 12 Monate)

Die meisten Babys machen im Alter von 9 bis 12 Monaten einen bedeuteten Entwicklungsschritt durch, bei der ihre Wahrnehmung bedeutend zunimmt. Sie entwickeln die Fähigkeit, Personen noch leichter voneinander unterscheiden zu können. Und plötzlich spüren sie, wenn ihre Bezugsperson das Zimmer verlässt oder nicht mehr zu sehen ist. Und das mögen sie gar nicht und kann in ihnen Angst auslösen! Man spricht hier von Trennungsängsten.

In dieser Phase sind Babys besonders anhänglich und wollen so wenig wie möglich von dir getrennt sein.

Dieses Verhalten ist im Grunde genommen positiv zu sehen, da es von einer gesunden und natürlichen Entwicklung zeugt. Doch zusammen mit einer enormen körperlichen Entwicklung (es lernt zu krabbeln, sich hinzustellen oder sogar schon die ersten Worte) müssen diese ganzen neuen Eindrücke verarbeitet werden. Und das passiert sehr häufig – wie bei uns Erwachsenen auch – nachts.

Zudem kann es sich für dein Baby nun verwirrend anfühlen, wenn es nachts wach wird und nicht weiß, ob du gerade da bist. Bisher hat es vielleicht einfach weitergeschlafen, aber mit den entwickelten Trennungsängsten, fängt es nun schrill zu schreien an.

Trennungsängste (oder generell emotionale Bedürfnisse) lassen sich oft dadurch erkennen, dass Babys sich sehr schnell beruhigen lassen, sobald sie einen sehen (oder hören).

Mein Baby hat Trennungsängste – was soll ich tun?

Hier ein paar Tipps, wie du diese Phase gut meisterst:

  • Spiele Spiele mit deinem Baby, die die typischen Situationen, in denen Mama/Papa nicht zu sehen ist, fördern. Wenige Sekunden ein Tuch zwischen dich und Baby halten und „Wo ist die Mama? Da!“ sagen. Dein Baby wird damit mehr und mehr lernen, dass, nur weil man etwas oder jemanden nicht sehen kann, dies nicht bedeutet, dass sie nicht da sind.
  • Nachts kann ein kleines Nachtlicht helfen, so dass es im Raum nicht ganz dunkel ist.
  • Sehr hilfreich sind prägende Einschlafrituale. Diese helfen deinem Kind, zur Ruhe zu kommen und lassen sich auch nachts (in Kurzform) anwenden, um Babylein zu beruhigen. Außerdem fördert es sehr die Bindung zwischen Eltern und Kind.
  • Generell solltest du dich sehr um ein friedliches und ruhiges Einschlafen bemühen. Wie bei uns Erwachsenen prägt das Einschlafen die ganze Nacht. (Lies dazu auch: Ab wann und wie Babys alleine einschlafen lernen – Der ultimative Guide vom Babyschlaf-Profi)
  • Zuletzt sei dir bewusst, dass es eine Phase ist. Dein Baby lernt gerade etwas sehr Bedeutendes. Und das gute an Phasen ist, dass sie irgendwann auch wieder vorbei sind.

7. Entwicklungsschritte und Wachstumsschübe (jedes Alter)

Generell können Entwicklungsschritte und Wachstumsschübe dafür verantwortlich sein, dass dein Baby nachts wie am Spieß schreit.

Hinsetzen, Krabbeln, Gehen… dies sind aufregende neue Fähigkeiten, die auch den Schlaf deines Babys beeinträchtigen können. Babylein muss diese Entwicklung nicht nur mental verarbeiten, sondern es kann auch passieren, dass es in seinem Bettchen nachts richtig aktiv wird und zum Beispiel am Gitterbett steht und noch nicht weiß, wie es sich wieder hinsetzen kann. (Die Folge ist lautes Schreien!)

Hier gilt es also primär, für dein Kind da zu sein und ihn durch diese Entwicklung zu begleiten.

(Übrigens können auch familiäre Veränderungen dafür verantwortlich dafür sein, dass dein kleiner Schatz viel verarbeitet und deshalb schreit. Ein neues Geschwisterchen, eine Trennung oder ein Umzug sind große Veränderungen, für die auch kleine Babys sehr sensibel sein können.)

8. Schlafregressionen (ab 3 Monaten)

Entwicklungsschritte kommen nicht alleine, sondern meistens mit einer sogenannten „Schlafregression“ (oder auch „Schlafrückschritt“). Man spricht von einem Rückschritt, da bisherige gute Schlafgewohnheiten (vorübergehend!) verloren gehen. Plötzlich wacht dein Baby viele Male in der Nacht auf oder es schläft nur sehr schwer (wieder) ein.

Vor allen in folgenden Altersstufen solltest du mit einer Schlafregression rechnen:

Alle diese Phasen haben gemeinsam, dass Babys in diesem Alter auch enorme Entwicklungsschritte machen.

Mehr dazu in Schlafregression – Dein Baby schläft plötzlich schlecht?

Schlafprobleme

Dein Baby wacht auf und schreit wie am Spieß, weil es vielleicht die falschen Schlafstrukturen besitzt. So können ein falscher Schlafrhythmus, Übermüdung oder Einschlafassoziationen die Ursache für das Aufwachen und Schreien in der Nacht sein.

Das Gute ist, dass sich diese Schlafstrukturen oft – wenn man weiß wie – gut verbessern lassen.

9. Babys Schlafrhythmus (ab 4 Monaten)

Der Schlafbedarf und der Schlafrhythmus deines Kindes verändern sich von Monat zu Monat. Dazu gehören die Anzahl der Nickerchen, die Bettgehzeit, der Schlafbedarf und die Wachzeiten zwischen den Schlafenszeiten.

Es lohnt sich in jedem Fall, diese für dein Baby zu überprüfen. Vielleicht stellst Du fest, dass es tagsüber zu viel oder zu häufig schläft. Oder dass Wachzeiten zu lang sind. Häufig führen solche Unausgewogenheiten zu häufigem Aufwachen und hysterischem Weinen. Auch nachts.

Hier findest Du weitere Informationen:

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Was andere Eltern über den Kurs berichten:

Ich bin wirklich unglaublich froh, dass ich auf den E-Mail-Kurs gestoßen bin. Ich fühlte ich mich sofort angesprochen von Sarahs Schreibweise. Authentisch, erfahren, liebevoll wird hier geholfen. Schritt für Schritt mit Verständnis und ohne Druck kommt man ans Ziel: eine stressfreiere Schlafsituation. Ich bin wirklich sehr dankbar für den Kurs und die Möglichkeit des Austauschs in der Facebookgruppe. Tausend Dank für die Hilfe, ich hab Mut und Sicherheit gefasst, die Veränderungen anzugehen und das Gefühl, wenn der Kleine jetzt schneller einschläft und sogar in seinem Bett statt auf dem Arm ist einfach unbeschreiblich. Der Kurs war für uns bahnbrechend. Ich kann ihn uneingeschränkt weiterempfehlen. Vielen viele Dank!   Juli

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10. Schlafzyklen (jedes Alter)

Dein Baby schreit plötzlich schrill im Schlaf und du fragst dich natürlich sofort: Ist das normal? Wie schlimm ist das und passiert das auch anderen Eltern?

Hier kann ich dich beruhigen. Denn zunächst einmal wachen wir alle von Zeit zu Zeit – nämlich zwischen Schlafzyklen – kurz auf. Oft geschieht das unbewusst. Wir checken, ob in unserem Umfeld alles in Ordnung ist, drehen uns um und schlafen einfach weiter. Und generell ist das bei Babys genauso (bzw. sollte es sich dahingehend entwickeln).

(Ein Schlafzyklus dauert übrigens ca. 90 Minuten bei Erwachsenen und ca. 60 Minuten bei Babys. Unser Schlaf besteht also aus einer Aneinanderreihung von Schlafzyklen.)

Aus verschiedenen Gründen passiert es nun, dass wir in diesen Zwischenzeiten eben nicht einfach weiterschlafen. Nämlich dann, wenn irgendetwas nicht so ist, wie wir es erwartet haben. Wir hören ein Geräusch, es ist heller als normal, etc.

Auch Babys können mit irgendetwas nicht zufrieden sein – und drücken dies dann mit schrillem Schreien aus. (Manchmal können sie hier sehr aufgeregt sein, so dass ihr Herz heftig pulsiert.)

Manchmal passiert es allerdings, dass diese Weinanfälle nur 1-2 Minuten dauern und sie dann von alleine weiterschlafen (evtl. etwas abwarten bevor man etwas unternimmt).

Manchen Kindern fällt das Weiterschlafen schwerer als anderen. Doch gerade dann, wenn sie schon etwas älter sind (ab 18 Monaten) reicht oft schon ein kurzer ruhiger Satz („Alles gut! Schlaf schön weiter…!“), um ihnen helfen, weiterzuschlafen.

Wenn Babys es nicht von alleine schaffen, weiterzuschlafen, liegt das sehr häufig an einem der beiden folgenden Gründe: Übermüdung und Einschlafassoziationen.

11. Übermüdung beim Einschlafen (jedes Alter)

Die meisten Eltern wundern sich darüber, dass Übermüdung ein Grund für häufiges nächtliches Aufwachen sein kann (oder auch für zu frühes Aufwachen am Morgen). Doch es ist tatsächlich so. Übermüdete Babys haben eher Probleme, sich zur Schlafenszeit zu beruhigen und die ganze Nacht durchzuschlafen.

Versuche also, passende und optimale Wachzeiten für dein Baby (die natürlich auch individuell sind) einzuhalten und dein Baby nicht übermüdet schlafen zu legen.

Lies dazu: HILFE! Baby übermüdet will aber nicht schlafen?

Auch interessant:

12. Einschlafassoziationen (ab 4 Monaten)

Schlafassoziationen sind ein sehr häufiger Grund dafür, dass dein Baby schreiend aufwacht – vor allem zwischen zwei Schlafzyklen.

Hierbei geht es darum, dass dein Baby den Zustand, den es beim Einschlafen hatte auch dann verlangt, wenn es nachts zwischen Schlafzyklen weiterschlafen soll. Wenn es merkt, dass der Schnuller, die Brust oder die Flasche nicht mehr da ist, fängt es an zu schreien, weil es sich an dieses „Hilfsmittel“ zum Einschlafen gewöhnt hat und nun wieder möchte.

Einschlafassoziationen können auch Getragen-, Gewippt- oder Gestreichelt-werden sein.

Insofern ist es sehr wichtig, dass du dir überlegst, welche Einschlafassoziation du dir für dein Baby wünscht – unter der Beachtung, dass dein Baby es sehr wahrscheinlich auch noch einige Monate lang nachts einfordert.

Die meisten Eltern in dieser Situation – so auch ich – versuchen, Babylein das alleine Einschlafen im Bett (liebevoll und bindungsorientiert!) beizubringen! Denn wenn es dies gelernt hat, klappt auch das Weiterschlafen viel besser.

Weitere Informationen dazu findest du unter: Ab wann und wie Babys alleine einschlafen lernen – Der ultimative Guide vom Babyschlaf-Profi

Sonstiges

13. „Purple crying“ (0 bis 4 Monate)

Für Neugeborene Babys sind insgesamt ein bis zwei Stunden tägliche Schreizeit nicht unüblich. Teilweise sind es sogar drei oder mehr Stunden.

Diese werden oft als „Kolikbabys“ beschrieben, wobei der Begriff fraglich ist und die Gründe und Hintergründe umstritten sind. (Falls es echte Koliken sind, müssten Medikament helfen. Tun sie aber oft nicht!)

Im Englisch-sprachigen hat sich für diese Schreiphasen, bei denen es keinen scheinbaren Grund zu geben scheint, der Begriff „Purple Crying“ durchgesetzt. „Purple“ ist dabei ein Akronym, das stundenlanges untröstliches Weinen beschreibt, bei dem eigentlich nichts falsch ist.

Schreiphasen, das kann sehr heftig sein! Wir als Eltern fühlen uns unglaublich ratlos, müde, enttäuscht und machtlos. Denn sehr oft helfen alle Tipps und Tricks nicht weiter.

Doch wir Eltern sollten eine wichtige Sache nicht vergessen:

Schreien ist die einzige Kommunikationsmöglichkeit deines Babys. Und: Dein Baby weint nicht, weil ihr „schlechte“ Eltern seid! Oder wegen eurer Unsicherheit. Für Babys ist die Umstellung von Mamabauch zu wirklicher Welt einfach riesig groß – und das müssen sie erst einmal verarbeiten!

Was tun?

Den besten Tipp, den ich hierzu bekommen habe ist folgender: Versuche dein Baby in seiner Traurigkeit, seinem Frust, seinem ‘Geschrei’ zu begleiten. Löse dich von dem Gedanken, es krampfhaft trösten, ablenken und ruhig bekommen zu müssen. Genauso wie wir ein älteres Kind trösten, das traurig ist oder sich wehgetan hat, so können wir es auch bei unseren Babys tun, die sich momentan in einer für sie herausfordernden Phase befinden.

(Kein Wunder also, dass Babymassage, Fliegergriff und Medikamente in einer solchen Situation nutzlos sind!)

Halte durch. Auch diese Phase geht vorbei!

Hier ist ein schöner Artikel einer Hebamme und Bindungspädagogin zum Thema Schreibabys, der mir wirklich weitergeholfen hat.

Weitere Informationen findest Du unter Dein Neugeborenes schläft nicht: Wie du die ersten Monate meisterst! oder in meinem eBook „Schlummergeheimnisse für Neugeborene – Was frischgebackene Eltern wissen müssen

14. Temperament (jedes Alter)

Zum Schluss noch zwei sehr triviale, mögliche Gründe, warum dein Baby aufwacht und wie am Spieß schreit.

Der erste Grund ist sein Temperament!

Auch das Temperament eines Kindes kann einen Unterschied im Schreien machen. Während die einen Babys leise vor sich hinquengeln, sind andere direkt mit kräftiger Stimme präsent und lassen es dich wissen, dass sie nun etwas benötigen.

15. Fertig geschlafen! (jedes Alter)

Und schließlich der letzte mögliche Grund in meiner Auflistung: Vielleicht hat dein Baby einfach fertig geschlafen!

Warum es dann so schreit?

Vielleicht weil der Schlaf, die Nacht, das Einschlafen oder die Zeit vor dem Schlafen nicht wirklich entspannt war. Auch wir Erwachsenen wachen nicht immer frisch und fröhlich auf, um den Tag zu erobern. Manchmal fällt es auch uns schwer und wir sind noch ganz gerädert von einem unruhigen Schlaf.

Sollte dein Baby so in die Wachphase starten, wird es wahrscheinlich erstmal viel Nähe, Kuscheln (je nach Typ) oder eine Ablenkung (Snack, Spielzeug) benötigen.

Ich kann mich an viele Schläfchen erinnern, die mit lautem Schreien beendet wurden. In vielen Fällen bedeutete dies, dass Babylein noch nicht ausgeschlafen hatte und nochmal etwas Ruhe brauchte. Wenn es möglich war, blieb ich mit ihm noch etwas im dunklen Raum um zu kuscheln oder um zu stillen.

Zusammenfassung

Es gibt viele mögliche Gründe warum dein Baby aufwacht und lautstark schreit. Die meisten davon sind ganz typisch und nicht schwerwiegend.

Bei jüngeren Babys liegt es meistens an körperlichen Umständen wie Hunger oder Zahnen, während bei den älteren Trennungsängste, Einschlafassoziationen und Schlafregressionen eine größere Rolle spielen.

Nachdem du herausgefunden hast, was der Grund für das Weinen ist (was nicht immer direkt ersichtlich ist), kannst du entsprechend darauf reagieren und deinem Baby helfen, besser zu schlafen.