Baby schreit vor jedem Einschlafen? Wie Du jetzt helfen kannst!

Sarah Babyschlafberaterin BABYSCHLAFBERATERIN SARAH MANN

Oh, wie gut kann ich mir vorstellen, wie es Dir gerade geht. Dein Baby schreit und schreit. Du bist gestresst und frustriert von Eurem Einschlaf-Prozedere. Und Du weißt einfach nicht weiter?

Gut, dass Du hier gelandet bist. Ich bin Sarah, sechsfache Mama und zertifizierte Babyschlaf-Beraterin. Und ich habe mich nicht aus Zufall für diese Arbeit entschieden. Es ist schon einige Jahre her, da war ich regelmäßig und oft frustriert über die Schlafsituation meiner Babys. Und dass mein Baby vor jedem Einschlafen geschrien hat, war auch bei mir keine Seltenheit.

Doch es gab irgendwann den Zeitpunkt, der vieles an meiner Situation geändert hat: Ich habe intensiv nach Gründen und Lösungen gesucht. Und das war nicht nur der Anfang von besseren Nächten und weniger Schreien vor dem Einschlafen, sondern im Grunde genommen auch vom BabySchlummerland.

In diesem Artikel beschreibe ich, warum dein Baby vor jedem Einschlafen schreit, was du dagegen tun kannst und auf welche besonderen Fälle du achten solltest – gespickt mit vielen „Sarahs Randnotizen“, in denen ich von meinen Erlebnissen und Erfahrungen berichte.

Baby schreit vor jedem Einschlafen

Baby schreit vor jedem Einschlafen – warum überhaupt?

Die Gründe, warum Dein Baby beim Einschlafen schreit, können natürlich vielfältig sein. Wichtig ist, dass man schwerwiegendere Gründe direkt ausschließen kann. Das heißt, Dein kleiner Schatz sollte gesund sein, regelmäßig und gut trinken und sich normal entwickeln. (Bitte suche Rat bei Deiner Hebamme oder Deinem Kinderarzt, wenn Du hier das Gefühl hast, hier stimmt was nicht! Mamas haben dafür immer ein gutes Gespür.)

Kannst du Krankheiten ausschließen, kann Dir die folgende Checkliste helfen, um nach den Gründen für das Schreien zu suchen:

1. Körperliches Unwohlsein

Wir sollten bedenken, dass Schreien für Babys die einzige Möglichkeit ist, uns mitzuteilen, wenn sie etwas stört. Insofern sollten wir zunächst prüfen, ob unser kleiner Schatz sich vielleicht einfach deshalb beschwert, weil er Hunger, Durst oder eine volle Windel hat. Genauso kann es sein, dass es ihm zu kalt oder warm ist.

Auch Blähungen oder Verdauungsprobleme sind manchmal der Grund für langanhaltendes Schreien. Dies ist gerade in den ersten Lebensmonaten manchmal der Fall, weil sich hier das Verdauungssystem noch entwickeln muss. Anzeichen hierfür können hin-und-her-winden oder Anziehen der Beine sein.

2. Zahnen

Je nachdem wie alt Dein Kind ist, können kommende Zähne für ein starkes Unwohlsein sorgen. Meistens ist es mit 6 bis 8 Monaten das erste Mal soweit. Doch auch schon im vierten Monat brechen bei manchen Babys die ersten Zähnchen durch. (Andere dagegen warten auch im 12. Monat noch auf ihren ersten Zahn.)

Doch wie so oft reagieren Babys auch beim Zahnen ganz unterschiedlich. Während die einen fast gar keine Reaktion zeigen, leiden andere unter starken Schmerzen – die sie dann auch zum Ausdruck bringen (vor allem vor dem Einschlafen.)

Sarahs Randnotizen

Bei meinen Kindern wirkte sich das Zahnen ganz unterschiedlich aus. Zwei meiner Kinder bekamen in dieser Phase oft Fieber (während Zähne durchbrechen kann das Immunsystem vorübergehend geschwächt sein), drei andere litten gerade in der Nacht oft unter starken Schmerzen und weinten viel (hier half oft entsprechendes Zahnungsgel). Ein Kind von mir hat dagegen diese Phasen immer sehr problemlos weggesteckt.

Neben leichtem Fieber und Schmerzen gibt es weitere mögliche Anzeichen, die auf das Zahnen hinweisen: Häufiges Kauen auf der Hand und auf anderen Gegenständen, viel Quengeln und Schreien, Sabbern, verstärkter Wunsch nach Körperkontakt und Nähe.

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Was Inga zu diesem Kurs gesagt hat:

Man hört und liest ja viel über Schlaflernprogramme und Tipps zum Durch-und Einschlafen. Aber in dem Kurs erhält man jeden Tag einen Email mit einzelnen Schritten in die richtige Richtung. Trotzdem kann man alles ganz individuell auf sein Kind und die Familiensituation anpassen. Uns hat es sehr geholfen, nun endlich ein paar Std länger am Stück schlafen zu können. Auch das Einschlafen am Tag dauert max. 5 Min und Abends höchstens 30 Min. Vielen Dank für diesen Kurs!

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3. Übermüdung

Dein Baby schreit vor jedem Einschlafen? Vielleicht weil es übermüdet ist!

Was in unseren Augen vielleicht unlogisch aussieht (schließlich wollen wir es ja zu Schlaf verhelfen), ist ein häufiger Grund für viel Geschrei beim Einschlafen.

Gerade wenn sich Dein Baby viel die Augen reibt, gähnt oder stark nach der Brust sucht, weißt Du, dass es tatsächlich schon sehr müde ist (vielleicht sogar übermüdet). Viel Schreien ist dann entweder schon Teil von dieser Phase oder beginnt wenige Minuten später.

Übrigens können wir diesen Zustand gut nachempfinden, wenn wir daran denken, wie es uns selbst geht, wenn wir übermüdet sind. Angespannte Nerven oder Empfindlichkeit unserer Sinne machen eine solche Situation anstrengend.  Und da Einschlafen ein Prozess ist, der vielen Kindern nicht so einfach fällt (manche müssen es erst noch lernen), äußern sie dann lautstark ihr Müdigkeits-Unwohlsein.

Abhilfe schaffen wir damit, dass wir die Bettgehzeitroutine schon etwas früher beginnen. Wir sollten dabei versuchen, diese Übermüdungs-Situation so gut es geht zu vermeiden. Dazu hilft es, den Schlafbedarf für dein Baby zu überprüfen, einen guten Tagesablauf zu planen, Wachphasen anzupassen und optimale Bettgehzeiten und auch Einschlafrituale zu beachten (unser kostenloser Babyschlafkurs kann Dir hier sehr weiterhelfen!).

Oft ist Übermüdung auch der Grund, warum dein Baby tagsüber vor dem Einschlafen schreit.

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In diesem Artikel findest du die Antworten auf diese häufig gestellten Fragen!

4. Überreizung

Vielleicht schreit Dein Baby beim Einschlafen, weil es von vielen Eindrücken des Tages überreizt ist. (Vor allem in den ersten Monaten kann das ein häufiger Grund sein.)

Das müssen übrigens nicht nur Geräusche und Lärm sein. Auch Gerüche, visuelle Eindrücke und die Nähe zu unterschiedlichen oder fremden Personen kann hier Überforderung auslösen.

Wir müssen im Hinterkopf behalten, dass unsere Babys neun Monate lang ausschließlich die Wohlfühloase Mama-Bauch erlebt hat. Dort war es sicher und geborgen, abgeschirmt vor der Außenwelt. Insofern muss es sich jetzt erstmal an die neue Situation gewöhnen.

Sarahs Randnotizen

Meine Babys haben auf viele Eindrücke ganz unterschiedlich reagiert: Während manche von ihnen aufregende Tage ganz problemlos weggesteckt haben, waren andere nach einem ereignisreichen Tag sehr quengelig und anhänglich. Oft hatten sie dann auch einen viel größeren Schlafbedarf (und waren früher müde als sonst).

Übrigens wird Überreizung oft durch Übermüdung verstärkt. Wir kennen das von uns selbst: Sind wir sehr müde, sind wir angespannter und reagieren empfindlicher auf zum Beispiel Lärm oder Licht.

Was hilft gegen Überreizung?

Auch das ist individuell: Die meisten Babys brauchen sicherlich Ruhe, Mama und ein abgedunkeltes Zimmer. Manchmal hilft auch Musik oder ein rauschendes oder gleichmäßiges Geräusch. Oft hilft es auch, Babylein zu pucken.

Wie oft oder wie sehr dein Baby überreizt ist, hängt auch sehr vom nächsten möglichen Grund ab: Die Persönlichkeit des Kindes.

5. Die Persönlichkeit Deines Kindes

Es ist immer wichtig, dass wir unsere Babys ganz eigenständig behandeln. Jedes Kind ist einzigartig und hat individuelle Bedürfnisse und sein eigenes Temperament. Und genau das macht es manchmal so schwierig (aber auch so schön)!

Wir dürfen schon früh erleben, wie unser kleines Baby eine eigene Persönlichkeit mit seinen ganz individuellen Ansprüchen ist.

Für uns als Eltern besteht die (wundervolle) Aufgabe darin, unseren kleinen Schatz mit viel Feinfühligkeit kennenzulernen: Zu verstehen, wie es Unwohlsein oder unterschiedliche Bedürfnisse ausdrückt. Oder auch, was es benötigt, um gut in den Schlaf zu finden.

Manchen Babys fällt es einfach schwerer, ihren Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden oder generell einzuschlafen.

Auch hierbei kann es sehr helfen, eine wundervolle Bettgehzeit-Routine zu entwickeln.

6. Wachstumsschub, Schlafregression

Viele Male haben sich mein Mann und ich uns in den letzten Jahren in besonders intensiven Baby-Schrei-Phasen wohlwissend angeschaut und gesagt „Da ist wohl gerade jemand in einer Schlafregression“.

Und, ja, diese Zeiten können tatsächlich sehr herausfordernd sein. Gerade die Schlafregressionen im 4. Monat, um den 9. Monat (Baby 8 Monate alt , Baby 10 Monate alt) herum und wieder im 18. Monat können es in sich haben.

Babys machen in dieser Zeit enorme Entwicklungsschritte durch. Ihr Schlafverhalten verändert sich und die Umstellungen machen sich nicht nur tagsüber (durch vermehrtes Quengeln und große Anhänglichkeit) bemerkbar, sondern gerade auch beim Schlafengehen oder in der Nacht.

Oftmals versteht man zunächst gar nicht „was überhaupt los ist“. Oftmals ist es so, dass die Kleinen noch ein paar Tage zuvor ausgeglichen waren und wunderbar geschlafen haben. Und mit einem Mal ist alles anders.

Manchmal hilft in solchen Wochen, einfach nur Durchhalten und für die kleinen Schätze da zu sein (die neuen körperlichen, emotionalen und geistigen Fähigkeiten machen ihnen zu schaffen).

Doch es gibt auch einiges, was du tun kannst, damit dein Baby (und auch du und deine Familie) gut durch diese Zeit kommt.

Hier kannst Du mehr zu diesem Thema lesen: Alles rund um Schlafregressionen

7. Verarbeiten der Geburt oder anderen einschneidenden Erlebnissen

Vielleicht schreit dein Baby vorm Einschlafen, weil es intensive Erlebnisse verarbeitet.

Denn gerade die Umstellung von Wohlfühloase „Mama-Bauch“ hin zum „eigenständigem“ Leben kann für Babys sehr nachdrücklich sein (vor allem wenn die Geburt oder die ersten Stunden/Tage für deinen kleinen Schatz nicht ganz reibungslos verliefen – Kaiserschnitt, getrennt sein von Mama nach Geburt, …).

Und in diesem Fall ist es besonders wichtig, dass wir als Eltern unseren kleinen Schatz in dieser Situation, wo es diese Erlebnisse innerlich verarbeitet, begleiten und hindurchtragen.

Schwierige Veränderungen

Mit dieser Hintergrundinformation entsteht eine ganz neue Ansicht bezüglich weinenden Babys.

Warum?

Entwicklungspsychologin Dr. Aletha J. Solter (Gründerin der Aware Parenting-Bewegung, die sich eng verwandt mit dem Attachment Parenting-Prinzip versteht) beschreibt, dass es oftmals ohne Tränen nicht gelingen wird, Veränderungen zu verarbeiten. Und damit werten sie Weinen vor dem Einschlafen als etwas völlig Normales!

Weinen wird als der Weg deines Babys/Kleinkindes gesehen, seine Befindlichkeit mitzuteilen, und wird grundlegend positiv gewertet.

(Auch wir müssen irgendwo und irgendwie das was uns beschäftigt loswerden. Doch stehen uns hierfür andere Möglichkeiten und Fähigkeiten zur Verfügung als Babys.)

Entsprechend ist es nach Dr. Solters Ansicht besser, Gefühlsäußerungen wie Weinen/Schreien nicht zu unterbinden oder durch Ablenkung zu stoppen (zu „Ablenkung“ zählt hier auch Schnuller, Tragen, Nuckeln etc.).

Stattdessen sollte dein Baby mit intensivem Körperkontakt und beruhigenden Worten, die seine Gefühle anerkennen, begleitet werden.

Sarahs Randnotizen

Für uns war diese Sicht der Dinge damals sehr Augen-öffnend. Es hat nicht nur unser Denken verändert, sondern auch tatsächlich unseren Umgang damals mit unserem 5. Kind. Wir konnten unseren kleinen Schatz gemeinsam durch diese intensive Zeit tragen und begleiten und für es da sein.

Und auch das Einschlafen und den Schlaf generell konnten wir ihr damit deutlich erleichtern.

Näheres dazu findest Du übrigens in meinem Buch: Bindungsorientiert durchschlafen lernen.

Sonderfall: Schreibaby

Wenn Babys regelmäßig viel vor dem Einschlafen schreien, fragen sich viele Eltern, ob sie vielleicht ein Schreibaby haben.

Als Schreibaby bezeichnet man ein Baby, das pro Tag mehr als drei Stunden am Stück, an mindestens drei Tagen in der Woche und in mindestens drei aufeinanderfolgenden Wochen schreit.

Experten sagen, dass tatsächlich 1 von 10 Babys ein solches exzessives Schreiverhalten an den Tag legt.

Falls dein Baby nicht in diese Kategorie fällt (und trotzdem viel schreit), befindet es sich wahrscheinlich gerade in einer intensiven, aber vorübergehenden Phase (Schlafregression, Zahnen, …).

Leider bedeutet das allerdings nicht immer, dass sich anschließend wieder guter Schlaf einstellt (vor allem nach der 4-Monats-Schlafregression). Oft sind hier weitere Hilfestellungen nötig.

Was tun?

Wenn dein Baby wieder mal beim Einschlafen schreit und nicht zur Ruhe kommt, gibt es einiges was du tun kannst, um es zum Schlafen zu verhelfen.

1. Beruhigen

Babylein zu beruhigen ist natürlich das Naheliegendste was wir tun können (und was du wahrscheinlich schon intensiv probiert hast ;-)). Wie kann Beruhigen konkret aussehen?

Wir können behutsam reden, ihm Körperkontakt schenken oder etwas Vorsingen. Generell können Musik oder sanfte Geräusche sehr beruhigend wirken (es gibt viele wunderbare Apps, die weißes Rauschen oder ähnliche Geräusche, die dein Schatz aus dem Mamas Bauch kennt, abspielt).

Manchmal hilft es auch, das Baby nochmal auszuziehen, zu wickeln und es dabei viel zu streicheln oder zu massieren. (Wenn es übermüdet ist, kann es allerdings auch kontraproduktiv sein.)

Auch Pucken kann zur Beruhigung verhelfen. Das Einwickeln in ein enges Tuch vermittelt oft Geborgenheit und Nähe. Wir haben oft die Erfahrung gemacht, dass die Kleinen damit besser zur Ruhe kommen und sanfter einschlafen. Auch schrecken die Kleinen dadurch weniger häufig aus dem Schlaf auf (und wachen damit auch weniger auf).

Sehr häufig konnte ich meine Babys durch Stillen beruhigen (später auch mit einem Schnuller). Allerdings muss man hierbei aufpassen, dass das Stillen dann nicht zur Einschlafassoziation führt, ohne die Babylein nicht mehr einschlafen will (und es somit dann – auch im „Weiterschlafen“ in der Nacht – lautstark fordert).

Und wie immer gilt hier natürlich, dass jedes Baby seine eigenen Vorlieben besitzt.

2. Ablenken

Wie bei uns Erwachsenen hilft manchmal ein „Tapetenwechsel“, um auf neue Gedanken zu kommen oder um uns abzulenken.

Manchmal kann schon der Wechsel vom einen ins andere Zimmer etwas auslösen. Vor allem aber ein kleiner Spaziergang wirkt manchmal Wunder. Nicht nur Babylein beruhigt sich dabei viel leichter, auch unseren Nerven tut es gut, frische Luft zu schnappen und die eigenen Wände zu verlassen.

3. Vorbeugung

Achte unbedingt, dass dein Baby nicht zu Bett gebracht wird, wenn es schon übermüdet ist. Es ist eines der häufigsten Probleme, wenn Babys nicht friedlich einschlafen. Oft hätten 15 Minuten früher ins Bett bringen schon bewirkt, ruhiger in den Schlaf zu finden.

Hierzu solltest Du sehr darauf achten, einen passenden Tagesablauf für dein Baby zu entwickeln. Denn wenn wir Wachphasen und Schlafphasen gut aufeinander abstimmen können, wissen wir viel eher, wann wieder Schlafenszeit ist und können entsprechend mit einer sanften Bettgehzeitroutine beginnen.

Hierfür empfehle ich Dir unseren kostenlosen Babyschlafkurs, der dich (nicht nur) für diese Themen gut an die Hand nimmt.

Falls dein Baby schon übermüdet ist und viel schreit, schenke ihm viel Ruhe und gleichmäßige Töne, so dass es sich so leicht wie möglich beruhigen kann (auch wenn es bedeutet, dass es dadurch nicht sofort ruhig ist).

Des Weiteren könntest du – falls möglich – schon im Vorhinein für Entlastung sorgen, wenn du jemanden hast, mit dem du dich in besonders herausfordernden Zeiten hin und wieder abwechseln kannst.

Überlege, welche inwieweit Eltern, Schwiegereltern oder Freunde unterstützen könnten. Manchmal hilft es, wenn dir jemand das Baby für einen Spaziergang abnimmt oder ihr euch bei Schreiphasen des Babys abwechseln könnt.

Ich erinnere mich noch zu gut daran, wie mein Mann und ich uns bei einer sehr intensiven Schreiphase (an mehreren aufeinanderfolgenden Abenden) im 10-Minuten-Takt abgewechselt haben, um unser Baby irgendwie zu beruhigen (Koliken waren wahrscheinlich der Auslöser).

4. Begleiten

Das gesamte Elterndasein besitzt die riesige (kostbare) Aufgabe, unser(e) Kind(er) zu begleiten. Und genau das tun wir auch, wenn wir unseren Babys helfen, gut einschlafen zu lernen.

Auch für sie ist diese Zeit, in der sie so viel schreien, intensiv und anstrengend. Und was auch immer der Auslöser ist, wir wollen für sie da sein, sie trösten, auf den Arm nehmen und sie durch diese Zeit hindurch tragen.

Am meisten hilft uns unseren Kleinen, wenn wir dabei ruhig und gelassen bleiben. Denn unsere Kinder spüren sofort, wie es uns geht, und drücken dies nicht selten in einem individuell besonderen Verhalten aus.

Ich weiß, dass wenn ich oder wir als Familie intensive oder stressige Zeiten hatten, sich das auch auf unsere Babys übertragen hat. Viele sind für solche Stimmungen sehr sensibel (und drücken das dementsprechend aus).

5. Nimm eine Auszeit

Wenn du allerdings merkst, es geht für dich nicht mehr, nimm dir unbedingt eine kurze Pause. Jeder, der in einer solchen Situation schon einmal war, weiß wie heftig dies sein kann.

Insofern – wenn du gerade niemanden hast, der dich ablösen kann – verlasse für einige Zeit den Raum und mache kurz etwas anderes. Achte zuvor darauf, dass dein Baby sicher im Kinderbettchen liegt und keine Gefahrenquellen im Raum sind (auch keine Kissen im Bettchen oder ähnliches).

Für dein Baby ist wichtig, wenn wir als Eltern so ausgeglichen und entspannt wie möglich sind. Insofern solltest du lieber das Zimmer für eine kurze Zeit verlassen und durchschnaufen, damit du wieder ein bisschen Kraft für Deinen Schatz hast.

Drei Dinge, die du NICHT tun solltest

1. Hektik

Vermeide zu viel Veränderungen und Abwechslungen. Werden die Beruhigungsversuche zu hektisch, hilft das deinem Baby weniger und können sogar kontraproduktiv sein.

2. Baby schütteln

Bitte achte darauf, dass du dein Baby niemals durch Schütteln versuchst zu beruhigen. Gerade wenn man solche intensive (und schlaflose) Zeiten durchmacht, kann man schon verzweifelt sein (ich weiß, wie sich das anfühlt!). Doch es ist schon passiert, dass Schütteln bei Babys Traumata, Verletzungen oder sogar Tod bewirkt haben.

3. Mut verlieren

Wenn man so viel versucht und sich so intensiv um seinen kleinen Schatz kümmert und man dann darin trotzdem keinen Erfolg hat, kann das sehr entmutigend sein. Doch wichtig ist, dass du dir darin nicht die Schuld gibst.

Diese Situation bedeutet nicht zwangsläufig, dass du etwas falsch gemacht hast.

Sieh diese Phase viel eher als einen Prozess an, in dem du für dein Kind da sein kannst, ihr noch intensiver zueinander findet und du verstehen lernen kannst, warum es deinem Baby gerade nicht gut geht. Die Gründe können dafür (wie wir oben gesehen haben) vielfältig sein.

Ich wünsche Dir viel Kraft und Durchhaltevermögen in dieser Zeit.