Baby krank und schläft schlecht? Was nachts wirklich hilft

Sarah Mann·6 Minuten Lesezeit

Ein krankes Baby und eine durchwachte Nacht, das gehört leider oft zusammen. Die Nase ist dicht, der Hals kratzt, alles fühlt sich unangenehm an, und dein kleiner Schatz will am liebsten nur bei dir sein. Du bist besorgt und übermüdet zugleich.

Lass uns anschauen, wie du deinem Baby durch diese Nächte hilfst, und woran du erkennst, wann mehr als Trost nötig ist.

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Warum kranke Babys schlechter schlafen

Das ist schnell erklärt und darf dich entlasten: Dein Baby schläft nicht schlecht, weil du etwas falsch machst, sondern weil Kranksein unbequem ist.

Eine verstopfte Nase ist für ein Baby besonders lästig, denn kleine Babys atmen fast ausschließlich durch die Nase und können beim Trinken nicht einfach auf den Mund umschalten. Dazu kommt: Im Liegen läuft das Sekret in den Rachen und reizt ihn, deshalb wird Husten nachts oft schlimmer. Und Fieber selbst zerstückelt den Schlaf, weil der Körper zwischen Aufheizen und Abkühlen pendelt.

Und schließlich das Naheliegendste: Wenn es uns schlecht geht, wollen wir alle getröstet werden. Bei Babys ist das genauso.

Genau deshalb ist es jetzt völlig richtig, großzügig zu trösten, öfter auf den Arm zu nehmen, näher zu sein. Du gewöhnst deinem Baby damit nichts an, du gibst ihm, was es zum Gesundwerden braucht.

Was nachts sanft hilft

Bei verstopfter Nase

  • Kochsalzlösung vor dem Schlafengehen. Ein paar Tropfen in jedes Nasenloch lösen den Schleim. Das ist die wirkungsvollste einzelne Maßnahme für ruhigere Nächte, und du kannst sie beliebig oft wiederholen.
  • Nasensauger sparsam einsetzen. Er hilft, reizt aber die Schleimhaut, wenn er zu oft benutzt wird. Ein- bis zweimal vor dem Schlafen reicht meist.
  • Feuchtere Luft. Trockene Heizungsluft reizt zusätzlich. Ein feuchtes Tuch über der Heizung oder eine Schale Wasser reichen. Von Verdampfern mit Zusätzen würde ich absehen.
  • Leicht erhöht liegen. Ein flacher Keil unter die Matratze, niemals ein Kissen ins Bett. Und nur eine leichte Neigung, damit dein Baby nicht nach unten rutscht.

Bei Husten

  • Abends noch einmal gut trinken lassen. Feuchte Schleimhäute husten weniger.
  • Aufrecht tragen, wenn ein Hustenanfall kommt. Das beruhigt schneller als flach liegen.
  • Kalte, feuchte Luft hilft bei bellendem Husten oft erstaunlich gut. Ein paar Minuten am offenen Fenster oder im gefliesten Bad mit laufendem kaltem Wasser.

Bei Fieber

  • Leicht anziehen, nicht warm einpacken. Der Körper muss Wärme abgeben können.
  • Häufiger trinken anbieten, auch nachts. Fieber trocknet aus.
  • Nicht wecken, um Fieber zu messen, wenn dein Baby endlich schläft und ansonsten stabil wirkt. Schlaf ist gerade das Beste.

Immer

  • Viel Nähe, wenig Trubel. Ein ruhiger, reizarmer Rahmen hilft dem angeschlagenen Körper. Wenn dein Baby ohnehin schnell überreizt, gilt das doppelt, siehe Überreizung.
  • Erwartungen runterschrauben. In einer Krankheitsphase gibt es keine Schlaferziehung, keine Umstellung, keine neuen Schritte. Alles darf warten.

Bitte gib keine abschwellenden Nasentropfen für Erwachsene und keine Hausmittel auf gut Glück. Ätherische Öle, besonders mit Menthol oder Kampfer, sind für Babys nicht geeignet. Honig ist im ersten Lebensjahr tabu. Was für das Alter deines Babys passt, sagt dir deine Hebamme oder Kinderärztin.

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Wenn dein Baby jetzt nur noch auf dir schläft

Das passiert sehr häufig, gerade bei verstopfter Nase, weil aufrecht auf deiner Brust schlicht besser geatmet wird als flach im Bett.

Das darfst du zulassen. Achte dabei nur darauf, dass du selbst nicht mit dem Baby auf dem Sofa oder im Sessel einschläfst, denn das ist die riskanteste Konstellation überhaupt. Wenn du merkst, dass du wegnickst, wechsle ins Bett und richte den Platz sicher her.

Mehr dazu, warum Babys nur auf dem Arm schlafen und was danach hilft: Dein Baby schläft nur auf dem Arm.

Wann du ärztlich abklären lassen solltest

Hier bitte lieber einmal zu viel als zu wenig hinschauen. Zeig dein Baby ärztlich, wenn

  • es jünger als drei Monate ist und Fieber hat, hier gilt immer: sofort abklären,
  • es hohes oder anhaltendes Fieber hat oder das Fieber nach besseren Tagen zurückkommt,
  • die Atmung schnell, angestrengt oder pfeifend wirkt, die Nasenflügel sich beim Atmen deutlich bewegen oder sich die Haut zwischen den Rippen einzieht,
  • es deutlich weniger trinkt, das Trinken verweigert oder auffällig wenig nasse Windeln hat,
  • es auffällig schlapp ist, sich kaum wecken lässt oder ungewöhnlich teilnahmslos wirkt,
  • es sich wiederholt ans Ohr fasst oder beim Hinlegen sofort aufschreit, das kann auf eine Mittelohrentzündung hindeuten,
  • die Beschwerden länger als etwa zehn Tage dauern oder sich verschlimmern,
  • du einfach ein ungutes Bauchgefühl hast. Dein Gefühl als Mama oder Papa ist ein ernstzunehmender Ratgeber.

Zum Sortieren, wenn du unsicher bist, ob überhaupt etwas Körperliches dahintersteckt, hilft dir diese Checkliste medizinischer Ursachen.

Und danach zurück in den Rhythmus

Ein Punkt, der oft untergeht: Nach ein paar kranken Nächten mit viel Nähe kann es sein, dass dein Baby diese Extraportion auch dann noch einfordert, wenn es längst wieder gesund ist. Das ist normal und kein Rückschritt.

Weil dieser Teil eigene Schritte braucht, habe ich ihm einen eigenen Beitrag gewidmet: Baby schläft nach der Krankheit nicht mehr. Dort steht die Reihenfolge, in der ihr zurückfindet.

Häufige Fragen

Wie viele Nächte dauert das ungefähr?

So lange, wie die Beschwerden anhalten, bei einem gewöhnlichen Infekt meist fünf bis zehn Tage. Am schwersten sind erfahrungsgemäß die ersten zwei bis drei Nächte, danach wird es schrittweise besser. Wie es weitergeht, wenn dein Baby wieder gesund ist, die Nächte aber schlecht bleiben, steht im Anschlussartikel.

Warum ist der Husten nachts schlimmer?

Im Liegen läuft Sekret in den Rachen und reizt ihn, außerdem ist der körpereigene Entzündungshemmer nachts am niedrigsten. Beides zusammen macht die Nacht unangenehmer als den Tag.

Darf mein krankes Baby mehr tagsüber schlafen?

Ja. Erholung hat jetzt Vorrang vor dem Rhythmus. Nur wenn das späte Nachmittagsschläfchen den Abend komplett kippt, darfst du es sanft begrenzen.

Mein Baby trinkt kaum noch. Ab wann wird das kritisch?

Weniger Appetit ist bei einem Infekt normal, zu wenig Flüssigkeit dagegen nicht. Achte auf die Windeln: Wenn dein Baby über mehrere Stunden keine nasse Windel mehr hat, die Fontanelle eingesunken wirkt oder es beim Weinen kaum Tränen gibt, gehört das noch am selben Tag ärztlich angeschaut. Kleine Mengen häufig anbieten funktioniert besser als große Portionen.

Ist es schlimm, wenn wir jetzt alle Regeln über Bord werfen?

Nein. Eine Krankheitsphase ist ausdrücklich die Zeit, in der Regeln pausieren dürfen. Was ihr vorher erarbeitet habt, ist nicht verloren, es liegt nur ein paar Nächte auf Eis.

Ist es die Krankheit oder doch das Zahnen?

Beides kann zusammenfallen. Als Faustregel: Schnupfen mit dickem Sekret, Husten und echtes Fieber gehören nicht zum Zahnen. Mehr dazu: Zahnen und Schlaf.

Der beruhigende Schluss

Kranke Nächte sind anstrengend, aber sie sind vorübergehend. Dein Baby braucht jetzt vor allem deine Nähe und ein paar einfache Handgriffe, die das Atmen leichter machen.

Und du darfst dir sicher sein: Sobald die Erkältung vorbei ist, kommt auch der Schlaf zurück. Falls er sich Zeit lässt, findet ihr den Weg zurück im Anschlussartikel, und wenn ihr feststeckt, schauen wir in der Schlafberatung gemeinsam darauf.

Ihr schafft das!

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Deine Sarah

Über die Autorin

Sarah Mann

Siebenfache Mama. Zertifizierte Sensitive Sleep Consultant des ISSC Australia. Gründerin von Babyschlummerland. Schreibt seit zehn Jahren über bindungsorientierten Babyschlaf, weil sie selbst Jahre gebraucht hat, um den eigenen Weg zu finden.

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