Dein Baby schläft nur auf dem Arm ein?


Von Babyschlafberaterin Sarah 

Babys lieben es, auf Mamas oder Papas Arm zu schlafen. Doch wenn sich die Kleinen so sehr daran gewöhnen, dass Einschlafen (oder sogar der komplette Schlaf!) nur noch auf dem Arm möglich ist, kann dies anstrengend und zu einer Belastung für die Eltern werden.

Dabei treten zumeist drei Probleme auf:

  1. Das Baby lässt sich nicht ablegen, ohne dass es nicht gleich wieder wach wird.
  2. Es wacht sehr früh wieder auf (nach ca. 45 Min oder sogar noch früher).
  3. Es möchte auch nachts zum Weiterschlafen auf dem Arm sein.

Erfahre in diesem Artikel, warum Babys so gerne auf dem Arm schlafen, was du in solchen Situationen machen kannst und wie Babys lernen alleine einzuschlafen.

Baby schläft nur auf dem Arm

 Warum schläft mein Baby nur auf dem Arm (ein)?

Dein Baby hat neun Monate lang im mütterlichen Bauch gewohnt. Es fühlte sich dort rundum sicher, geborgen und beschützt. Ein Schlaraffenland!

Doch mit der Geburt fiel dieser Rundum-Schutz weg. Für deinen kleinen Schatz bedeutete das eine große Umstellung. Und an diese neue Situation muss es sich erst einmal gewöhnen.

Es ist also nur allzu logisch, dass Babys in dieser Umgewöhnungszeit (vor allem das erste halbe Jahr) sehr viel (körperliche) Nähe und Zuwendung benötigen.

Wenn es also viel auf-dem-Arm-Zeit verlangt, ist das zunächst einmal ein völlig normales und natürliches Verhalten, für das Verständnis aufbringen sollten. Dein Baby war monatelang sicher und geborgen, und dieses Gefühl möchte es jetzt – und vor allem beim Einschlafen – auch wieder. Wo geht das am besten als in Mamas Arm?

Und dennoch: Sollte sich die Situation dahingehend entwickeln, dass es zu kräftezehrend und frustrierend ist, sollte man guten Gewissens etwas an dieser Situation ändern. (Was und wie? Dazu gleich mehr.)

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Was Inga zu diesem Kurs gesagt hat:

Man hört und liest ja viel über Schlaflernprogramme und Tipps zum Durch-und Einschlafen. Aber in dem Kurs erhält man jeden Tag einen Email mit einzelnen Schritten in die richtige Richtung. Trotzdem kann man alles ganz individuell auf sein Kind und die Familiensituation anpassen. Uns hat es sehr geholfen, nun endlich ein paar Std länger am Stück schlafen zu können. Auch das Einschlafen am Tag dauert max. 5 Min und Abends höchstens 30 Min. Vielen Dank für diesen Kurs!

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Warum gewöhnen sich manche Babys nicht schnell um?

Schauen wir uns zunächst noch einen weiteren sehr wichtigen Aspekt an, der es Kindern schwierig macht, sich von Mamas Arm zu lösen.

Oft tritt dieser Fall bei sehr empfindsamen und sensiblen Kindern auf – doch je nach Situation ist das sogar unabhängig davon.

Es geht darum, dass Babys nachdem sie auf die Welt gekommen sind, manchmal Erlebtes verarbeiten müssen. Diese Anspannung, die auch durch die Geburt gekommen sein kann – gerade dann, wenn sie Komplikationen hatte, ein Kaiserschnitt war oder auf andere Weise sehr intensive war – muss sich erstmal lösen. Oftmals passiert das mit viel Schreien.

Diese Anspannung kann auch durch besondere Lebensumstände gekommen sein, für die viele Babys (auch im Bauch) sehr empfindsam sein können: Ein Umzug, eine Trennung. Vielleich war dein kleiner Schatz auch nach der Geburt länger getrennt von dir. Natürlich geht es dabei auch ganz viel darum, was du als Mama in dieser Zeit erlebt und wie du dich dabei gefühlt hast.

Jetzt nach der Geburt, sollte sich diese Grundanspannung nun mehr und mehr in Entspannung umwandeln. Und das geschieht eben durch viel Nähe, Geborgenheit, Ruhe und Sicherheit.

Das kann übrigens einen ganz neuen Blickwinkel auf Schreiphasen geben.

Aus diesem Grund empfehle ich auch gerne die WilA-Methode für empfindsame Kinder, wenn es darum geht, ihnen zu helfen besser zu schlafen. Denn genau dieses Lösen der Anspannung wird hier versucht aufzufangen.

Wie kann ich mein Baby ablegen ohne aufzuwachen?

„Ganz vorsichtig! Langsam! Leise…! Mit viel Bedacht und so vorsichtig wie möglich versuche ich mein gerade eingeschlafenes Baby abzulegen. Puh, geschafft. Langsam drehe ich mich zur Tür und… ich bin schon fast aus dem Zimmer draußen, da passiert es: Babylein schreit! Oh nein, es geht wieder von vorne los!“

Kennst Du solche Situationen? (Wer kennt sie nicht?) Schlafende Babys abzulegen kann eine sehr große Herausforderung sein. Und die Erfolgsquoten können beizeiten sehr gering sein.

Was also tun?

Das „Problem“ hierbei ist, dass sich Babys in diesen Fällen an die Schlafassoziation Schlafen-im-Arm gewöhnt haben. So wie sie eingeschlafen sind, möchten sie auch weiterhin schlafen.

Und da Babys lange nicht so viele Tiefschlafphasen erleben wie größere Kinder oder Erwachsene, prüfen sie regelmäßig (unterbewusst) die Lage: Ist meine Schlafumgebung noch so, wie sie zu Anfang war?

Warum brauchen viele Babys genau diese Beständigkeit? Es gibt ihnen Sicherheit!

(Gleichen werden wir sehen, was wir tun können, damit die Situation entspannter wird.)

Dieses Abchecken der Schlafumgebung passiert übrigens auch, wenn sich Babylein zwischen zwei Schlafphasen befindet. Und damit sind wir schon bei der nächsten Frage:

Warum wacht mein Baby so schnell wieder auf?

Zwischen Schlafphasen prüfen Babys – genauso wie Erwachsene übrigens auch – ob alles um sich herum in Ordnung ist. Und wenn die Situation nicht so ist, wie gewünscht (bzw. „gewohnt“ – nämlich so wie beim Einschlafen), dann wird es richtig wach und schreit.

Diese Situation kann dann sogar viele Male pro Nacht auftreten. Und für viele Eltern ist das dann der Punkt, an dem sie merken, dass es so nicht weitergehen kann (ich weiß, wovon ich rede!).

Oft ist zwar Abhilfe geschafft, wenn das Baby lernt, sich im Bett (!) mit Körperkontakt von Mama oder Papa zu beruhigen (z.B. die Hand auf seine Brust zu legen oder Popo leicht klopfen, am besten zusammen mit „Schhh“-Lauten) – und damit habe auch ich schon oft gute Erfahrungen gemacht –, doch ich kenne auch Situationen, in denen die Situation dann nicht wirklich besser wird, sondern anders: Babylein fordert in solchen Fällen dann zum Beispiel die Hand auf der Brust zigmal Nachts oder sehr, sehr lange beim Einschlafen ein.

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In diesem Artikel lernst du, warum dein Kind gegen das Einschlafen kämpft und wie du ihm am besten helfen kannst.

Einschlafen beeinflusst Durchschlafen

Du siehst also, wie sehr das Durchschlafen vom Einschlafen abhängig ist. Es ist ganz normal, dass die Schlafphasen kurz sind. Die Frage stellt sich eher, wie es dein Baby schafft, zwei Schlafphasen zu überbrücken!

Baby wacht also nach einer Schlafphase auf und checkt dann, ob alle Bedingungen, die es umgeben, noch dieselben sind wie beim Einschlafen. Wenn ja, gleitet es viel leichter in die nächste Schlafphase und schläft ruhig weiter.

Ist das aber nicht der Fall, z.B. weil der Schnuller, Mamas Brust oder eben der kuschelige, schaukelnde Arm der beim Einschlafen noch da war, fehlt – dann ist das fürs Baby wie ein Alarmsignal. Die logische Konsequenz: Es weint.

Baby schläft nur mit Körperkontakt - Wie kann ich mein Baby umgewöhnen?

Alle Eltern kommen irgendwann zu dem Punkt, dass sie ihren Kindern beibringen dürfen, selbstständig einzuschlafen und nicht mehr mit irgendeiner Einschlafhilfe wie auf-dem-Arm-getragen werden, Stillen, etc.

Klar, irgendwann sind sie zu groß, zu schwer oder werden abgestillt.

Die Frage stellt sich nun, wann ist der ideale Zeitpunkt für diesen Schritt. Generell ist das natürlich sehr individualistisch zu sehen. Du kannst das am besten für dich und dein Kind entscheiden.

Doch weil eben typische Einschlafassoziationen so abhängig von Mama (oder Papa) sind, und dies unter Umständen anstrengend oder sogar belastend sein kann, gehen viele Eltern proaktiv diesen Schritt an, und bringen ihren Babys bei, selbstständig und nicht nur im Arm einzuschlafen.

Dabei ist es am sinnvollsten, am abendlichen Einschlafen und – sollten sich die Nächte nicht automatisch verbessern – auch an den einzelnen Aufwachzeiten in der Nacht zu arbeiten.

Als sanfte Schlafberaterin (und sechsfache Mama mit Herz und Seele ;-)) empfehle ich, hier keinen Hauruck-Ansatz zu verwenden, sondern deinem Kind wirklich Zeit zu geben.

Sanfte Schritte der Vorbereitung vereinfachen den Prozess der Umstellung für dein Kind und auch für euch als Eltern.

Folgende Schritte haben sich dabei sehr bewährt:

  1. Finde die Schlafmuster deines Kindes heraus und schaue, wie du seinen natürlichen Bio-Rhythmus unterstützen kannst.
  2. Stelle sicher, dass dein Kind zumindest halbwegs einen festen Tagesablauf hat und eine altesgerechte, frühe Bettgehzeit.
  3. Führe eine friedvolle, sinnvolle Bettgehzeitroutine ein (feste Rituale vor dem Schlafengehen, die das Ein- und Durchschlafen erleichtern).
  4. Gewöhne dein Baby/Kind sanft an neue Einschlafgewohnheiten.
  5. Einschlafen ohne Brust und Saugen. Erst im letzten Schritt geht es darum, dass selbstständige Ein- und Durchschlafen liebevoll zu meistern.

Hier findest Du ausführliche Informationen zum Thema, wie Babys lernen, selbstständig einzuschlafen.

Des Weiteren findest du ausführliche Infos zu all den obigen Schritten in meinem kostenlosen Email-Kurs. Dort lernst du, deinem Kind auf sanfte Art und Weise die Auf-dem-Arm-Tragen-Einschlaf-Assoziation abzugewöhnen.

Bitte, liebe Mama, achte auch auf dich selbst! Deinem Baby und eventuell Geschwisterkindern geht es viel, viel besser, wenn Du ausgeglichen, glücklich und ausgeschlafen bist – und dir natürlich auch!

Baby schläft nur auf dem Arm - 7 Tipps auf die Schnelle: 

  1. Dein Baby braucht intensive Nähe und Kuscheln mit dir (Bonding). Aber dies sollte vorwiegend tagsüber, zum Beispiel vor (!) dem Einschlafen passieren (nicht währenddessen). (→ 10 erprobte Praxistipps, wie du mit deinem Baby eine wunderbare Beziehung aufbaust (9+10 sind unerwartet))
  2. Ein Kuscheltier kann eine neue tolle Einschlafassoziation werden. Es hilft, wenn es auch tagsüber oft ein Begleiter ist oder wenn es schon deinen Geruch angenommen hat (nimm es vorher ein Tage mit in dein Bett). Es kann auch gut beim Beruhigen oder Trösten eingesetzt werden.
  3. Auch „Schhh…“-Geräusche, weißes Rauschen, Musik oder eine Spieluhr können deinem Baby beim Einschlafen sehr gut helfen! (Habe ich bei allen meinen Kindern eingesetzt.)
  4. Sei geduldig. Die Umgewöhnung benötigt etwas Zeit, doch behalte im Hinterkopf, dass sich dies auszahlen wird. Versuche, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Das wird deinem kleinen Schatz helfen, selbst ruhig zu werden. Babys sind sehr feinfühlig für die Emotionen von Mama und Papa.
  5. Falls das Baby nachts wach wird, biete – außerhalb seines Rhythmus – nicht sofort die Brust oder Flasche an. Versuche es mit ruhigen Worten zu beruhigen, streichle es vorsichtig, sing etwas oder gib ihm das vertraute Kuscheltier in den Arm. (→ Wann und wie schläft mein Baby durch? – Alles rund um ‚Baby Durchschlafen‘)
  6. Auch Papa kann prima aktiv werden. Falls Baby gestillt wird Ihn, assoziiert es Papa nicht mit der Milch und es wird schneller ruhiger. Auch haben wir oft die Erfahrung gemacht, dass es der Beziehung zwischen Baby und Papa oft hilft, wenn er beim Einschlaf- oder Weiterschlafprozess beteiligt ist. (→ Wie kann man Baby daran gewöhnen, von Papa ins Bett gebracht zu werden?)
  7. „Dösig aber wach“ ist einer der effektivsten Einschlafmethoden, die du anwenden kannst. Lies hier mehr darüber: Ab wann und wie Babys alleine einschlafen lernen – Der ultimative Guide vom Babyschlaf-Profi

Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Erfolg beim Einschlaf-Training und genauso wünsche ich dir viele wundervolle Zeiten mit deinem kleinen wunderbaren Schatz.

Deine Sarah

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Mehr über die Autorin

Sarah

Gründerin und Hauptautorin des BabySchlummerlandes, zertifizierte Babyschlaf-Beraterin und leidenschaftliche Großfamilienmama. Sarah hat es sich zur Mission gemacht, anderen erschöpften Eltern dabei zu helfen, zu mehr Schlaf und Sicherheit im Umgang mit ihren kleinen, bezaubernden Schätzen zu finden. Mehr über Sarah findest du hier.

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